18.03.2026
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Reaktionen auf EU Inc.: „Das Letzte, was wir jetzt brauchen, ist ein weiterer Rohrkrepierer“

Der Verordnungsentwurf zur paneuropäischen Gesellschaftsform EU Inc. wurde heute von der EU-Kommission präsentiert. Wir haben erste Statements dazu eingeholt.
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Oliver Holle, Lisa Fassl und Werner Wutscher | © Klaus Vyhnalek / brutkasten / Luiza Puiu
Oliver Holle, Lisa Fassl und Werner Wutscher | © Klaus Vyhnalek / brutkasten / Luiza Puiu

Heute war es so weit: Die EU-Kommission präsentierte den Entwurf zu einer Verordnung über die EU Inc. – brutkasten berichtete über die Eckpunkte. Sie soll als paneuropäische Gesellschaftsform explizit wachstumsorientierten Startups bessere Möglichkeiten zur Skalierung bieten. Erleichterungen im Vergleich zum Status quo in den 27 EU-Staaten sollen unter anderem auch eine besonders schnelle und günstige, voll digitale Gründung oder der Wegfall der Notariatspflicht bei Anteilsübertragungen bringen.

Einige Kernanliegen der europäischen Startup-Szene wurden aber nicht oder nur teilweise berücksichtigt – brutkasten berichtete bereits im Vorfeld. So wurde ein zentrales EU-weites Firmenregister erst „in einem zweiten Schritt“ angekündigt. Bis dahin soll ein von der Startup-Szene kritisiertes, per Richtlinie umgesetztes, bereits bestehendes System zur Harmonisierung (BRIS) genutzt werden. De facto ganz außen vor gelassen hat die Kommission die Forderung nach einer zentralen EU-Gerichtsbarkeit für die EU Inc. – hier gibt es nur vage Empfehlungen an die Staaten.

Im nächsten Schritt folgt nun das ordentliche Gesetzgebungsverfahren durch EU-Rat und -Parlament, in dem sich noch einiges ändern kann. Im Raum steht unter anderem auch, dass sich eine „Coalition of the Willing“ einiger EU-Staaten bildet, die gemeinsam eine ambitioniertere Version der Gesellschaftsform umsetzt. Brutkasten hat im Startup-Umfeld erste Statements zum vorgelegten Entwurf eingeholt – zwischen euphorisch und sehr kritisch. Diese werden hier (teilweise gekürzt) im Wortlaut wiedergegeben:

Oliver Holle, Co-Founder und CEO Speedinvest

Zunächst einmal ist das ein Riesenschritt vorwärts. Wenn man bedenkt, dass die EU Inc. noch vor nicht allzu langer Zeit eine wirkliche „Grass Roots“-Idee war, gezündet von unserem wunderbaren österreichischen Kollegen Andreas Klinger, und heute die Kommissionspräsidentin sich dazu vollinhaltlich kommittiert, kann man sehen, dass das Thema wirklich angekommen ist und ernst genommen wird.

Speedinvest-CEO Oliver Holle | Foto: Klaus Vyhnalek

Dies ist für Europa – nicht nur für die Startup-Szene – eine Riesenchance. Umso wichtiger ist es nun, dass dieses Projekt nicht am Weg durch die Mühlen der Umsetzung scheitert. Konkret gibt es große Bedenken, insbesondere wenn man die Aussagen der Kommission so interpretieren darf, dass die Implementierung tatsächlich von den 27 Einzelstaaten individuell ausgestaltet werden kann. Auch fehlt ein EU-weites Firmenbuch und eine EU-weite Judikatur zur EU Inc. . Das kann schon Sorgen machen, denn das Letzte, was wir jetzt brauchen, ist ein weiterer Rohrkrepierer rund um die EU und Innovation. Aber Schritt für Schritt, lasst uns heute mal feiern, was erreicht wurde.

Hannah Wundsam, Managing Director AustrianStartups

Damit die EU Inc. ihr volles Potenzial entfalten kann, braucht es weitere Schritte: mehr Rechtssicherheit durch eine europäische Gerichtsbarkeit und eine gemeinsame Infrastruktur. Am Ende wird der Erfolg daran gemessen, ob Gründer:innen die EU Inc. tatsächlich nutzen – und sich bewusst für Europa entscheiden.

