02.06.2021

Top-Recruiterin: Diese Skills muss ein CTO 2021 mitbringen

Was zeichnet einen guten CTO aus? Executive Recruiterin Silvia Ressler verrät, worauf sie bei der Suche Acht gibt und worauf es ankommt.
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Silvia Resser © Ressler Partners
Silvia Resser © Ressler Partners
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Top-Manager mussten bisher immer sehr vielschichtig sein. So verhält es sich auch mit einem Chief Technical Officer. Eigentümer und CEOs erwarten sich von CTOs, dass sie nicht nur die technische Seite eines Unternehmens inhaltlich gut abdecken und verstehen können, sondern auch einen hohen Grad an Empathie mitbringen. Somit auch “people manager“ sind. Dieses Anforderungsprofil suchen heute fast alle Unternehmen.

Technische Skills gepaart mit hoher Führungsaffinität sind relevante „must have“- Kriterien für CTOs von heute. In den letzten Jahren haben sich die Anforderungen laufend gesteigert. Ein CTO muss heute ein ganzheitliches Verständnis für ein Unternehmen, das Geschäftsmodell und Business mitbringen. Hierbei ist auch ein starkes Commitment gegenüber dem Unternehmen gefordert.

Klare Zielvorgaben für das Team

Ein CTO muss Entscheidungen treffen können, muss seinem Team, vor allem seinen Entwicklern klare Zielvorgaben geben, um die Weiterentwicklung des Unternehmens sicher zu stellen und entsprechend fokussieren zu können. Sollte möglicherweise vom Kurs abgekommen werden, muss dieser auch rechtzeitig eingreifen, um on track zu bleiben.

Um diesen Kurs gut im Auge zu behalten, muss ein CTO up to date mit allen Neuheiten am Markt sein und bereit sein sich mit diesen auch vertraut zu machen. Dieses Empfinden sollte aus eigenem Antrieb heraus erfolgen und Freude bereiten sowie intrinsisch geschehen.

CTO als Vermittler im Unternehmen

Ein CTO muss aber ebenso entsprechende Softskills mitbringen. Zu diesen gehören Führungsqualitäten – ein Team zusammenhalten bzw. gut führen zu können. Oftmals ist ein Chief Technical Officer die Schnittstelle zwischen Business und den Eigentümern. CTOs müssen meist einen Großteil ihrer Zeit als Vermittler zwischen unterschiedlichen Abteilungen aufbringen. Diese Rolle ist für eine erfolgreiche Zusammenarbeit unter den Abteilungen, und vor allem für den Unternehmenserfolg, unerlässlich.

Über die Autorin

Silvia Ressler war über 15 Jahre erfolgreich in großen und internationalen Executive Search Unternehmen tätig und hat mit Ressler Partners ihr eigenes Executive Search Unternehmen gegründet. Sie bringt umfangreiche Erfahrung in der Besetzung von Top Management Positionen in führenden Unternehmen mit.

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Die Stadtwerke Klagenfurt versorgen die Region unter anderem mit Strom, Gas, Fernwärme, Wasser und verantworten den öffentlichen Personennahverkehr. © Stadtwerke Klagenfurt

Ob E-Mails, vertrauliche Kunden-Dokumente oder interne Richtlinien: Viele österreichische Unternehmen haben verstanden, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz unausweichlich wird, stehen allerdings vor der Herausforderung, KI sicher in die eigenen Arbeitsabläufe zu integrieren. Bei den Stadtwerken Klagenfurt entschied man sich bewusst gegen Standard-Lizenzen externer US-Hyperscaler und entwickelte stattdessen eine maßgeschneiderte Inhouse-Lösung: den „Stadtwerke GPT“, auch liebevoll „Susi-Sorglos“ genannt.

