16.03.2021

Rauers Sprössling: Vater-Sohn-Gespann packt Sprossen in Snacks

Sieht man sich Rauers Sprössling an, so merkt man, Sprossen sind für das junge Startup zur Philosophie geworden. Und zu Snacks, wie Riegel und Joghurt.
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(c) Rauers Sprössling- Das Team rund um die beiden Rauers Sprössling-Gründer Sebastian (li.) und Fritz Rauer (2.v.r.).

„Proud to sprout“. So lautet das Motto des Sprossen-Startups Rauers Sprössling, das von Sebastian Rauer und Vater Fritz gegründet wurde. Das aus Bad Blumau (Steiermark) stammende Unternehmen produziert aus Sprossen lange haltbare und gesunde Snackprodukte. Von Brokkoli- bis Alfalfa-Sprossen bieten sie in ihrem Produktportfolio Sprossenshots, Sprossenjoghurts und -riegel.

Begonnen hat alles 2018. Mit Experimenten, um Sprossen in haltbare Snackprodukte verwandeln zu können. Wie die Gründer beschreiben wurde in diesem Prozess das Augenmerk auf die Erhaltung der Inhaltsstoffe gelegt: „Nach einigen Versuchen ist es uns schließlich gelungen, ein Verfahren zu finden, welches die Haltbarkeit der Sprossen unter voller Erhaltung der Inhaltsstoffe gewährleistet. Nach schlaflosen Nächten und lehrreichen Fehlern haben wir nun drei innovative Produkte entwickelt, mit denen wir es unseren Kunden ermöglichen, sich mit natürlichen Snackprodukten gesund zu ernähren und so zu Höchstleistungen fähig zu sein.“

Eine Prämisse bei der Ideengestaltung des Startups war es, im Vergleich zu klassischen landwirtschaftlichen Produkten noch einzigartiger zu sein. Daher der Griff zur Sprosse. Die Gründer geben zu, dass sie hin und wieder an ihre Grenzen gestoßen sind. Doch nach einem langen Lernprozess entwickelten Vater und Sohn schließlich eine ganzheitliche Technologie, mit der sie die Sprossenproduktion ganzjährig bewerkstelligen können.

Mittlerweile gibt es sechs Produkte im Sortiment: Apfel- und Honig-Riegel aus Sprossen, die Shots Alfalfa Erdbeere und Weizengras Traube, sowie Dinkel-Erdbeer- und Roggen-Marille Joghurts. „Wir haben in der Produktentwicklung in den letzten Jahren all jene Sprossen ausgewählt, die nicht nur einen hohen ernährungsphysiologischen Wert haben, sondern auch köstlich schmecken. Denn wir lieben zwar gesundheitliche Werte, aber eben auch ausgezeichneten Geschmack. Daher arbeiten wir vor allem mit diesen Sprossen: Alfalfa, Weizengras, Sonnenblumen, Leinsamen, Hirse, Buchweizen, Roggen und Dinkel“, teilt Rauers Sprössling auf der Webseite mit.

Vertrieben wird über den Onlineshop österreichweit. Über einen eigenen Blog informiert das Startup über die kleinen „Vitaminbomben„. Einem breiten Publikum vorstellig wird Rauers Sprössling Dienstag Abend bei „2 Minuten 2 Millionen“. Zudem noch im Pitch-Studio: Top Stop, Granbarrel, HolyRecipe und Brigantes.

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Das Forschungskonsortium von Focus:lfm. | (c) Jacomo Schlumberger

Ein Elektroauto muss nicht unmittelbar nach dem Anstecken mit voller Leistung laden. Auch Wärmepumpen und Batteriespeicher können ihren Stromverbrauch zeitlich anpassen. Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien wird diese Flexibilität zunehmend wichtiger. Photovoltaikanlagen erzeugen beispielsweise vor allem tagsüber Strom, während viele Elektroautos erst am Abend geladen werden. Werden viele solcher Geräte intelligent gesteuert und zu sogenannten Flexibilitätspools gebündelt, könnten sie Stromnetze entlasten und erneuerbare Energie besser nutzbar machen.

