07.05.2025
INVESTMENT

Raiffeisen-Holding NÖ-Wien investiert in Uniqa-Startup Mavie Next

Mavie Next entstand vor vier Jahren als Corporate Startup der Uniqa. Nun beteiligt sich die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien.
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Freuen sich auf die Zusammenarbeit durch Mavie Next: Michael Höllerer, Generaldirektor Raiffeisen NÖ-Wien und Andreas Brandstetter, UNIQA Insurance Group AG
Michael Höllerer, Generaldirektor Raiffeisen NÖ-Wien und Andreas Brandstetter, UNIQA Insurance Group AG | Foto: Niklas Stadler

Die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien beteiligt sich mit 25,1 Prozent an Mavie Next, dem Gesundheits-Startup der Uniqa. Dafür investiert die Holding zunächst einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag, langfristig sind bis 2030 rund 100 Millionen Euro vorgesehen. Ziel der Kooperation sei es, neue Wege in der Gesundheitsvorsorge zu gehen und ergänzende Angebote zum öffentlichen System zu schaffen.

Mavie Next agiert im Gesundheitsbereich

Mavie Next wurde 2020 als Corporate Startup der Uniqa gegründet und versteht sich als Plattform für Gesundheitsservices „beyond insurance“. Das Unternehmen bündelt Aktivitäten, die über die klassische Krankenversicherung hinausgehen. Dazu zählen Angebote wie Mavie Work, ein betriebliches Gesundheitsmanagement für Unternehmen, Home-Test-Kits für Blut- und Mikrobiomanalysen, Telemedizinservices sowie Dienstleistungen für die 24-Stunden-Betreuung im Alter. „Wir wollen Menschen ein erstklassiges Gesundheitserlebnis bieten. Unabhängig davon, ob sie Kunden der Uniqa sind oder nicht“, sagt Uniqa-CEO Andreas Brandstetter.

So beteiligt sich die Raiffeisen-Holding

Die Beteiligung der Raiffeisen-Holding erfolgt über eine komplexe Struktur: Die Uniqa ist Eigentümerin der Mavie Holding GmbH. Diese hält wiederum 100 Prozent an der operativen Mavie Next GmbH. Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien investiert über ihre 2024 gegründete Gesellschaft Cureon in die Mavie Next GmbH. Dort sichert sie sich 25,1 Prozent der Anteile.

Generaldirektor Michael Höllerer erklärt, man wolle damit das Beteiligungsportfolio im Bereich Gesundheit strategisch erweitern und künftig auch die Vertriebskanäle der Raiffeisenbanken für die neuen Gesundheitsangebote nutzen. An der strategischen Ausrichtung soll sich bei Mavie durch die Beteiligung nichts ändern.

Rolle des Corporate Venturing

Sowohl die Uniqa als auch die Raiffeisen-Holding betonen, dass es sich nicht um einen Einstieg in den klassischen Venture-Capital-Markt handle. „Wir haben kein eigenes Corporate Venturing – wir setzen auf strategische Partnerschaften mit Profis, anstatt alles selbst zu entwickeln“, sagt Höllerer. Kooperationen wie jene mit Mavie Next seien für ihn ein starker Innovationsmotor: „Wir wollen Partnerschaften eingehen mit Unternehmen, die das können.“

Die Uniqa wiederum verweist auf ihre bisherigen Beteiligungen über Uniqa Ventures in Insurtechs und Fintechs, sieht Mavie aber als eigene vertikale Integration. „Es ist für uns eine zweite Wertschöpfungskette – mit einem klaren Fokus auf Innovation und Kundenbedürfnisse“, sagt Brandstetter. Auch für ihn sei Innovation ein großes Thema, die Kundenerwartung verändere sich ständig.