Die Vision: Ein DSGVO-konformer „Büro-Buddy“

Das Hauptziel war von Beginn an klar definiert: eine sichere Umgebung zu schaffen, in der Mitarbeiter:innen Bedenken bezüglich des Datenschutzes komplett ausräumen können. „Wir wollten unseren Mitarbeitern einen souveränen, DSGVO-konformen Chatbot anbieten, den sie komplett bedenkenlos nutzen können, wo sie personenbezogene Daten von Kunden reinkopieren und vertrauliche Dokumente hochladen können“, erklärt Peter Weratschnig, IT-Bereichsleiter der Stadtwerke Klagenfurt.

Neben der Chatbot-Funktion dient die KI als intelligenter „Büro-Buddy“. Über ein Retrieval-Augmented-Generation-System (RAG) wurden ca. 2.000 Seiten an internen Dokumenten, von Konzernrichtlinien bis hin zu IT-Anleitungen, eingebunden, um Fragen zu regulatorischen Vorgaben oder Systembedienungen direkt zu beantworten.

Der Gamechanger: Die Austria Wirtschaftsservice (aws)-Förderung

Das Projekt hat man nicht alleine umgesetzt, sondern entstand durch den Kontakt mit dem Wiener KI-Startup BReact, das 2022 von Raphael Fakhir und Nemanja Klincov gegründet wurde. Der entscheidende Impuls für die Realisierung lag in der Förderlandschaft. Denn das finanzielle Gesamtinvestment bewegte sich im fast sechsstelligen Bereich, erklärte Weratschnig im Interview.

Hier kam die IÖB-Toolbox-Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) als entscheidender Beschleuniger ins Spiel. „Ohne diese Förderung hätten wir es nicht gemacht“, betont Weratschnig rückblickend. Die Förderung reduzierte das finanzielle Risiko für die Stadtwerke entscheidend und machte den Weg frei für die gemeinsame Entwicklung mit dem Startup.

Das Förderungsprogramm aws IÖB-Toolbox richtet sich an öffentliche Beschaffer und hat den Zweck, die Planung und Umsetzung von IÖB-Challenges als innovativem Instrument der Markterkundung, juristische und/oder technische Expertise für die Erstellung von Unterlagen für eine geplante Ausschreibung (Modul Prepare), sowie die Durchführung von innovativen Beschaffungen (Modul Transfer) zu ermöglichen. Damit sollen Anreize für eine verstärkte Innovationsnachfrage durch den öffentlichen Sektor gesetzt werden, insbesondere für Vorhaben mit positiven Beiträgen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

Europäische KI-Architektur On-Premise

Auch technisch setzten die Partner auf digitale Souveränität: Als Sprachmodell dient ein Modell des französischen KI-Unternehmens Mistral, das Mitte des Jahres auch das Linzer Startup EmmiAI kaufte. Die Datenhaltung erfolgt laut Weratschnig ausschließlich On-Premise in eigenen IT-Systemen. Lediglich die reine GPU-Rechenleistung wird bei einem italienischen Anbieter angemietet. „Sobald das Modell nachdenkt, tut es das in dieser Infrastruktur ohne persistente Datenspeicherung. Danach sind keine Datenspuren außerhalb unseres IT-Systems zu finden“, erklärt der IT-Bereichsleiter. Das Resultat ist der angestrebte „Susi Sorglos“-Bot für den internen Arbeitsalltag.

Große Begehrlichkeiten & wertvolle Erkenntnisse

Nach der schrittweisen Bereitstellung als internes Web-Service stieß das Tool auf enormes Interesse in den Fachbereichen. Neben Fachfragen zu Richtlinien entstehen bereits Ideen für eigene Teil-Wissensdatenbanken oder interaktive Schulungsassistenten.

Gleichzeitig liefert das Projekt wertvolle Erkenntnisse für künftige KI-Initiativen. „Der Benefit aus unseren Lessons Learned ist fast ebenso hoch einzustufen wie das Tool an sich“, fasst Weratschnig zusammen. Seine zentralen Ratschläge an andere Unternehmen: Von Beginn an die eigene IT-Architektur und Lieferkette der Dienstleister genau prüfen sowie die Qualität der zugrundeliegenden Analog-Dokumente gründlich analysieren.


Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienbeauftragung mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.

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