29.06.2018

Österreichs kräftige Stimme im internationalen Business Angel-Netzwerk

Zum dritten Mal in Folge wurde die österreichische Business Angelina Selma Prodanovic ins Board des europäischen Business Angel-Netzwerks EBAN gewählt. Wir sprachen mit ihr über Österreichs Rolle in der Organisation.
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Selma Prodanovic - EBAN
(c) Selma Prodanovic

Mit 197 Mitglieder-Organisationen aus rund 50 Ländern ist EBAN (European Business Angel Network) das weltweit größte Business Angel-Netzwerk. Seit 2013, einem Jahr nach ihrer Gründung, ist die österreichische aaia in der 1999 gegründeten Organisation vertreten. Auch I2 Business Angels des aws und das Business Angel Institute sind von österreichischer Seite dabei. Besonders starkes Engagement zeigt seit dem Beitritt der aaia die „Grande Dame der österreichischen Startup Szene“, Selma Prodanovic. „Bereits im ersten Jahr 2013 haben wir den EBAN-Kongress in Wien organisiert. Er war bis jetzt das größte Business Angel Event, das jemals in Österreich stattgefunden hat“, erzählt sie im Gespräch mit dem Brutkasten.

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Prodanovic zum dritten Mal in Folge im Board

Im Jahr darauf, 2014, wurde Prodanovic erstmals von der Vollversammlung ins Board der EBAN gewählt. Beim EBAN-Kongress 2018 vor wenigen Tagen in Sofia/Bulgarien wurde sie dort abermals bestätigt und tritt nun ihr drittes Mandat an. Das Board hat nun nach 19 Vertretern in der Vorperiode erstmals 22 Mitglieder. Prodanovic will ihre Position, wie auch in den vergangenen zwei Perioden unter anderem dafür nutzen, Österreich eine kräftige Stimme im Netzwerk zu verleihen.

„Wir können uns dadurch hervorragend positionieren“, sagt sie. „Als kleines Land spielen wir hier schon längere Zeit eine wichtige Rolle“. Es ginge aber nicht nur um die Positionierung, sondern es sei eine „Two-Way-Street“. Das Netzwerk bringe auch einzigartige Zugänge, wertvolle Informationen und die Möglichkeit, auf internationaler Ebene mitzugestalten.

EBAN: Globale Vorreiterrolle

Prodanovic betont auch die über Europa hinausgehende Rolle von EBAN. „Die Organisation hat etwa wesentlich zum Aufbau der Partner-Netzwerke am afrikanischen und am südamerikanischen Kontinent beigetragen“, erzählt sie. Sie selbst habe beispielsweise vergangenes Jahr eine Business Angel Masterclass in Kapstadt/Südafrika geleitet.

mySugr und Hansmann holten sich Award in Sofia

Neben Prodanovic sind auch aaia-Geschäftsführerin Lisa Fassl und Hansi Hansmann stark in der EBAN engagiert. „Wir teilen uns die Agenden gut auf“, sagt Prodanovic. Hansmann wurde von der Organisation 2015 auch zum Early Stage Investor des Jahres gekürt. Übrigens nicht der einzige Preis der Non-Profit-Organisation, der bislang nach Österreich ging. „Wir holen seit unserem Beitritt jährlich Preise. Jetzt in Sofia haben sich etwa mySugr und Hansi Hansmann einen Award geholt. UniSpotter hat einen zweiten Platz ergattert“, erzählt Prodanovic.

Livestream Interview vom Webit Sofia mit Selma Prodanovic

Live from Webit with Business Angelina Selma Prodanovic, about her third mandate on the board of European Business Angels Network, the new award from the EBAN conference in Sofia, the success of the Austrian Startups (UNIspotter, Wohnwagon) and Austrian Angel Investors Association at the conference and much more!

Gepostet von DerBrutkasten am Dienstag, 26. Juni 2018

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iDWELL-Gründer und CEO Alexander Roth mit COO Anna-Katharina Matzenberger | Foto: iDWELL

Das 2017 gegründete Wiener PropTech iDWELL hat sich frisches Kapital gesichert: Der US-Kapitalgeber Riverside Acceleration Capital (RAC) stellt dem Unternehmen einen siebenstelligen Euro-Betrag zur Verfügung. Anders als bei der Finanzierungsrunde im November 2024 handelt es sich diesmal aber um kein Investment im klassischen Sinn.

„Es handelt sich um eine nicht verwässernde Wachstumsfinanzierung. Die Eigentümerstruktur von iDWELL wird dadurch nicht verändert“, bestätigt Gründer und CEO Alexander Roth auf Anfrage von brutkasten. Zu Laufzeit, exakter Höhe und Rückzahlungsmodell will sich das Unternehmen nicht äußern: Mit RAC sei Stillschweigen vereinbart worden.

RAC verfolgt nach eigener Darstellung zwei Strategien: Minderheitsbeteiligungen über RAC Growth Equity und nicht verwässernde Wachstumsdarlehen über RAC Growth Lending. Nach eigenen Angaben hat der Kapitalgeber seit seiner Gründung 2016 mehr als 100 B2B-Softwareunternehmen unterstützt. RAC ist Teil von The Riverside Company.

Bestandsinvestoren: Unterstützung ja, Beteiligung offen

Im November 2024 hatte iDWELL rund zehn Millionen Euro in einer klassischen Runde aufgenommen (brutkasten berichtete). Lead-Investor war die Amsterdamer Investmentgesellschaft Knight Capital, auch die bestehenden Investoren Flashpoint Venture aus London und Wecken & Cie aus Basel beteiligten sich.

Warum diesmal Fremd- statt Eigenkapital, beantwortet Roth allgemein: „In der aktuellen Unternehmensphase war eine nicht verwässernde Finanzierung die passende Lösung.“ Seit der letzten Runde habe man den Umsatz „signifikant“ gesteigert. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Die langjährigen Bestandsinvestoren würden den eingeschlagenen Wachstumskurs „weiterhin voll“ unterstützen. Ob sie sich an der aktuellen Finanzierung beteiligt haben, lässt die Antwort offen.

Auch auf die Frage, wie stark der wiederkehrende Jahresumsatz (ARR) zuletzt gewachsen ist und ob iDWELL heute cash-flow-positiv arbeitet, gibt es keine Zahlen. Man verfüge über eine „solide langfristige Basis“, heißt es dazu.

Kapital fließt in KI-Produkte

Das Geld soll in den Ausbau der KI-gestützten Produktwelt fließen. Ein Schwerpunkt liegt auf „iDWELL Finance“, einer Lösung für automatisiertes Rechnungsmanagement. Sie stammt vom Wiener Startup domonda, an dessen Finanzsoftware sich iDWELL im Dezember 2025 die exklusiven Rechte für die Immobilienbranche gesichert hatte (brutkasten berichtete). Domonda hatte im Juni 2023 Insolvenz angemeldet und wurde zwei Monate später saniert. Nach Angaben von iDWELL setzten Ende 2025 rund 100 Immobilienunternehmen die Lösung ein.

Zweiter Baustein ist die hauseigene KI „Greta-AI“, die Verwaltungs-, Dokumentations- und Rechnungsprozesse automatisieren soll. Christian Stein, Senior Partner bei RAC, verweist auf die Positionierung im deutschsprachigen Raum und das Ökosystem an ERP-Integrationen, mit dem iDWELL die Digitalisierung der professionellen Immobilienverwaltung vorantreiben könne.

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