Hannah Wundsam, Managing Director AustrianStartups | © AustrianStartups

Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt. Es gilt, die Stärken des EU Inc. Vorschlags zu bewahren, konsequent weiterzuentwickeln und mit den Ländern voranzugehen, die bereit sind, echte Fortschritte zu machen.

Werner Wutscher, Founder & CEO New Venture Scouting und Mitglied des Startup-Rats

Der jetzige Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission ist ein erster Schritt in die richtige Richtung: Der europäische Startup-Sektor braucht regulatorische Maßnahmen, um die Transformation der europäischen Wirtschaft zu unterstützen und neue disruptive Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Mitarbeiterbeteiligung - Werner Wutscher | (c) Luiza Puiu
Werner Wutscher | © Luiza Puiu

Die Rechtsform der Verordnung ist die richtige; die Themen sind richtig gesetzt, aber es braucht weitergehende europäische Lösungen, als im Vorschlag enthalten, nämlich ein einheitliches Firmenbuch auf europäischer Ebene und eine klare rechtliche Instanz auf europäischer Ebene, wo Rechtsstreitigkeiten der neuen Rechtsform geklärt werden können. Verweise auf nationale Regelungen in zentralen Bereichen, wie Insolvenzrecht, Steuerthemen etc. sind nicht ausreichend.
Alle geplanten Maßnahmen zur Deregulierung und Entbürokratisierung, wie etwa den Wegfall des Notariatszwangs, begrüße ich aber sehr.

Der jetzige Entwurf ist eher ein Rahmenwerk, der den Mitgliedstaaten weiter viel Spielraum für Ausgestaltungen lässt. Damit werden wir keine internationalen Investoren überzeugen. Daher – erster guter Schritt in die richtige Richtung, aber noch viel zu tun.

Lisa Fassl, Managing Partner Fund F

It‘s a dream coming true. Ich finde, heute ist ein Tag, an dem man stolz auf die EU sein muss. Denn dieser Entwurf zur EU Inc. ist ein Meilenstein – für Gründer:innen, Investor:innen, alle in diesem Ökosystem und in diesem Wirtschaftsraum. Die EU Inc. ist für mich die Basis für wirklich umfassende Änderungen hin zu einem tatsächlichen Single Market und wird entsprechend noch deutlich mehr Impact haben, als wir uns gerade vorstellen können. Ich freue mich darauf, wenn wir in zehn Jahren auf diesen historischen Moment zurückblicken. Bravo und ein großes Danke an alle, die diesen Entwurf mitgestaltet und verhandelt haben.

Lisa Fassl | © brutkasten / Fabian Krausböck

Hansi Hansmann, Business Angel

Die Idee zur EU Inc. ist wichtig und sehr notwendig. Es sieht aber danach aus, dass es bloß wieder ein Kompromiss geworden ist. Dazu kommt, dass das in den Mitgliedsstaaten, wo jeder sein eigenes Süppchen kocht, erst umgesetzt werden muss. Ich hoffe und will glauben, dass wir die EU Inc. irgendwann so haben, wie sie sein sollte. Wir sollten uns allerdings keine falschen Vorstellungen vom Timing machen. Bis wir eine erprobte und überall in der EU einsatzfähige und (aus)judizierte neue Legal Entity haben, haben wir möglicherweise früher autonomes Fahren in Österreich – und das dauert noch.

Hansi Hansmann
Hansi Hansmann | © Studio KoeKart

Claus Spruzina, Präsident Österreichische Notariatskammer

Es besteht kein Zweifel, dass die Stärkung des europäischen Binnenmarkts eine der zentralen Antworten auf die wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen unserer heutigen Zeit ist. Vor diesem Hintergrund ist der am 18. März 2026 präsentierte Vorschlag der Kommission für eine neue EU-Gesellschaftsform EU Inc. bedeutend. Der Vorschlag ist sehr umfassend. Die Österreichische Notariatskammer prüft derzeit die möglichen Auswirkungen.

Claus Spruzina, Präsident der Österreichischen Notariatskammer | © ÖNK

Klar muss sein: Rechtssicherheit ist kein bürokratisches Hindernis, sondern Europas USP und ein strategischer Wettbewerbsvorteil. Gerade in Zeiten geopolitischer Verwerfungen gewinnt ein verlässlicher Rechtsrahmen massiv an Bedeutung.

