14.09.2021

refurbed zu Apple Keynote: „Sollten Produkte leichter reparierbar machen“

Das Wiener Scaleup refurbed pflanzt zum Tag der Apple Keynote seinen millionsten Baum und macht auf Umwelt-Probleme in der Elektronik-Industrie aufmerksam.
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refurbed: Co-Founder Peter Windischhofer
(c) refurbed: Co-Founder Peter Windischhofer

Bereits mehrmals ist das Wiener Startup refurbed durch Aktionismus aufgefallen. Auch die heute stattfindende Apple Keynote nutzt das Unternehmen, um auf seine Agenda aufmerksam zu machen. „Mit neuen bunten Farben, einem kleineren Notch oder angepassten Kamera-Funktionen wird von Wesentlichem abgelenkt“, heißt es in einer Aussendung. Die Apple Keynote findet ausgerechnet am internationalen Tag der Tropenwälder statt. Das Scaleup, das einen Marktplatz für generalüberholte Elektronik betreibt, liefert dazu einige Statistiken – und pflanzt symbolisch seinen millionsten Baum. Seit dem Start 2017 pflanzt refurbed für jedes verkaufte Produkt einen Baum über Aufforstungsprojekte in Haiti, Indonesien, Kenia, Madagaskar, Mosambik, Nepal und Österreich.

refurbed-Gründer: „Konzerne wie Apple tragen hier maßgeblich Verantwortung“

„Die Verschwendung nicht erneuerbarer Ressourcen einzudämmen und das Ökosystem für die nächsten Generationen zu bewahren, hat oberste Priorität. Das kann nur gelingen, indem man das eigene Konsumverhalten überprüft und überdenkt. Insbesondere Konzerne wie Apple tragen hier maßgeblich Verantwortung und sollten ihre Produkte leichter reparierbar machen“, schriebt Co-Founder und CEO Peter Windischhofer in einer Aussendung.

Konkret sei die Elektronik-Industrie und hier insbesondere der Smartphone-Sektor durch den Abbau von Tantal- und Kobalterz sowie Gold für die Regenwald-Abholzung mitverantwortlich. „50 bis 60 Prozent des weltweit verbrauchten Tantals, etwa ein Viertel des Kobalt-Aufkommens und rund zehn Prozent der Gold-Produktion fließen in die Elektronikindustrie oder werden für die Fertigung von Smartphones und Tablets verwendet. Die Herstellung eines einzelnen Smartphones am Beispiel des Apple iPhone 11 schlägt zudem mit 79 Kilogramm CO2 und einem Verbrauch von 13.000 Litern Wasser zu Buche“, heißt es dazu von refurbed.

Natürlich betont Windischhofer auch, wie sein Unternehmen hier entgegenwirkt: „Elektronische Geräte verbrauchen in der Nutzungsphase nur wenig Strom, die Produktion verschlingt den Großteil an Energie und Rohstoffen“. Die Entscheidung für Refurbished- statt neue Produkte trage also direkt zum Klimaschutz bei.

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SCCH
© dbrains academy - (vlnr): Leon Hiebl, Romana Pusch, Dominik Pühringer, Markus Manz (SCCH), Patrick Urmann und Notar Rüdiger Kriegleder.

Das Software Competence Center Hagenberg (SCCH) vermeldete vor kurzem, dass es seine Forschung künftig auch über eigene Unternehmensbeteiligungen verwertet – siehe hier. Die im Juli gegründete SCCH Innovations GmbH soll bis 2030 und darüber hinaus rund 30 Unternehmen aufbauen, wie CEO Markus Manz gegenüber brutkasten im September erklärte. Damals war bereits die erste Beteiligung fix: das MLOps-Startup LUML eines SCCH-Mitarbeiters.

SCCH: Tech-Transfer um Weiterbildung erweitern

Nun beteiligt man sich mit zehn Prozent Anteilen an dbrains academy. Mit diesem strategischen Schritt möchte das Forschungszentrum seinen Technologietransfer um Beratung und Weiterbildung erweitern, die dbrains academy erhält indes direkten Zugang zu aktueller KI-Forschung. Das gemeinsame Ziel: Unternehmen sollen KI wirksam im Arbeitsalltag einsetzen. Die Anteile hält die SCCH Innovations GmbH, die Beteiligungsgesellschaft des Forschungszentrums — über die genaue Summe ist nichts bekannt.

Kooperation besteht schon seit 2025

Das SCCH steuert bei dieser Kooperation wissenschaftliche Expertise in Künstlicher Intelligenz, Data Science und Software Science bei. Die dbrains academy begleitet Unternehmen vom KMU bis zum Konzern in Österreich und Deutschland, von der KI-Strategie über den Kompetenzaufbau bis zur Umsetzung konkreter Anwendungen, in Workshops oder mehrmonatigen Begleitungen. Ein E-Learning soll zudem zeit- und ortsunabhängig KI-Kompetenz gemäß dem EU AI Act vermitteln.

„Technologietransfer endet für uns nicht mit der Entwicklung einer Lösung. Er ist dann erfolgreich, wenn neues Wissen in den Unternehmen ankommt und dort tatsächlich genutzt wird. Die dbrains academy bringt das Know-how mit, Unternehmen strategisch zu begleiten und dieses Wissen praxisnah zu vermitteln. Darin ergänzen wir uns ideal“, erklärt Markus Manz, CEO des SCCH.

Kooperation besteht seit 2025

Das Software Competence Center und dbrains academy arbeiten seit 2025 zusammen. Im gemeinsamen Lehrgang „AI Excellence Program for Pioneers“ bringen sie Forschung und Unternehmenspraxis zusammen, damit Teilnehmende eigene KI-Ideen bis zur Umsetzung führen. Nach dem ersten Durchgang, dem am 25. November 2026 der nächste folgt, entschied man sich für die Beteiligung.

Für das SCCH erreichen Forschungsergebnisse damit nicht mehr nur einzelne Projektpartner, sondern ganze Belegschaften. Zugleich fließen Fragestellungen aus der Praxis in die Forschung zurück. Die dbrains academy bringt neue Erkenntnisse früher in Strategieprojekte und Trainings ein und entwickelt KI-Lösungen gemeinsam mit dem SCCH. Kund:innen erhalten Strategie, Weiterbildung und Umsetzung auf dem aktuellen Stand der Forschung aus einer Hand. Die Geschäftsführung der dbrains academy bleibt unverändert.

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