15.12.2025
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Raiffeisen NÖ-Wien: Innovation weit über das Bankgeschäft hinaus

Raiffeisen NÖ-Wien will für Kund:innen mehr als eine Bank sein. Dieser Anspruch zeigt sich auch in der Innovationsstrategie.
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Raiffeisen NÖ-Wien-Generaldirektor Michael Höllerer | (c) Barbara Nidetzky
Raiffeisen NÖ-Wien-Generaldirektor Michael Höllerer | (c) Barbara Nidetzky

„Unser Anspruch an uns selbst ist es, mehr zu sein als eine Bank“, sagt Raiffeisen NÖ-Wien-Generaldirektor Michael Höllerer. Was er damit meint? „Unkomplizierte und verständliche Lösungen für die Menschen zu bieten, und zwar über das Bankgeschäft hinaus.“

Krypto-Kooperation mit Bitpanda

Das sieht man an der Innovationsstrategie der Bank. Auch FinTech-Themen, die nahe am klassischen Bankgeschäft liegen, findet man dort – etwa eine Kooperation mit dem Krypto-Unicorn Bitpanda. Diese sorgt nicht nur für ein Krypto-Angebot für Raiffeisenlandesbank-NÖ-Wien-Kund:innen (brutkasten berichtete), sondern führte auch zum Einstieg der Bank beim Vision Token des Scaleups (brutkasten berichtete). „Als Bank mit starkem Innovationsfokus sehen wir in der Tokenisierung von Vermögenswerten einen wichtigen Baustein für die Zukunft des Finanzmarkts“, sagt dazu Höllerer.

„Wir stellen absolute Kundenzentrierung in den Mittelpunkt“

Doch es geht für die Bank eben um noch viel mehr, als FinTech. „Wir stellen absolute Kundenzentrierung in den Mittelpunkt. In der Praxis bedeutet das: Wir wollen die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden nicht nur verstehen, sondern ihnen in jeder Lebenslage passende Lösungen bieten“, sagt der Raiffeisen NÖ-Wien-Chef. Er betont dabei vor allem zwei Bereiche: „Energie und Gesundheit sind zwei Themen, die bei uns ganz oben stehen und wo wir mit starken Partnern gut unterwegs sind.“

Nicht nur Investment bei Mavie

Eine starke Ansage im Gesundheitsbereich machte Raiffeisen NÖ-Wien dieses Jahr etwa über ein millionenschweres Investment in das Uniqa-Corporate-Startup Mavie Next. Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien übernahm 25,1 Prozent der Anteile (brutkasten berichtete). „Gesundheit betrifft uns alle. Und die Lösung liegt – auch hier – in der Innovation“, sagt Höllerer. Und diese innovativen Angebote von Mavie sollen Raiffeisen-Kund:innen dank der Partnerschaft über die Vertriebskanäle der Bank auch direkt zugute kommen.

Nachhaltige Energielösungen

Auch im Energiebereich kann Raiffeisen NÖ-Wien mehrere Investments vorweisen, von denen die Bank-Kund:innen profitieren können. Eines davon ist das Startup Enlion. Dieses hat eine digitale Plattform für Energiegemeinschaften entwickelt, über die durch Photovoltaik, Wind oder Geothermie gewonnene Energie gespeichert und intelligent verteilt wird. Bereits 2023 brachte Raiffeisen NÖ-Wien zudem den kostengünstigen Ökostromtarif „Auri One“ für Konsument:innen und Unternehmen auf den Markt.

Doppelte Punkte beim jö Bonus Club

Doch auch abseits des Gesundheits- und Energiebereichs sollen Kund:innen der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien im Alltag profitieren. Wie universell dieser Anspruch ist, zeigte die Bank zuletzt durch den Start einer Kooperation mit Österreichs größtem Kundenbindungsprogramm jö Bonus Club. Wer mit der Raiffeisen-Debitkarte bezahlt, sammelt nun doppelt Punkte. „Der jö Bonus Club und Raiffeisen NÖ-Wien sind zwei starke Marken mit einem gemeinsamen Ziel: Banking und Loyalität zu verbinden, um spürbare Vorteile im Alltag zu schaffen“, meint dazu Höllerer.