Mavie Next als Corporate Startup

Mavie Next erfüllt als Corporate Startup zwar genau diese Aufgabe, trägt gleichzeitig aber auch die Verantwortung, den Unternehmensanforderungen gerecht zu werden. „Auf der einen Seite haben wir sehr viele Freiheiten, auf der anderen Seite musst du trotzdem Dinge erfüllen, die du außerhalb des Konzerns nicht erfüllen müsstest. Du musst Prozesse einhalten: Das ist dieses Spannungsfeld“, sagt Erich Kruschitz, CEO der Mavie Holding. „Die Uniqa – und genauso die Raiffeisen – haben massive Stärken. Wenn ich etwa etwas zu einem juristischen Thema im Gesundheitsbereich wissen will, rufe ich einfach die Rechtsabteilung an: ‚Hey, wie ist das?‘ Und sie wissen das sofort. Solche Synergien sind stark.“

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Der Austrian Tech Innovator wird von KPMG veranstaltet und soll österreichischen Startups und Scaleups eine Bühne vor Publikum aus Wirtschaft und Investor:innen bieten. Heuer ging der Sieg an die Aurimod GmbH. Das Unternehmen entwickelt ein tragbares Gerät zur Vagusnerv-Stimulation am Ohr, mit dem Schmerzen ohne Medikamente behandelt werden sollen.

„Unser Ziel ist, Betroffenen eine wirksame Ergänzung zu herkömmlichen Schmerzbehandlungen anzubieten. Mittels Vagusnerv-Stimulation am Ohr können Schmerzen wie beispielsweise chronische Rückenschmerzen, Migräne oder akute postoperative Schmerzen nachhaltig behandelt werden“, erklärt Stefan Kampusch, CEO von Aurimod.

Seit Herbst letzten Jahres tritt das Unternehmen unter einer Doppelspitze auf: Manuel Leal Garcia, seit Mitte 2024 Head of Business Development, wurde zum Chief Commercial Officer und Co-Geschäftsführer neben Kampusch bestellt. Er verantwortet Vertrieb, Marketing und das internationale Geschäft, mit Fokus auf Deutschland, die Schweiz, Großbritannien sowie weitere europäische und nordamerikanische Märkte.

Ticket für den Global Tech Innovator

Mit dem Sieg hat sich Aurimod auch die Teilnahme am Global Tech Innovator gesichert. Dort tritt das Unternehmen gegen die Gewinner:innen der anderen teilnehmenden Länder an. Das internationale Finale findet zum sechsten Mal im Rahmen des Web Summit in Lissabon statt.

„Sichtbarkeit, ein starkes Netzwerk, professionelle Begleitung und ein klarer Blick auf den Markt können den entscheidenden Unterschied machen, um als Startup auch globale Reichweite zu erlangen“, sagt Benjamin Behr, Director im Bereich Advisory bei KPMG und Host des Abends.

Neoalp, fibionic und openmaind unter den Finalisten

Neben Aurimod standen vier weitere Unternehmen im Finale. Drei davon sind brutkasten-Leser:innen bereits bekannt:

Das Wiener Startup Neoalp entwickelt eine vendor-neutrale Operations-Plattform für industrielle humanoide Robotik. Anfang des Jahres berichtete brutkasten, wie das Startup Semperit bei der Einführung humanoider Roboter in der Fertigung unterstützt, gemeinsam mit Projektpartner Cancom.

Das Tiroler Startup fibionic aus Götzens setzt mit seinem patentierten Verfahren „fibionic fiber placement“ auf bionisch inspirierten Leichtbau: Fasern werden gezielt entlang realer Lastpfade ausgerichtet, das Vorbild sind Strukturen wie die Flügel einer Libelle. Im März holte sich das 2021 gegründete DeepTech-Startup drei Millionen Euro, angeführt von Redstone und Euregio+.

Das Grazer Startup openmaind arbeitet an einer KI-basierten Intelligence-Layer für industrielle Robotikprozesse. Die Software vernetzt autonome Transportroboter unterschiedlicher Hersteller in Produktionshallen und lässt sich per natürlicher Sprache steuern. Im Herbst 2025 stieg KaPa Ventures mit einem mittleren sechsstelligen Betrag ein. Die Mitgründer Michael Reip und Christoph Zehentner hatten 2021 bereits ihr Unternehmen Incubed IT an Verizon verkauft.

Vierter Finalist war die backbone.one GmbH, die eine digitale Infrastruktur für erneuerbare Energie entwickelt und das Konzept „Energy-as-a-Currency“ verfolgt.

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