08.07.2025
KOOPERATION

Rapid Wien startet NextGen Business Club – brutkasten als Partner dabei

Der SK Rapid startet ab der neuen Saison einen exklusiven VIP-Bereich - der über ein klassisches VIP-Ticket hinausgeht - für die Förderung und Vernetzung von Gründer:innen, Startups und Scaleups. Im brutkasten-Talk spricht Projektleiter Jakob Schwingenschlögl über die Idee hinter dem NextGen Business Club, die Rolle des Rekordmeisters als Plattform für junges Entrepreneurship und über die Zukunftspläne des Netzwerks.
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Rapid, Next gen Business Club
© brutkasten - Der SK Rapid Wien startet eine Netzwerk-Initiative - brutkasten unterstützt als aktives Mitglied.
In eigener Sache

Der SK Rapid Wien hat, der Fußballplattform Transfermarkt.at nach, in der letzten Saison im Schnitt rund 19.500 Zuseher:innen ins Stadion gezogen. Schätzungen ergeben, dass der 32-fache Meister österreichweit mindestens über 1,2 Millionen Fans zählt und somit weit vor den anderen Vereinen als der populärste Fußballklub der Republik gilt.

Rapid und das Business

Während für manche Rapid mehr als nur ein Verein ist – Stichwort: „Rapid als Religion“ – engagieren sich die Grün-Weißen auch verstärkt als Plattform für Business. Und wollen in diese Richtung künftig noch mehr bewegen.

Rapid Wien startet NextGen Business Club: Ein Netzwerk für junge Gründer:innen

Deshalb wurde neben dem etablierten Business Club nun ein neues Konzept entwickelt, das sich gezielt an junge Gründer:innen, Startups und Scaleups richtet. Es trägt den Namen: NextGen Business Club – und geht über das klassische VIP-Ticket hinaus.

„Ich dachte mir, uns fehlt ein bisschen Diversität in unserem Business Club“, erzählt Projektleiter Jakob Schwingenschlögl im brutkasten-Talk. „Bei unseren Veranstaltungen sind uns vor allem junge Menschen abgegangen. Aus diesem Grund wollte ich ein Projekt schaffen, das junge Unternehmer fördert und diesen Bereich auch greifbarer macht.“

NextGen Business Club als Netzwerk

Der neue Club soll künftig daher eine Zone explizit für Jungunternehmer:innen sein, um sie zu fördern und um ihnen auch Zugang zum Business Club – als Netzwerk-Möglichkeit – zu geben.

„Unser Hospitality-Bereich zieht sich über vier Ebenen auf einer ganzen Längsseite des Stadions“ präzisiert Schwingenschlögl. „Dort bekommt der NextGen Business Club einen exklusivem Raum. Natürlich wird er für alle offen sein, auch für unsere Logengäste, um so einen reibungslosen Austausch zwischen den Jungen und Etablierten zu fördern.“

Als „grün-weißes Zuckerl“ können Mitglieder des NextGen Business Clubs auch den nahegelegenen Legenden-Bereich aufsuchen und dort die Altstars von Rapid treffen.

„Rapid Wien ist weitaus mehr als nur ein Fußballverein. Eine Leidenschaft. Eine Religion. Und für viele Unternehmen ebenso ein Push-Faktor, um ihre Firma in so einem innovativen und prestigeträchtigen Umfeld zu platzieren“, betont Schwingenschlögl.

Zwei bis maximal vier Plätze für Unternehmen

Neben einem fix reservierten Innen- und Außensitzplatz – darunter Plätze in den ersten Reihen direkt am Spielfeld – steht hierbei vor allem der Austausch unter Unternehmer:innen im Fokus. Pro Unternehmen sind zwei bis maximal vier Plätze vorgesehen, um die Vernetzung zwischen möglichst vielen Branchen zu fördern. Die Investition liegt bei 2.515 Euro pro Abo-Platz (exkl. USt.) – also etwas über 5.000 Euro für zwei Plätze. Dank eines Ticket-Weitergabe-Tools können die Tickets flexibel an Partner:innen, Kund:innen oder Gäste weitergegeben werden.