Zu erwähnen ist: Die gänzlich digitale Gründung in unter 48 Stunden bei Kosten von 100 Euro ist in Österreich bereits möglich – im Notariat als One-Stop-Shop. Bei Gründung neuer Unternehmen ist in Österreich die Eintragung ins Firmenbuch kostenfrei. Wir sind hier bereits dort, wo der Vorschlag Europa hinbringen möchte.

Erkennbar ist, dass die Europäische Kommission in ihrem Vorschlag mit einem umfassenden Ansatz das Kapitel zu einem vereinheitlichten europäischen Unternehmensrecht aufschlägt, das weit über die bisherige Harmonisierung hinausgeht. Daher sind intensive Diskussionen im Legislativverfahren zu diesen Vorschlägen zu erwarten.

Bei Geldwäsche, Betrugsbekämpfung und Safeguards gilt: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Europa muss bei allen verständlichen Bemühungen zur Unterstützung der europäischen Wirtschaft darauf achten, dass es nicht hinter die eigenen Standards in den Bereichen Geldwäsche und Sanktionsumgehungen zurückfällt. Während in Frankfurt hunderte neue EU-Beamte für die neue EU-Geldwäschebehörde AMLA gesucht werden, scheint dieses Thema nur sehr am Rande Eingang in den Verordnungs-Vorschlag gefunden zu haben. Hier braucht es eine Balance, damit man dem Finanzplatz Europa nicht schadet.

Letztlich wird der Interessensausgleich entscheidend sein: Es ist zu erwarten, dass Themen wie Steuerhoheit der Mitgliedstaaten, Arbeitnehmer:innenschutz, Gläubiger:innenschutz und ein hohes Rechtssicherheitsniveau die Knackpunkte in den Verhandlungen und entscheidend für den Erfolg des Vorhabens sein werden.

Jakobus Schuster, Co-Founder & CEO Notarity

Die Einführung der EU Inc. ist eine sehr wichtige und überfällige Initiative, um den europäischen Binnenmarkt endlich stärker zu verwirklichen. Wenn wir das volle Potenzial der Europäischen Union nutzen wollen, brauchen wir einen echten Single Market – nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der praktischen Unternehmensgründung und -führung. Nur so kann Europa langfristig global wettbewerbsfähig und wirtschaftlich souverän bleiben.

notarity-CEO Jakobus Schuster | (c) notarity
notarity-CEO Jakobus Schuster | © notarity

Gleichzeitig wird sich erst in der konkreten Umsetzung zeigen, wie weit die EU Inc. in dem aktuell vorgeschlagenen Rahmen tatsächlich zu einer echten Harmonisierung führt. Besonders kritisch ist aus unserer Sicht, dass weiterhin die Registergerichte in den einzelnen Mitgliedstaaten zuständig bleiben sollen. Dies birgt die Gefahr, dass bestehende Unterschiede in der Auslegung und Anwendung von Regeln fortbestehen.

Bereits heute zeigt sich innerhalb einzelner Mitgliedstaaten – etwa in Österreich –, dass unterschiedliche Registergerichte Vorschriften teils unterschiedlich interpretieren. In der Praxis führt das dazu, dass Gründer bestimmte Gerichte bewusst vermeiden. Wenn diese Fragmentierung auf europäischer Ebene bestehen bleibt, wird das Ziel einer echten Vereinheitlichung nur eingeschränkt erreicht.

Darüber hinaus kann die EU Inc. nur ein erster Schritt sein. Zentrale Themen wie Arbeitsrecht und Steuerrecht wurden im aktuellen Entwurf bewusst ausgeklammert. Für einen funktionierenden europäischen Binnenmarkt müssen jedoch auch diese Bereiche perspektivisch stärker harmonisiert werden.

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Das Helferline-Führungsteam (vl.) Janko Glavić (CTO) und die beiden Gründer Clemens Schmidgruber (CEO) und Alexander Niederhofer (COO) | (c) Helferline
Das Helferline-Führungsteam (vl.) Janko Glavić (CTO) und die beiden Gründer Clemens Schmidgruber (CEO) und Alexander Niederhofer (COO) | (c) Helferline

Wer zuhause technischen Support, etwa mit Internet, TV oder Smartphone braucht, bekommt vom Wiener Startup Helferline innerhalb weniger Stunden eine:n Techniker:in aus seinem flächendeckenden Netzwerk vermittelt. Das ist bereits seit der Gründung vor etwas mehr als zehn Jahren so, in denen mehr als 100.000 Personen das Service nutzten.