„Setzen auf eine bewusste Beteiligungs- und Vernetzungsstrategie“

Bei all dem wird klar: Für Raiffeisen NÖ-Wien steht in Sachen Innovation der Ökosystem-Gedanke im Zentrum. „Wir können nicht in jeder Branche selbst Expertenwissen aufbauen – das wäre weder effizient noch realistisch. Stattdessen setzen wir auf eine bewusste Beteiligungs- und Vernetzungsstrategie: Arbeiten mit den Besten ihres Fachs. Das spart Ressourcen, ermöglicht schnelle Innovationszyklen und steigert die Qualität unserer Angebote“, so Höllerer.

Denn, so das Resümee des Raiffeisen NÖ-Wien-Chefs: „Am Ende des Tages geht es immer darum, Lösungen für unsere Kundinnen und Kunden zu ermöglichen und den Menschen als verlässlicher Partner zur Seite zu stehen.“

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Das unbemannte Überwasserfahrzeug Variant 7 von Blue Ops, der Marine-Sparte von Red Cat. Laut Red Cat wird es von einem Motor von Steyr Motors angetrieben | © Red Cat Holdings / Blue Ops

Der US-Drohnenspezialist Red Cat Holdings (NASDAQ: RCAT) will die Steyr Motors AG übernehmen. Wie Red Cat am Montag mitteilte, legt das US-Unternehmen ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien vor. Der Angebotspreis soll 39 Euro je Aktie in bar betragen, ein Aufschlag von 28,9 Prozent auf den Schlusskurs vom 16. Oktober. Steyr Motors zählt zu Europas führenden Herstellern von Hochleistungsmotoren für Defense-Spezialfahrzeuge und maritime Anwendungen sowie von Hilfsaggregaten für Kampfpanzer und Lokomotiven. Red Cat bietet Drohnen- und Robotiklösungen für Verteidigung und nationale Sicherheit an, darunter auch unbemannte Wasserfahrzeuge.

Ganz neu ist die Annäherung nicht: Beide Unternehmen hatten bereits unverbindliche Gespräche geführt, die im Juli 2026 beendet wurden. Nun wurden sie laut Aussendung wieder aufgenommen und haben zu einem vollständig finanzierten Barangebot geführt.

B&C und Cassutti dienen an

Die Ankeraktionärin B&C Holding Österreich GmbH hat sich unwiderruflich verpflichtet, ihre rund 15 Prozent am Grundkapital anzudienen. Auch CEO Julian Cassutti will seine eigenen Steyr-Aktien im Rahmen des Angebots andienen. Der Vollzug setzt voraus, dass Red Cat zum Ende der Annahmefrist mindestens 50 Prozent plus eine Aktie hält; zudem sind behördliche Genehmigungen in Österreich, Italien, Australien und dem Vereinigten Königreich erforderlich. Die Annahmefrist soll am 18. Dezember 2026 um 17:00 Uhr MEZ enden.

Red Cat will Steyr Motors laut Aussendung als österreichisches Kompetenzzentrum erhalten und ausbauen. Die Belegschaft soll bleiben, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung verbleiben am Standort. „Wir sehen Österreich als zentral für die Zukunft des Unternehmens”, erklärt Red-Cat-CEO Jeff Thompson. Cassutti, der 2022 als CEO eingestiegen war und unter dem 2024 der Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgte, spricht vom nächsten Kapitel der Unternehmensentwicklung: „Zugleich steht Red Cat uneingeschränkt hinter unserem Standort und unseren Mitarbeitenden.” Der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Rolf Wirtz beurteilt die Transaktion vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage positiv.

Einordnung: Viel Absicht, wenig Garantie

Mit Steyr Motors würde ein Zulieferer für Kampfpanzer, Militärfahrzeuge und Marineanwendungen in den Besitz eines US-Unternehmens übergehen, Behörden in vier Ländern müssen zustimmen. Das Standortbekenntnis ist in der Aussendung als Absicht formuliert, eine vertragliche Garantie nennt sie nicht; das mittelfristige Potenzial von Steyr als europäischer Ankerpunkt will Red Cat erst „prüfen”. Und mit den rund 15 Prozent der B&C ist die Schwelle von 50 Prozent noch nicht erreicht. Bis Mitte Dezember bleibt der Ausgang offen.

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