„Es ist einfach ein viel legereres Umfeld als es sich vielleicht bei einem Kongress, bei einer Messe oder bei einem Business-Lunch darstellt“, so Schwingenschlögl weiter. „Man teilt eine Leidenschaft, man teilt Emotionen und dadurch kommt man sich viel näher. Ich bin mit Entscheidungsträgern von großen Konzernen oder internationalen Unternehmen einfach ‚per Du‘, schlage nach Toren mit ihnen ein. Das ist ja etwas, was im normalen Leben nicht so vonstatten gehen würde – ohne den Fußball, ohne die Leidenschaft.“

Mindset und Leadership

Nicht zuletzt deswegen ist brutkasten als Kooperationspartner und aktives Mitglied mit dabei und wird fortan die Inhalte kuratieren, wie brutkasten-CEO Dejan Jovicevic erklärt: “ Wir werden gemeinsam den NextGen Business Club inhaltlich gestalten, regelmäßige Events für die Mitglieder sowie Vernetzungsveranstaltungen mit den etablierten Entscheiderinnen und Entscheidern durchführen. Zwischen Unternehmertum, Management und Spitzensport gibt es viele Parallelen. Es geht um Mindset-Themen, um Leadership – alles was wir als brutkasten bieten können.“

Im ersten Jahr wird der Club bis zu 50 Personen beherbergen: „Wir planen eventuell ein paar Umgestaltungen des Raumes für ein Lounge-Feeling, deswegen könnten es vielleicht noch ein bisschen weniger sein“ so der Projektleiter. „Wir wollen ein limitiertes Angebot schaffen, um ein familiäres Gefühl zu verwirklichen und um die jungen Unternehmer, die sich diesen Schritt in die Hospitality trauen, wirklich zu fördern. Und die Vernetzung nach ihren Wünschen zu erfüllen.“

Rapid-Fan oder nicht Rapid-Fan?

Startschuss des Clubs für Jungunternehmer:innen ist der 3. August – der Meisterschaftsauftakt gegen FC Blau-Weiß Linz. Aktuell sind noch rund 30 Plätze frei. Um einen davon zu ergattern, muss man – um diese essentielle Frage zu beantworten – kein Rapid-Fan sein, aber: „Es hilft natürlich an den Spieltagen, wenn man mit dem Rapid-Schal kommt“, sagt Schwingenschlögl. „Man muss wirklich keiner sein, aber schlussendlich wird man einer werden.“


An dem „NextGen Business Club-Interessierte“ können sich hier unverbindlich eintragen.

Kontakt: Jakob Schwingenschlögl

E-Mail: [email protected]

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Die drei Partner von RM Equity Partners (v.l.) Eugen Benedikt Russ, Nicola Szekely und Chris Wittlinger | (c) RM Equity Partners
Die drei Partner von RM Equity Partners (v.l.) Eugen Benedikt Russ, Nicola Szekely und Chris Wittlinger | (c) RM Equity Partners

Wie brutkasten zuletzt berichtete, wurde die vor rund zehn Jahren als Teil der Voralberger Russmedia-Gruppe gegründete Liechtensteiner Private-Equity-Gesellschaft RM Equity Partners (RMEP) mit rund 500 Millionen Euro Assets under Management von den drei Partnern Eugen Benedikt Russ, Chris Wittlinger und Nicola Szekely übernommen. Im Gespräch mit brutkasten erläuterten Russ und Wittlinger die Hintergründe.

