17.12.2025
SALZBURGER FOOD-STARTUP

Pure&Fun erwartet Umsatz von 14 Mio. Euro und erweitert Food-Sortiment

Mit Bio-Produkten ohne Zuckerzusatz und bekannten Filmheld:innen auf der Verpackung hat Pure&Fun einen Nerv getroffen. Fünf Jahre nach der Gründung wächst das Salzburger Unternehmen weiter.
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2020 haben Christian Eibl (l.) und Reinhold Hinterplattner das Unternehmen gegründet. | Foto: Neumayr

Kinder greifen oft zu den ungesündesten Snacks. Nicht zuletzt, weil gesunde Alternativen häufig wenig ansprechend wirken. Diese Beobachtung machten auch die beiden Väter Reinhold Hinterplattner und Christian Eibl. Ihre Antwort darauf war die Entwicklung bio-zertifizierter Snacks ohne Zuckerzusatz, speziell für Kinder – verpackt in einem „coolen Verpackungsdesign mit bekannten Motiven“.

So entstand 2020 die Marke Pure&Fun als Teil der Healthy Kids GmbH (brutkasten berichtete). Bereits kurz nach der Gründung sicherte sich das Unternehmen exklusive Lizenzpartnerschaften mit großen Filmstudios. Dadurch konnten bekannte Held:innen aus Film und Fernsehen auf den Verpackungen platziert werden. Ziel war es, Kinder dazu zu motivieren, freiwillig zu gesünderen Snacks zu greifen, ohne dass Eltern Verbote aussprechen müssen.

Die ersten beiden Geschäftsjahre verliefen erfolgreich. Nach eigenen Angaben erzielte das Unternehmen bereits nach zwei Jahren einen Umsatz von über drei Millionen Euro (brutkasten berichtete).

Umsatzsteigerung von 40 Prozent

Mittlerweile hat sich Pure&Fun weiterentwickelt. “Fünf Jahre später ist das Unternehmen den Startup-Schuhen entwachsen und die Produkte mit den Bedürfnissen der Konsument:innen mitgewachsen”, heißt es vom Unternehmen. Das Team ist inzwischen auf zwölf Personen angewachsen. Zudem exportiert Pure&Fun nach eigenen Angaben in zehn Länder, wobei sich insbesondere Deutschland und die Schweiz positiv entwickeln würden.

Für 2025 rechnet das Unternehmen mit einer Umsatzsteigerung von 40 Prozent auf rund 14 Millionen Euro. Für das darauffolgende Jahr wird ein weiteres Umsatzwachstum von 30 Prozent erwartet.

Sortiment wird erweitert

Das Sortiment von Pure&Fun umfasst aktuell 65 Produkte – darunter Hafer-Riegel, Knabbergebäck, Fruchtpürees und Fruchtsaftgetränke. Laut eigener Aussage ist das Unternehmen inzwischen über den klassischen Snack- und Kleinkinderbereich hinausgewachsen. Künftig sollen nämlich auch Nudeln, Kekse, Müsli und Porridge in den Supermarktregalen zu finden sein.

„Die Produktentwicklung ist deutlich intensiver geworden und wir investieren hier sehr viel“, erklärt Co-Founder Christian Eibl. In den Anfangsjahren hätten die beiden Gründer noch selbst an jeder Rezeptur gearbeitet, verkostet wurde im engsten Umfeld – meistens durch die eigenen Kinder.

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Teamfoto Klartext AI | (c) Leandra Schurz Photography

Elektronikprodukte enthalten wertvolle Rohstoffe, werden aber häufig so entwickelt, dass sie sich nicht einfach reparieren, wiederverwenden oder recyceln lassen. Das Wiener Startup Klartext AI will mit Künstlicher Intelligenz dazu beitragen, das zu ändern. Das 2025 gegründete Unternehmen entwickelt KI-Lösungen für unterschiedliche Anwendungsbereiche, darunter doclarity, ein Tool zur Erstellung barrierefreier PDF-Dokumente. Im Rahmen des Eureka-Forschungsprojekts „ManageR“ entwickelt es einen KI-Assistenten, der Elektronikhersteller bei Entscheidungen zur Kreislaufwirtschaft unterstützen soll. Dafür erhält Klartext AI eine Förderung von rund 250.000 Euro von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Das Projekt startete am 1. Oktober 2026 und läuft über drei Jahre. Klartext AI ist dabei für die KI-Technologie zuständig und entwickelt den sogenannten ‚ManageR Copilot‘. Dieser soll Informationen über Produkte, Materialien und gesetzliche Vorgaben zusammenführen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten.

KI soll Reparatur und Wiederverwendung bewerten

Im Mittelpunkt von ManageR steht ein digitales Bewertungs- und Optimierungstool. Dieses soll Unternehmen dabei helfen, für einzelne Produkte und Komponenten geeignete Kreislaufstrategien zu finden. Dabei geht es beispielsweise um die Frage, ob Bauteile repariert, wiederverwendet, aufbereitet oder recycelt werden sollten. Die Software soll in unterschiedlichen Phasen des Produktlebenszyklus zum Einsatz kommen – etwa bei der Entwicklung oder im Einkauf. Je nach Lebenszyklusphase soll das System unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Neben ökologischen Faktoren soll dabei auch die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden.

Eine Herausforderung ist dabei die Vielzahl an benötigten Informationen. Dazu zählen etwa Produktstücklisten, Materialdaten, regulatorische Anforderungen und branchenspezifisches Fachwissen. Diese Informationen sind häufig auf unterschiedliche Systeme und Abteilungen verteilt oder liegen bei einzelnen Experten. Das Wiener Startup entwickelt deshalb ein KI-Agentensystem samt Benutzeroberfläche, das die Daten verknüpfen soll. Ein besonderer Schwerpunkt liegt laut Anna Poledna, Business Development bei Klartext AI, auf der Nachvollziehbarkeit: Nutzer sollen erkennen können, auf welchen Informationen und Quellen die Vorschläge beruhen. Technologisch setzt das Startup dafür unter anderem auf Wissensgraphen und Multi-Agenten-Systeme.

Eine Rolle bei der Entstehung des Projekts spielten laut Poledna auch neue EU-Vorgaben. Die Ökodesign-Verordnung (ESPR) soll unter anderem die Langlebigkeit und Reparierbarkeit von Produkten verbessern. Der Digitale Produktpass soll künftig Informationen zu Materialien, Reparaturmöglichkeiten und Umweltauswirkungen verfügbar machen.

Zusammenarbeit mit Fraunhofer und Industrieunternehmen

An ManageR sind neben Klartext AI das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), die Universität Stuttgart sowie die deutschen Unternehmen ifm und Ansmann beteiligt. Fraunhofer koordiniert das Projekt und entwickelt unter anderem ein Bewertungsmodell, während die Universität Stuttgart ihre Expertise in der Ökobilanzierung einbringt. Die beiden Industrieunternehmen stellen ein 3D-Kamerasystem und ein Ladegerät zur Verfügung, an denen die Technologie getestet werden soll.

„Für uns ist es großartig, dass wir unsere KI-Forschung direkt in die Anwendung bringen können. In ManageR entwickeln wir gemeinsam mit führenden Forschungseinrichtungen neue Methoden und testen sie gleichzeitig an echten Industrieprodukten“, sagt Poledna.

Nach Abschluss des Forschungsprojekts im September 2029 soll die Technologie laut Poledna kommerziell angeboten werden. Geplant ist, sie künftig auch für weitere Elektronikprodukte einzusetzen. Wie breit das System anwendbar sein wird, hängt insbesondere von der Verfügbarkeit entsprechender Daten ab.

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