26.01.2022

Probando sichert sich begehrten Platz im „Scaleup4Europe HealthLab“

Das Grazer Startup Probando hat sich bei "Scaleup4Europe HealthLab" als eines der besten europäischen Digital-Health-Startups durchgesetzt.
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Probando
(c) Katja Koller - Das Probando-Team.

Probando, der Internet-Marktplatz für Studien, hat sich bei Scaleup4Europe HealthLab als eines der besten europäischen Digital-Health-Startups durchgesetzt und einen der zehn Plätze erhalten. Das Grazer Startup wird nun durch das grenzüberschreitende EU-Projekt gefördert und mittels eines Programms für europäische Scaleups und Startups dabei unterstützt, grenzüberschreitend zu wachsen.

„Es ist eine große Auszeichnung für uns, dass wir von der Jury aus dem Kreis der Bewerber als eines der besten Digital-Health-Startups ausgewählt wurden, um am ‚Scaleup4Europe HealthLab‘ teilzunehmen. Die Entscheidung bestätigt uns auf unserem Weg und spornt uns an, Probando weiter zu verbessern“, sagt Matthias Ruhri, Co Founder und Geschäftsführer.

Skalierungschance für Probando

Es sei von unschätzbarem Wert, dass Probando die Möglichkeit habe, Ideen und Expertise internationaler wachstumsstarker Startups zu nutzen, um die eigenen Innovationsvorhaben voranzutreiben, so Ruhri weiter.

Der Startup-Accelerator „Scaleup4Europe“ bietet den zehn ausgewählten Unternehmen ein maßgeschneidertes Readiness-Service an. Mit der Idee, ihre Geschäftsmodelle so zu skalieren, dass sie den nächsten Schritt für nachhaltigen Erfolg gehen können. Im HealthLab haben sie zudem die Möglichkeit, sich mit relevanten Playern der Branche zu vernetzen, die sie dabei unterstützen sollen, neue Märkte zu erschließen. Außerdem wird die Zusammenarbeit mit öffentlichen Organisationen gefördert.

Teil des Horizon 2020-Programms

Das gesamte Projekt wird durch das Horizon-2020-Programm der Europäischen Union finanziert. Es hat sich mit vier europäischen Startup-Ökosystemen zusammengetan, um Tech-Innovationen in #HealthTech, #AgTech, #AgileManufacturing und #SmartRegion voranzutreiben.

Konkretes Ziel ist die Einrichtung von vier grenzüberschreitend arbeitenden „Scaleup Labs“. Dabei sollen sich die vier Partner-Startup-Ökosysteme und ihre Deep-Tech-Mitgliedergemeinschaften miteinander verbinden und so ein dauerhaftes und größeres regionales Scaleup-Supportsystem schaffen.

Die „Scaleup Labs“ basieren auf dem „Living-Lab-Konzept“ und unterstützen qualifizierte Scaleups beim Erreichen eines „Proof of Scalability“, der erreicht ist, wenn die Scaleups alle Anforderungen an die allgemeine Technologie-, Markt-, Organisations- und Investorenreife erfüllen und ihre Innovation an einen konkreten Kundenbedarf angepasst ist.

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Prewave
Harald Nitschinger, Gründer von Prewave | (c) Prewave

Es nennt sich Quantified Resilience und soll zeigen, was Lieferkettenrisiken tatsächlich kosten. Das neue Portfolio des Wiener Startups adressiert die Risikolandschaft für globale Lieferketten, die sich seit Covid, der Chipknappheit sowie dem Krieg im Iran und in Russland verändert hat. Unternehmen haben in den vergangenen Jahren darauf reagiert und auf mehr Transparenz gesetzt, mehr Lieferanten überwacht und mehr Signale und Warnmeldungen verfolgt. Doch Einkaufsteams wollen nicht mehr Informationen, meint Co-Founder und seit Jänner alleiniger CEO Harald Nitschinger. „Sie wollen eine belastbare Entscheidungsgrundlage“, sagt er und bezieht sich auf eine Gartner-Studie aus 2026 mit dem Titel: „Market Overview for Supplier Risk Management Solutions.“ Teams, die ihre Zeit damit verbringen, schwer fassbare Risiken bei Sub-Tier-Lieferanten zu recherchieren und zu bewerten, hätten kaum Kapazitäten, um langfristige Resilienz aufzubauen.