Eugen B. Russ blickt dabei auf die Anfänge zurück: „Wir haben eigentlich schon sehr selbstständig begonnen. Schon damals haben wir vom Medienhaus weitgehende Freiheiten bekommen, und ich glaube, genau das hat uns erfolgreich gemacht: dass man uns dieses Vertrauen gegeben hat. Wir konnten in Themen investieren, während andere in der Gruppe Media-for-Equity machen mussten und in dem, was sie tun konnten, nicht immer frei waren.“

Und Wittlinger ergänzt: „Organisatorisch waren wir schon immer sehr unabhängig, mit wenig Vorgaben. Jetzt übersetzen wir einfach das, was gelebt wurde, in die Realität. Dazu kommt, dass es im Partnerkreis – Eugen, Nicola und ich – über die Jahre sehr gut funktioniert hat. Wir sind ein sehr komplementäres Team, und wir haben alle gesagt: Wir haben Lust, das noch einmal eigenständig anzupacken und weiterzumachen – mit dem Team, das es schon gibt.“

Die Gruppe sei über das vergangen Jahrzehnt stark gewachsen und erwirtschafte im laufenden Jahr ein EBITDA im dreistelligen Millionenbereich. Dabei entfielen nur fünf Prozent des Umsatzes auf Österreich, da das Portfolio komplett europäisch aufgestellt sei.

„Die volle Selbstständigkeit war im Endeffekt der logische Schritt“, erklärt Russ. Seine Schwester übernehme die Generationennachfolge im Verlag der Russmedia-Gruppe, wo zuletzt auch ein Merger mit der Tiroler Tageszeitung stattfand. Während Russmedia den Wachstumsweg im Mediengeschäft verfolge, setze RMEP den Wachstumsweg bei digitalen Plattformen fort.

Dieser Prozess sei über einen Zehnjahresplan angelegt und seit acht Jahren vereinbart gewesen. Im September des vergangenen Jahres habe die konkrete Umsetzung Fahrt aufgenommen. Nach der Umstrukturierung in Liechtenstein um den Jahreswechsel wurde die Management Company RM Consulting im Frühjahr übernommen. Mit der offiziellen Kommunikation sei die Nachfolge nun abgeschlossen. Die Management Company befindet sich nun zu gleichen Teilen im Besitz des Führungstrios.

Neues Vehikel für neue Investments

Das initiale Investment von Russmedia habe damals knapp unter 100 Millionen Euro betragen – eine Summe, die die Gruppe heute jährlich an EBITDA generiere. Für die künftige Ausrichtung gilt nun eine klare Trennung zwischen Altbestand und neuen Beteiligungen.

Russ beschreibt die Strukturierung: „Das Bestehende führen wir so weiter. Wir schaffen jetzt ein neues Investment-Vehikel, in das exklusiv wir drei und das Team investieren. Alle Investments ab jetzt machen wir alleine. Von den bestehenden Investments profitiert natürlich auch die Familie weiter – unter anderem Bergfex, Pure, calimoto und die übrigen Unternehmen im heutigen Portfolio.“ An den bisherigen Beteiligungen halte Russ im Rahmen der Nachfolgelösung weiterhin eine Mehrheit.

„Wir kaufen Anteile an profitablen Unternehmen, die Cash produzieren“

RMEP investiert pro Beteiligung bis zu 150 Millionen Euro Eigenkapital, während das Gesamtvolumen pro Transaktion bis zu 250 Millionen Euro betragen kann. Chris Wittlinger grenzt den Investmentansatz klar ab: „Wichtig ist: Wir sind kein VC. Wir machen keine Frühphasen-Investments und prinzipiell keine Kapitalerhöhungen, bei denen das Unternehmen Cash braucht. Wir kaufen Anteile an profitablen Unternehmen, die Cash produzieren.“

Das Modell ziele zwar auf eine langfristige Haltedauer ab, doch Exits wie jener der Plattform Alpy (brutkasten berichtete im August) seien bei passenden Rahmenbedingungen vorgesehen. Wittlinger führt dazu aus: „Wir wollen die Möglichkeit haben, das Unternehmen sehr lange zu halten. Aber wenn wie bei Alpy die Situation kommt, in der man sagt: Das ist bei einem Strategen besser aufgehoben, weil der mehr daraus machen kann als wir – dann verkaufen wir auch.“ Gleichzeitig mache man auch strategische Zukäufe kleinerer, profitabler Wettbewerber von portfolio-Unternehmen, wie das aktuelle Beispiel Digital Heaven in der Schweiz veranschauliche.

