10.02.2026
SEED-FINANZIERUNG

refinq: Wiener Startup sammelt 2,2 Mio. Euro für Umweltrisiko-Software ein

Frisches Kapital in Höhe von 2,2 Millionen Euro soll dem Wiener Startup refinq nun helfen, seine Risiko- und Resilienzsoftware weiter auszubauen.
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Das Founder-Team von refinq (l.n.r.): Lukas Fischer, Franziska Walde, Markus Berger | © Niko Havranek

Das Wiener Startup refinq entwickelte eine Software, die Umweltdaten in finanzielle Entscheidungsgrundlagen für Unternehmen übersetzt. Grundlage dafür sind geografische Daten und Methoden des maschinellen Lernens. Gegründet wurde refinq im Juni 2023 von Franziska Walde, Lukas Fischer und Markus Berger.

Investment von 1,9 Millionen Euro

Nun hat das Unternehmen eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 2,2 Millionen Euro abgeschlossen. Davon stammen 1,9 Millionen Euro unter anderem vom aws Gründungsfonds, der als Lead-Investor auftritt, sowie von Symbia VC als Co-Lead. Zusätzlich beteiligten sich an der Finanzierungsrunde auch Fund F und Business Angel Olivier Schwab.

„Klimaresilienz wird für Unternehmen zunehmend zu einem essenziellen Bestandteil modernen Risikomanagements. refinq bietet dafür genau jene operative Tiefe, die Unternehmen für den strategischen Umgang mit Natur- und Klimarisiken benötigen. Das Team hat durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit ersten Großkunden gezeigt, dass es in der Lage ist, komplexe technologische wie auch regulatorische Herausforderungen zu meistern, und wir freuen uns darauf, es nun bei den nächsten Skalierungsschritten zu unterstützen”, kommentiert Markus Jandrinitsch vom aws Gründungsfonds das Investment.

300.000 Euro FFG-Förderung

Die verbleibenden 300.000 Euro kommen aus einer Förderung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Bereits 2024 hatte refinq von der FFG eine Förderung in Höhe von 480.000 Euro erhalten (brutkasten berichtete). Mit dem nun aufgenommenen Kapital will das Startup seine präventionsorientierte Risk-Intelligence-Plattform weiter ausbauen.

Risiken systematisch steuern

Die SaaS-Lösung von refinq analysiert potenzielle Umweltrisiken und bereitet diese so auf, dass sie in unternehmerische Entscheidungsprozesse einfließen können. Ziel ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen und präventive Maßnahmen abzuleiten.

Unternehmen erhalten dadurch nicht nur eine strukturierte Übersicht über ihre Risikolage, sondern “können Investitionen, Schutzmaßnahmen und Versicherungsstrategien gezielt priorisieren, um Ausfallrisiken und zukünftige Schäden zu reduzieren”, heißt es vom Unternehmen. Auf der Plattform lassen sich zudem Wertschöpfungsketten abbilden und überwachen, um Risiken systematisch zu steuern und Resilienz entlang von Liefer- und Produktionsnetzwerken aufzubauen.

Wiener Stadtwerke als Kunde

Nach eigenen Angaben erzielt refinq mit diesem Ansatz bereits “signifikante Umsätze mit namhaften Kunden”. Zu diesen zählen unter anderem die Wiener Stadtwerke, thyssenkrupp und Mayr-Melnhof. Insbesondere für Betreiber kritischer Infrastruktur, industrielle Produktionsstandorte und kapitalintensive Anlagen soll die Plattform Entscheidungsgrundlagen liefern, die über klassische Gefahrenmodelle hinausgehen.

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easy-connect, mamdani, Metropolitan Opera, Met, NY
© Laura Böhler - Gerald Stockinger (l.)(Co-Founder & CTO) und Wolfgang Graf (Co-Founder & CEO).

Die Metropolitan Opera und New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani kündigten Ende September eine Initiative an: In der Saison 2026/27 gibt die Met jeden Monat 10.000 Karten an New Yorker:innen frei, die seit 2019 kein Met-Ticket gekauft haben. Das sind rund zehn Prozent aller Tickets der Saison. Das Unternehmen easy-connect aus Wien liefert dafür die Technologie, wie dieses heute bekanntgab.

easy-connect in New York

Die Tickets werden über die bestehende digitale Lotterie in der App vergeben: Dazu müssen Nutzer:innen ihren Ausweis für die Berechtigungsprüfung in der App hochladen und sich für eine Vorstellung zur Lotterie anmelden. Von einem möglichen Gewinn erfahren sie per Push-Nachricht – und erhalten das Ticket direkt am Handy. Das Besondere daran: So kann die Met auch jene Teilnehmer:innen erneut ansprechen, die bei der Lotterie nicht gewinnen.

„Mit Opera for All wollten wir es New Yorker:innen in allen fünf Stadtbezirken leicht machen, die Met zu entdecken – und sie persönlich bei uns willkommen heißen. Weil Lotterie und Ausweisprüfung bereits in der App, die wir auch für unsere Rush-Tickets nutzen, verfügbar waren, ging es bemerkenswert schnell von der Idee zum Start – und das in der Größenordnung, die diese ambitionierte Initiative gebraucht hat. Möglich war das dank unserer Zusammenarbeit mit dem innovativen und flexiblen Team von easy-connect, das uns bei jedem Schritt begleitet hat, vom Design bis zur Umsetzung“, sagt Gillian Brierley, Chief Audiences, Marketing, and Communications Officer der Metropolitan Opera.

Bürgermeister Mamdani über „Opera for All“

Das Modell lässt sich auf viele Kulturbetriebe übertragen. Seit 2024 vergibt die Met über eine Lotterie in der App vergünstigte Tickets für 25 Dollar. Mehr als 550.000-mal haben Menschen seither bei der Verlosung mitgemacht, mehr als die Hälfte der App-Nutzer:innen ist unter 40 Jahren alt – und trotzdem sind rund vier von fünf Tickets, die in der App gekauft werden, ganz reguläre (Vollpreis-)Karten. Für viele Menschen stelle die Lotterie den ersten Schritt ins Haus dar.

Denn wer sich in der App anmeldet, sei für die Met kein:e Unbekannte:r mehr. Wer bei der Lotterie nicht gewinnt, bekommt automatisch ein passendes Angebot für ein reguläres Ticket. Im deutschsprachigen Raum gibt es ebenfalls solche Modelle und Initiativen, um kulturelle Teilhabe über alle Besuchergruppen hinweg zu ermöglichen, unabhängig von Herkunft oder finanziellen Möglichkeiten. Zum Beispiel am Opernhaus Zürich mit einer Ticket-Lotterie und der digitalen Prüfung der „KulturLegi-Berechtigung“ für Menschen mit geringem Einkommen, direkt in der App.

„Stammpublikum entwickeln“

„Kultur einfacher zugänglich zu machen, war von Anfang an unser Anspruch. Nun macht es uns besonders stolz, dass die Technologie hinter einem Programm dieser Größenordnung aus Wien kommt“, sagt Wolfgang Graf, Co-Founder & CEO von easy-connect, der das Unternehmen gemeinsam mit Gerald Stockinger gegründet hat. „Drei von vier Erstbesucher:innen kommen nie wieder. Mit einer eigenen App können Häuser das ändern: Menschen zum ersten Mal hereinholen, sie persönlich ansprechen und daraus Stammpublikum entwickeln. Am Ende des Tages geht es darum, möglichst viele Menschen für Kunst und Kultur zu begeistern. Und was in New York funktioniert, funktioniert genauso in Wien, Zürich oder Berlin.“

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