02.02.2022

Recycling-Startup Cyrkl sichert sich Millioneninvestment

Cyrkl kaufte Ende letzten Jahres zwei Linzer Startups. Mit dem neuen Investment möchte das Greentech-Scaleup weiter wachsen.
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Gruppenbild: Das Team von Cyrkl
Copyright: Cyrkl

Das tschechische Tech- und Beratungsunternehmen hat sich auf den Bereich Kreislaufwirtschaft fokussiert. Mit seiner digitalen Abfallplattform möchte Cyrkl anderen Unternehmen dabei helfen, ihre Abfälle sowohl kosten- als auch CO2-reduziert zu verwerten. Das 2018 gegründete Startup wurde im vergangenen Jahr von Deloitte mit dem Growth Star zu einem der am schnellsten wachsende Technologieunternehmen des Landes ausgezeichnet. Ende 2021 kaufte es mit Polymerstocklist und Resupply zwei Linzer Startups des Gründers David Mattersdorfer. Dieser stieg bei Cyrkl als Country-Manager für die DACH-Region ein. Jetzt setzt Cyrkl weiter auf Wachstum und Internationalisierung.

Millioneninvestment aus Tschechien für Cyrkl

Das Greentech-Startup konnte nun ein Investment in Millionenhöhe an Land ziehen. Die Seed-Finanzierung will das Unternehmen für die globale Expansion nutzen. “Derzeit haben wir die stärkste Position in Mitteleuropa, und wir wollen in naher Zukunft 15 neue Märkte erschließen. Im nächsten Jahr werden wir nach Irland und Großbritannien expandieren, aber auch über die Grenzen Europas hinaus. Wir möchten unsere Dienstleistungen in den Vereinigten Staaten und Kanada anbieten, wo wir ein großes Potenzial im Bereich der Kreislaufwirtschaft sehen”, meint Cyrkl-Gründer und CEO Cyril Klepek.

Weiterhin möchte das Unternehmen die auf Algorithmen basierte Waste-Management-Plattform kontinuierlich ausbauen, sodass alle damit verbundenen finanziellen und administrativen Transaktionen und die Logistik von den Unternehmen verwaltet werden könne. Zuvor konnte Cyrkl ein Investment des Fonds Tilia Impact Ventures für die Weiterentwicklung einsetzen. In der aktuellen Runde kommt das Kapital von der tschechischen Firma Kahikatea, hinter der Miloš Krejník, der Co-Founder des FinTechs Qminers, steht. Nun sollen die weitere Expansion und Produktentwicklung angegangen werden.

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(c) Startups for Europe
(c) Startups for Europe

Bislang wurde Startup-Europa durch zwei Organisationen auf europäischer Ebene vertreten: Das European Startup Network (ESN) fungierte primär als Dachverband der nationalen Startup-Organisationen wie etwa AustrianStartups in Österreich. Allied for Startups, dessen Netzwerk auch mehrere außereuropäische Organisationen umfasst, trat als Interessensvertretung für Startup-politische Anliegen auf EU-Ebene auf. Nun schlossen sich die beiden Verbände zu „Startups for Europe“ mit Sitz in Brüssel zusammen.

„Europa zum besten Ort der Welt zu machen, um ein Unternehmen zu gründen, zu skalieren und im Wettbewerb zu bestehen“

Die Mission sei mutig und einfach: Europa zum besten Ort der Welt zu machen, um ein Unternehmen zu gründen, zu skalieren und im Wettbewerb zu bestehen, heißt es in einer Presseaussendung zum Start. In dieser werden einmal mehr die bekannten Probleme europäischer Startups thematisiert: mangelndes Risikokapital, Bürokratie, Fragmentierung und die aus all dem resultierende Abwanderung von Startups. „Das ist kein Schicksal, sondern ein Regelwerk – und Regeln können neu geschrieben werden“, konstatiert man bei Startups for Europe.

„Durch den Zusammenschluss machen wir aus der Erfahrung von Tausenden Gründer:innen echtes politisches Gewicht. Europa hat alles, was es braucht, um führend zu sein. Jetzt muss es seine Gestalter:innen bauen lassen“, kommentiert Simon Schaefer. Der bisherige Allied-for-Startups-Präsident ist nun Präsident von Startups for Europe. Schaefer war auch Co-Initiator der Initiative EU-INC. Ein weiterer Co-Initiator, der gebürtige Österreicher Andreas Klinger, ist nun auch Teil des neu gebildeten Vorstands von Startups for Europe – ebenso wie AustrianStartups-CEO Hannah Wundsam.

Wundsam: „Wir können es uns nicht mehr leisten, nur innerhalb unserer Landesgrenzen zu denken“

Wundsam kommentiert auf brutkasten-Anfrage: „Die EU-INC-Initiative hat gezeigt: Echte Reformen in Europa brauchen eine starke, klare Stimme von außen. Wir können es uns nicht mehr leisten, nur innerhalb unserer Landesgrenzen zu denken. Auch nicht in der Politik. Die Rahmenbedingungen für Startups werden in Brüssel gesetzt. Deshalb müssen wir unsere Kräfte bündeln und gemeinsam unüberhörbar sagen, was sich ändern muss, damit Europa der Ort wird, an dem die Zukunft gebaut wird.“

Konkrete und übergeordnete Ziele altbekannt

Die Umsetzung der paneuropäischen Rechtsform EU Inc. ist auch – wie nicht anders zu erwarten – eines der zentralen konkreten Anliegen der neuen Dachorganisation. Daneben nennt man den European Innovation Act, die Spar- und Investitionsunion und die Regulierung von KI und dem digitalen Bereich als konkrete Bereiche, die priorisiert werden sollen. Die übergeordneten Ziele überraschen ebenso wenig: ein echter europäischer Binnenmarkt für Startups, mehr verfügbares Kapital und das Ziel, Frontier-Technologien tatsächlich am Kontinent zu Größe zu bringen.

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