Zu diesem B2C-Angebot kam schon bald nach dem Start eine B2B2C-Schiene dazu. Mit A1, Magenta und Drei setzen die drei großen heimischen Mobilfunker ebenso bereits seit Jahren im Service auf Helferline, wie etwa MediaMarkt, Emporia, die Uniqa oder Assa Abloy.

„Wir hatten viele harte Jahre. Jahre, in denen wir uns kein Gehalt ausgezahlt haben“

Doch die betriebswirtschaftliche Realität hinter den großen Namen und beachtlichen Zahlen war über lange Zeit hinweg weniger rosig, wie die beiden Gründer, Clemens Schmidgruber und Alexander Niederhofer, im Gespräch mit brutkasten im Büro im 9. Wiener Bezirk erzählen. „Wir hatten viele harte Jahre. Jahre, in denen wir uns kein Gehalt ausgezahlt haben und in denen wir das Glück hatten, dass auch unsere Mitarbeiter so sehr an die Idee geglaubt haben, dass sie mehrmals längeren Verzögerungen beim Gehalt zugestimmt haben“, sagt Schmidgruber.

„Wir konnten auch nicht, wie andere Tech-Unternehmen, Corona mitnehmen. Auf uns hat sich das negativ ausgewirkt, die Nachfrage nach Vor-Ort-Service ist zurückgegangen“, ergänzt Niederhofer. Und Jahre der Dauerkrise hätten ihre Spuren hinterlassen. „Die Belastung ging bei mir bis zum Burnout. Und irgendwann sind wir an den Punkt gekommen, an dem wir gesagt haben: Wenn es zu Weihnachten immer noch so aussichtslos ist, hören wir auf.“

Das war vor rund zwei Jahren. Mittlerweile schreibt das Unternehmen monatlich sechsstellige Gewinne. Was ist also in der Zwischenzeit passiert?

Eine Reihe von Gamechangern

„Wir haben damals bei einem Event Hansi [Anm. Hansmann] getroffen und sehr offen mit ihm über die schwierige Situation gesprochen. Ihm hat die Idee immer noch gefallen, er hat Potenzial gesehen und meinte, man kann immer noch was machen“, erzählt Schmidgruber. Schließlich stieg das Hansmann Family Office über einen Secondary in das Unternehmen ein. „Wir haben davor oft versucht, Kapital zu raisen, sind aber gescheitert. Die Zahlen haben nie entsprechend ausgesehen, wir hatten kein Hockeystick-Wachstum. Aber Hansi ist jemand, der Chancen erkennt und einfach anpackt, und hatte damit – wie so oft – den richtigen Riecher. Das hat uns den Atem gegeben, doch noch weiterzumachen“, sagt Niederhofer.

Doch das war nicht der einzige Gamechanger für Helferline. „In den letzten Jahren haben alle direkten Konkurrenten in Mitteleuropa aufgegeben bzw. ihr Geschäftsmodell geändert, dadurch mussten alle Firmen mit Bedarf an Vor-Ort-Service zu uns“, so Niederhofer. Und dieser Bedarf bestehe durchaus. „Über Jahre hinweg haben die Anbieter immer mehr auf Plug & Play und do it yourself gesetzt und den Field Service abgebaut. Das hat sich als nicht richtig herausgestellt. Der Bedarf ist weiterhin da – auch in der Telekom-Branche. Auch 2026 kennen sich immer noch nicht alle mit Technik aus“, sagt der Gründer.

