25.05.2021

Propster: 3 Millionen Euro Investment für Wiener PropTech-Startup

Der aws Gründerfonds übernimmt den Lead in der Kapitalrunde, mit der vorrangig die Erschließung neuer Märkte finanziert werden soll.
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v.l.n.r.: Die Propster-Co-Founder Klaus Kainrad, Alexey Loginov, Isabelle Schall, Viktor Demianenko und CEO und Founder Milan Zahradnik
v.l.n.r.: Die Propster-Co-Founder Klaus Kainrad, Alexey Loginov, Isabelle Schall, Viktor Demianenko und CEO und Founder Milan Zahradnik | (c) Markus Schieder

Ein digitales Komplettpaket zur Umsetzung von Bauprojekten will das 2017 von Milan Zahradnik gegründete Wiener Startup Propster (Sonderwunsch Meister GmbH) bieten – der brutkasten berichtete bereits mehrmals. Die Plattform des PropTechs ermöglicht es Käuferinnen, Mietern und Investorinnen, Immobilien online zu erwerben, zu konfigurieren und abzuwickeln. Damit soll der gesamte Projektzyklus abgedeckt werden.

Die cloud-basierte Software soll mehr Transparenz und Effizienz schaffen, indem sie einheitliche Kommunikation und lückenlose Dokumentation bietet. Ein Machine Learning-basiertes System hilft dann beim Finden passender Kunden in der Vermarktung. „Durch die Verlagerung der Konversation und Entscheidungsfindung auf eine intelligente digitale Plattform entfallen darüber hinaus bis zu 75 Prozent der ansonsten nötigen persönlichen Kundentermine“, verspricht man seitens des Startups.

Propster: Mit frischem Kapital nach Russland, Dubai und in die USA

Nun schloss Propster eine weitere Finanzierungsrunde ab. Insgesamt drei Millionen Euro werden unter dem Lead des aws Gründerfonds investiert. Neu steigen dabei auch Axeleo aus Frankreich und Pi Labs aus Großbritannien ein. Die Bestandsinvestoren, darunter Allinvest Unternehmensbeteiligung und Ertler Holding beteiligen sich ebenfalls an der aktuellen Runde.

„Propster fokussiert stark auf die Verbesserung der digitalen Consumer Experience im Prozess des Immobilienerwerbs und -managements, damit die digitale Konfiguration von Wohnungen bald so einfach ist, wie dies bereits in der Automobilindustrie der Fall ist. Ausschlaggebend für das Investment war letztlich auch das visionäre Team sowie die beeindruckende Wachstums- und Internationalisierungstraktion“, kommentiert Leon Ahlers, Investment Manager aws Gründerfonds.

Das Kapital soll vorwiegend in die Erschließung neuer Märkte in Russland, dem Emirat Dubai und den USA sowie die Weiterentwicklung des Produkts mit zusätzlichen Funktionen fließen, heißt es vom Startup. Derzeit bedient das PropTech mit 33 Mitarbeitern etwa 90 Kunden in Deutschland, Österreich, Schweiz, Großbritannien und Italien. Mit einem Projektvolumen von rund drei Milliarden Euro kommt die Plattform aktuell insgesamt bei knapp 15.000 Wohn- und Büroeinheiten zum Einsatz. Zu den Referenzkunden zählen Strabag, die Frank Gruppe, APO Projekt, Corpus Sireo und die ZIMA Unternehmensgruppe.

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Die Entrahmungsanlage und Michael Altrichter | (c) 2nd Cycle

Anfang 2024 ist 2nd Cycle mit dem Ziel gestartet, gebrauchte Photovoltaikmodule automatisiert zu prüfen und wiederzuverwerten. Nun meldet das Amstettner Startup den ersten Verkauf einer Anlage: Die DAKA Entsorgungsunternehmen GmbH & Co. KG hat als erster Kunde eine vollautomatische Entrahmungsanlage für PV-Module erworben. Die Anlage ist laut Aussendung bereits in Betrieb.

Die Anlage erkennt unterschiedliche Modulformate und entfernt die Aluminiumrahmen automatisch. Sowohl intakte als auch bereits gebrochene, gerahmte Module können ohne mechanische Umrüstung verarbeitet werden. Das Unternehmen betont, dass die Anlage besonders materialschonend arbeite. Das soll zu einer hohen Reinheit der verwertbaren Rohstoffe Glas und Aluminium führen und damit den Wert der recycelten Materialien steigern. Nach eigenen Angaben handelt es sich um die erste vollautomatische Entrahmungsanlage für PV-Module am Markt.

Baustein einer vollautomatischen Recyclingstraße

Die Entrahmungsanlage ist eine zentrale Komponente einer von 2nd Cycle entwickelten vollautomatischen Recyclingstraße für gebrauchte PV-Module. Die Prozesskette ist auf Zero-Touch-Betrieb, hochreine Wertstofffraktionen und einen Durchsatz von bis zu 90 Modulen pro Stunde ausgelegt. Weitere Module für Reinigung, Entfernung der Anschlussdose und Delamination seien teilweise bereits entwickelt oder stünden kurz vor dem Abschluss, heißt es in der Aussendung. DAKA kann die Entrahmungsanlage eigenständig betreiben und später um weitere Komponenten ergänzen.

(c) 2nd Cycle

„Mit der ersten Kundenanlage zeigen wir, dass sich die automatisierte Aufbereitung von PV-Modulen in den industriellen Betrieb eines Entsorgungsunternehmens integrieren lässt. Entscheidend sind ein stabiler Prozess, definierte Fraktionen und ein planbarer Durchsatz“, sagt Simon Prüller, CEO und Co-Founder von 2nd Cycle.

Als Argument für den Bedarf verweist das Startup auf Zahlen des Joint Research Centre der Europäischen Kommission. Dieses erwartet für die EU-27 ein kumuliertes Aufkommen von sechs bis 13 Millionen Tonnen PV-Abfall bis 2040 und 21 bis 35 Millionen Tonnen bis 2050.

Altrichter: „Dieser Stein ist ein massives Gebirge“

2nd Cycle wurde im Jänner 2024 von einem fünfköpfigen Team um Simon Prüller als FlexCo gegründet. Bereits bei der Gründung sollen Business Angel Michael Altrichter und die Amstettner Müller Gutenbrunn Group mit jeweils sechsstelligen Beträgen eingestiegen sein. Im Oktober 2025 folgte eine Finanzierungsrunde über rund eine Million Euro, unter anderem mit eQventure, Angels United und Buzzard Energy. Damals erwirtschaftete das Startup bereits erste Umsätze mit der automatisierten Prüfung von PV-Modulen, etwa mit einem Auftrag der EVN zum Test des beim Hochwasser 2024 überfluteten Photovoltaik-Kraftwerks Dürnrohr.

Altrichter ordnet den ersten Verkauf entsprechend ein: „Das erste verkaufte Produkt ist für jedes Startup ein Meilenstein. Im Falle von 2nd Cycle ist dieser Stein ein massives Gebirge: Das Produkt ist riesig, der Sales-Prozess komplex, der Markt entwickelt sich dynamisch. Umso beeindruckender ist dieser Erfolg!“

Zuletzt wurde 2nd Cycle auch mehrfach ausgezeichnet. Im September gewann das Startup beim Generali SME EnterPRIZE 2026 die Startup-Kategorie, die mit 10.000 Euro dotiert ist. Beim Riz up Genius Ideen- und Gründerpreis hatte das Projekt schon vor der Gründung den zweiten Platz in der Kategorie ökologisch genial belegt, bei der heurigen Jubiläumsverleihung war 2nd Cycle als Alumni vertreten.

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