Wie groß das Potenzial ist, verdeutlichen Zahlen, auf die das Forschungskonsortium verweist: Einer EU-Analyse zufolge könnte die nachfrageseitige Flexibilität bis 2030 rund 120 Gigawatt erreichen. Momentan sind in der EU rund 44 Gigawatt Pumpspeicherleistung installiert. Zwar können flexible Stromverbraucher große Pumpspeicher nicht vollständig ersetzen, die Zahlen zeigen jedoch, welches Potenzial in Haushalten, Unternehmen und Energiegemeinschaften bislang ungenutzt bleibt.

Genau hier setzt das Forschungsprojekt Focus:lfm (From Open Coexistence to Unified Systems for Local Flexibility Management) an. Unter der Koordination von e7 energy innovation & engineering entwickeln 18 österreichische Partnerorganisationen eine offene digitale Infrastruktur. Beteiligt sind unter anderem die Technologieunternehmen Keba und AVL, der Netzbetreiber Energienetze Steiermark sowie Salzburg Research und Reisenbauer Solutions.

Offene Software soll Geräte miteinander verbinden

Die intelligente Steuerung von Stromverbrauchern ist grundsätzlich nicht neu. Eine zentrale Herausforderung liegt jedoch darin, dass Geräte unterschiedlicher Hersteller häufig eigene Kommunikationssysteme nutzen. Viele bestehende Lösungen sind zudem geschlossen, wodurch die gemeinsame Steuerung aufwendig und kostspielig sein kann.

Focus:lfm entwickelt deshalb ein sogenanntes Open-Source-Framework. Die Software soll unterschiedliche Geräte, Energiemanagementsysteme, Stromhändler und Netzbetreiber über gemeinsame Schnittstellen miteinander verbinden. Bestehende Systeme sollen dabei nicht ersetzt, sondern vernetzt werden.

Auch der Zeitpunkt des Forschungsprojekts ist laut Projektkoordinator Guntram Preßmair günstig. Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) schafft die Grundlage für einen Markt, auf dem Netzbetreiber flexible Stromverbraucher gezielt zur Entlastung ihrer Netze einsetzen können. Anders als auf bisherigen Strommärkten spielt dabei eine entscheidende Rolle, wo sich die Anlagen befinden. So könnten beispielsweise Elektroautos oder Batteriespeicher in einem bestimmten Netzgebiet helfen, lokale Engpässe zu beheben.

Startups sollen eigene Geschäftsmodelle entwickeln können

Besonders für kleinere Technologieunternehmen soll die offene Software neue Möglichkeiten schaffen. Denn die gesamte technische Verbindung vom einzelnen Gerät bis zur Vermarktung der Flexibilität selbst aufzubauen, ist laut Preßmair für kleine Unternehmen kaum machbar. „Deswegen wollen wir denen ein Open-Source-Werkzeug in die Hand geben“, erklärt er.

Mit Focus:lfm sollen Startups eine kostenlos verfügbare technische Grundlage erhalten, auf der sie eigene Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entwickeln können. Ein Unternehmen, das beispielsweise Prognosen zum Energieverbrauch erstellt, könnte seine Lösung mit der Infrastruktur verknüpfen, ohne selbst sämtliche technischen Schnittstellen entwickeln zu müssen.

Ein begleitendes Accelerator-Programm soll Unternehmen bei der Integration unterstützen. Sobald erste Prototypen verfügbar sind, sollen interessierte Betriebe die Software erproben und Rückmeldungen zur Weiterentwicklung geben. Dadurch will das Projekt bereits während seiner Laufzeit eine möglichst breite Nutzerbasis aufbauen.

Praxistests bis 2030 geplant

Die entwickelte Infrastruktur soll zunächst in Simulationen und Laborumgebungen getestet werden. Anschließend sind Feldtests mit Elektroauto-Ladeinfrastruktur, Elektroboilern und Energiemanagementsystemen geplant. Auch Energiegemeinschaften und das Reallabor Waldviertel sollen eingebunden werden.

Das Projekt ist im Juni 2026 gestartet und läuft über 48 Monate. Gefördert wird es aus Mitteln des Klima- und Energiefonds sowie des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur.

Langfristig soll ein Konsortium aus Industriepartnern die Weiterentwicklung der Software tragen. Für Preßmair wäre das optimale Ergebnis, wenn bis zum Projektende 2030 rund zehn Unternehmen die Infrastruktur aktiv nutzen und damit eigene Geschäftsmodelle betreiben.

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