Prewave: KI-Agenten übernehmen Recherche

Hier soll Quantified Resilience helfen, die globalen Risikodaten von Prewave mit den eigenen Daten eines Unternehmens zu verbinden, darunter Stücklisten, Lagerbestände, alternative Bezugsquellen und Umsatzzahlen. Spezialisierte KI-Agenten würden dann die Recherche übernehmen, Risiken priorisieren und deren mögliche finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen bewerten.

Ein Bestandteil des neuen KI-Portfolios heißt Prewave Respond und beinhaltet KI-Agenten, die Signale aus der gesamten Plattform bündeln und Risikosituationen danach ordnen, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Risikomanager würden so auf einen Blick sehen, welche Situationen jetzt Aufmerksamkeit erfordern und welche warten können. Die Agenten lassen sich an die eigenen Prozesse und Prioritäten des jeweiligen Unternehmens anpassen.

Plattform zeigt Betroffenheit

„Die Bewertung einer Störung hat unser Risikoteam früher einen halben Tag gekostet, plus Abstimmung mit den Konzerneinkäufern, um die Auswirkungen auf die Lieferanten zu verifizieren“, erklärt Verena Rausch, Group Risk Manager bei der Vaillant Group, wie Prewave den Aufwand bei der Bewertung einzelner Störungen reduziert. „Beim Erdbeben von Kumamoto hat Prewave rund 50 aufgezeigte Lieferanten auf 11 eingegrenzt, die geprüft werden mussten, und einen unmittelbaren Produktionsstopp aufgezeigt. Das verkürzt den Zeitaufwand für jede Bewertung.“

Der Schlüssel zu dieser Priorisierung liege darin zu verstehen, was eine Störung für das Geschäft bedeutet. Die Prewave-Plattform kombiniert Informationen zu globalen Ereignissen, Lieferantenstandorten, Tier-n-Beziehungen und Rohstoffabhängigkeiten mit den eigenen Lieferketten- und ERP-Daten des Unternehmens. Sie zeige so, welche Lieferanten, Materialien oder Produkte tatsächlich betroffen sind.

Für Nitschinger ist Quantified Resilience der nächste Schritt im Umgang mit zunehmend komplexen Lieferkettenrisiken: „Unseren Kunden fehlt es nicht an Informationen. Im Gegenteil, sie werden mit Warnmeldungen, Ratings und Lieferanten-Updates überflutet. Wir geben ihnen jetzt Werkzeuge an die Hand, die diese Signale in eine konkrete Entscheidungsgrundlage verwandeln: Was verdient meine Aufmerksamkeit? Wo bin ich tatsächlich exponiert? Was steht finanziell auf dem Spiel? Und wo sollten wir Resilienz aufbauen, um die größte Wirkung zu erzielen? Quantified Resilience macht diese Zusammenhänge messbar und damit steuerbar.“

Resilienz von Kostenfaktor soll zur Investitionsentscheidung werden

Über die Priorisierung hinaus berechnet Prewave die finanziellen Auswirkungen einer Störung anhand von Daten wie Lagerbeständen, Stücklisten und Umsatz, heißt es. Damit soll die Resilienz von einem Kostenfaktor zu einer Investitionsentscheidung werden. Unternehmen könnten Ausgaben dorthin lenken, wo sie am meisten bewirken, und sie gegenüber Geschäftsführung und Vorstand mit belastbaren Zahlen untermauern.

Künftig will Prewave diesen Ansatz nutzen, um die Lieferketten seiner Kunden ganzheitlich und proaktiv zu optimieren. Prewave Optimise, ein weiteres Tool aus der „Quantified Resilience“-Strategie, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet, soll zeigen, wo Absicherungen über das notwendige Maß hinausgehen und wo gefährliche Lücken bestehen. Ziel ist ein Lieferantennetzwerk, das Kosten und Resilienz entsprechend der individuellen Risikobereitschaft eines Unternehmens ausbalanciert.

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