„Wir sprechen auf Augenhöhe, von Unternehmer zu Unternehmer“

Und es gebe auch einen zentralen Unterschied zwischen RMEP und klassischen Private-Equity-Gesellschaften, die fremdes Kapital verwalten, betont Russ: „Das Geld, das wir investieren, ist ausschließlich unser eigenes und das der Unternehmer-Partner, mit denen wir arbeiten. Viele wählen uns, weil sie nicht mit einem anonymen Private-Equity-Investor zusammenarbeiten wollen, der nicht sein eigenes Geld investiert. Sie spüren, dass wir unser eigenes Geld investieren – wir sind selbst Unternehmer. Das ist der riesige Unterschied: Wir sprechen auf Augenhöhe, von Unternehmer zu Unternehmer.“

Dieses Unternehmer-Setup spiegelt sich auch in der Anbahnung neuer Investments wider. Wittlinger erklärt das Sourcing: „Der Dealflow ist dreigeteilt. Erstens gibt es ein Netzwerk von Tausenden M&A-Beratern in Europa, mit denen wir in Kontakt sind, die wissen, was wir suchen, und sich regelmäßig bei uns melden. Zweitens unser aktiver Outreach, bei dem wir schon sehr stark mit KI arbeiten: Wir schreiben Unternehmen an, die aus unserer Sicht gut ins Raster passen, gehen auf Messen und Branchenveranstaltungen und stellen sicher, dass uns die Unternehmer in den Industrien kennen, die uns interessieren. Drittens gibt es Unternehmer, die auf uns zukommen, weil sie von uns gehört haben – zum Beispiel, weil sie jetzt diesen Artikel lesen.“

Am Fokus auf asset-light und digitale Geschäftsmodelle ändere sich durch die Eigenständigkeit nichts, wobei der technologische Wandel berücksichtigt werde. Wittlinger ergänzt zur Rolle von KI: „Natürlich muss man immer schauen, wie sich KI auf ein Geschäftsmodell auswirkt. Wir fokussieren uns darauf, Geschäftsmodelle zu finden, für die KI ein Enabler sein kann oder die sehr resilient dagegen sind.“

„Wir haben die Kriegskasse gefüllt“

Für die kommenden Jahre stehe nun der Ausbau des eigenen Netzwerks und das gemeinsame Wachstum mit Gründern im Vordergrund. Russ betont: „Unsere Story sind eigentlich individuelle Unternehmer-Erfolgsgeschichten.“ RMEP verstehe sich als langfristiger Partner für Unternehmer, um Potenziale zu heben und gemeinsam zu wachsen.

Wittlinger richtet den Blick auf die Zehn-Jahres-Perspektive: „Natürlich wollen wir nicht stillstehen. Wir wollen größer werden, weiterhin Deals machen, das Netzwerk erweitern und dafür sorgen, dass die Assets under Management in zehn Jahren deutlich höher sind als heute. Das ist der Anspruch.“

Der Wechsel in die Unabhängigkeit soll dabei als Ansporn für die nächste Phase dienen. „Wichtig ist: Das Team bleibt gleich, die Investmenthypothese bleibt gleich, und unsere Ambition und unser Hunger bleiben gleich. Wir sind noch lange nicht am Ende der Reise“, unterstreicht Wittlinger. Und Russ wird noch einmal deutlich: „Wir haben die Kriegskasse gefüllt und suchen nach den nächsten Deals.“

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