O2 wird zum großen Hebel

Und ein Großauftrag in genau diesem Bereich war es schließlich auch, der bei Helferline zum großen Hebel wurde. „Ende vergangenen Jahres haben wir mit einem riesigen Projekt für O2 begonnen. Der Anbieter schenkt jedem Neukunden einen Helferline-Einsatz – und das bei zehntausenden Neukunden im Monat“, erzählt Schmidgruber. Niederhofer ergänzt: „Mit diesem Angebot will O2 sich vom Wettbewerb absetzen und die Nummer 1 im Bereich Kundenzufriedenheit werden.“

Helferline habe die Aktion unter anderem einen Auftritt in deutschlandweiten TV-Spots und indirekte Werbung auf der Titelseite der Bild-Zeitung gebracht. Die Kapazitäten in kurzer Zeit für einen derartigen deutschlandweiten Auftrag auszubauen, sei aber alles andere als einfach gewesen, erzählt Schmidgruber und zeigt auf den „Schlachtplan“, der zur Erinnerung noch immer an der Bürotür im 9. Bezirk hängt: „Wir haben ja ein Freelancer-Modell. Wir mussten innerhalb weniger Wochen hunderte neue Techniker rekrutieren, onboarden und auf die Plattform bringen, um das Projekt abbilden zu können.“

Niederhofer führt aus: „Es war letztlich ein großer Team-Effort: Wir haben jede Menge Growth Hacks genutzt, haben Techniker als Promotoren an technische Unis geschickt, jedes schwarze Brett genutzt, Flyer verteilt und sogar Bierflaschen beklebt.“ Die teuerste Maßnahme sei das Engagement der größten deutschen Tech-Influencer gewesen. „Die haben uns dann auch über Nacht tausende Bewerbungen gebracht“, erklärt Niederhofer.

Doch bei diesem einen Großauftrag sollte es nicht lange bleiben. Gerade als das O2-Projekt in trockenen Tüchern war, sei bereits der nächste gekommen, erzählen die Gründer – und zwar auf ungewöhnliche Weise. „Es kam eine Mail an Alex [Anm. Niederhofer] herein, die auf den ersten Blick extrem nach Spam aussah“, erzählt Schmidgruber. Niederhofer führt aus: „Da schreibt jemand, der meint, er arbeitet bei Starlink und sie suchen jemanden, der die Installation für die Starlink-Satellitenschüsseln in ganz Europa übernimmt.“

Entgegen des ersten Impulses habe man die Mail ernstgenommen. „Wir haben uns gefragt: Ist es realistisch, dass unsere Techniker in Zukunft Sat-Schüsseln installieren, obwohl wir zu dem Zeitpunkt noch niemanden hatten, der das machen konnte? Sollen wir uns das trauen?“, erzählt Schmidgruber. Die beiden haben die Frage mit Ja beantwortet – ohne zu ahnen, was auf sie zukommen wird. Die Kooperation mit dem Musk-Unternehmen war von Anfang an nicht mit den europäischen Kooperationspartnern vergleichbar.

Niederhofer bringt ein Beispiel: „In einem Call wurde kurz darüber gesprochen, ob wir theoretisch die Logistik für Ersatzteile übernehmen könnten und wer unser Logistikpartner sei. Ein paar Tage später ruft mich unser Logistiker aus Deutschland an: Drei LKWs von Starlink stehen vor der Halle und wollen jetzt tonnenweise Hardware ausladen. Ohne jede Vorankündigung. Es gab zu dem Zeitpunkt weder einen Vertrag noch sonst etwas Schriftliches. Wir haben das dann mit den Amerikanern geklärt, die Ware übernommen und ein paar Tage später die erste Installation durchgeführt.“

Kurios sei auch gewesen, wie Helferline zu dem Auftrag kam: „Die amerikanischen Mitarbeiter haben einfach bei Claude eingegeben, welches Unternehmen im DACH-Raum diese Montagen am besten durchführen könne – und Claude hat geantwortet: Helferline“, erzählt Niederhofer. Das Service lief an. „Mittlerweile installieren wir in Deutschland und Österreich vierstellig Starlink-Schüsseln pro Monat – und es könnte bald fünfstellig werden“, sagt Schmidgruber. Und inzwischen installiert man schon erste Starlink-Antennen in Frankreich und den Niederlanden.

„Das war noch lange nicht alles“

Und die Welle an neuen Aufträgen reiße seitdem nicht ab. Weitere, teilweise noch größere Projekte seien bereits in der Pipeline oder unterschrieben und werden gerade vom mittlerweile 40-köpfigen Team umgesetzt. „Wir mussten so viele Hürden überwinden und sind einfach nur dankbar, dass wir jetzt eine so positive und spannende Zeit erleben dürfen“, sagt Niederhofer. Und Schmidgruber verspricht: „Aber das war noch lange nicht alles.“

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