06.12.2021

Probando: Das Grazer Studien-Startup will euer Blut

Wegen Corona droht den Spitälern eine Blutknappheit. Daher haben Probando und das Rote Kreuz eine Spendenaktion ins Leben gerufen.
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Probando, Blut spenden, Rotes Kreuz
(c) Katja Koller - Das Probando-Team bittet am siebten Dezember zur Blutabgabe.

Die Covid-19-Krise hat nicht nur den Effekt, dass die Pflegekräfte an ihre Limits gehen und Intensivstationen ausgelastet sind, es wird auch weniger Blut gespendet. Daher wird in Österreich das Blut knapp. Deshalb ruft das Grazer Startup Probando gemeinsam mit dem Roten Kreuz zum Blutspenden auf.

„Startups spenden Blut“ heißt die Aktion, die am 7. Dezember, 12 bis 14 Uhr in Graz stattfindet. Ziel ist, dass sich andere Startups der Aktion anschließen und die Mitarbeiter der Unternehmen das dringend benötigte Blut spenden. Das Rote Kreuz steht im Unicorn, dem Startup-Hub der Uni Graz (Schuberstraße 6a) bereit, um Spender zur Ader zu lassen. Es wird um Anmeldung gebeten.

Über 15 Startups bei Aktion dabei

Hinter der Aktion steckt Natalie Maier, Junior Marketing Managerin beim Grazer Startup, die mit der Aktion wieder einen gesellschaftlichen Mehrwert stiften möchte: „Grundsätzlich ist die Idee dahinter, dass Startups ihre Energie meist auf Dinge richten, um Lösungen für Herausforderungen zu kreieren. Nun ist es in Österreich so, dass Covid-bedingt weniger Menschen Blut spenden und dringend Spender:innen gesucht werden. Deshalb haben wir die Aktion ‚Startups spenden Blut‘ ins Leben gerufen. Mittlerweile unterstützen uns schon 18 Startups und Organisationen dabei“, sagt Maier.

Probando und Rotes Kreuz federführend

Als Partner mit dabei ist das Rote Kreuz, das gemeinsam mit Probando die Aktion verwirklicht hat. Spenderblut wird in den Krankenhäusern dringend benötigt, denn rund alle 90 Sekunden wird eine Blutkonserve gebraucht, aber nur 3,5 Prozent aller Österreicher:innen spenden Blut – und zurzeit weniger. Der Blutmangel erschwert die Situation der Intensivstationen in der momentanen Corona-Notlage noch einmal.

„Als wir dies erfahren haben, haben wir uns sofort entschlossen zu helfen und die Aktion ins Leben gerufen“, sagt Probando-Geschäftsführer Matthias Ruhri, der zugleich in Erinnerung ruft, dass Blutspenden trotz Lockdown möglich sei. Auch Personen, welche nicht in einem Startup arbeiten, sind dazu aufgerufen.

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(c) Adobe Stock

Mit dem Marienkäfer-förmigen Sensor „Mary“, der an der Unterwäsche von Babys und Kleinkindern angebracht werden kann, und dort Vitalwerte wie Temperatur und Atmung misst, wollte das Klagenfurter Startup Sticklett durchstarten. 2016 gestartet, holte man sich 2017 ein sechsstelliges Investment, wie brutkasten berichtete. 2018 schloss man eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne ab, im Jahr danach gab es eine Investment-Zusage in der Show 2 Minuten 2 Millionen – samt Listung bei Bipa. Hinzu kam eine ganze Reihe von Awards in den Folgejahren.

„Geschäftsverlauf ist hinter den Erwartungen geblieben“

Doch der große Durchbruch gelang dem Startup seitdem nicht. Und wie die Kreditschutzverbände nun vermelden, musste das Unternehmen einen Konkursantrag einbringen.

Die Kosten für Produktentwicklung und Markteinführung seien in den ersten Jahren primär durch Eigenmittel und Förderungen gedeckt worden, wird beim AKV aus dem Konkursantrag zitiert. „Der Geschäftsverlauf ist jedoch trotz grundsätzlich guter Voraussetzungen (funktionierende Produkte; funktionierender Produktionsprozess) letztendlich leider hinter den Erwartungen geblieben, da es nicht gelungen ist, die Produktionskosten auf ein solches Maß zu senken, dass auch die Attraktivität und damit die Nachfrage am Markt eine entsprechende Steigerung erfahren hätte.“

Zuletzt geplatztes Millioneninvestment

Für Vertriebs- bzw. Marketingaktivitäten, die es ermöglicht hätten, einen weit größeren Bekanntheitsgrad zu erlangen und damit einen weit größeren Markt zu erschließen, habe das Geld nicht ausgereicht. Zuletzt habe man noch intensiv versucht, Investor:innen zu finden und dabei auch über ein Investment in Höhe von einer Million Euro verhandelt. „Bedauerlicherweise ist es – trotz zunächst auch positiv abgeschlossener Gespräche – dann zu keiner Umsetzung des Investments gekommen“, heißt es von Sticklett. Entsprechend könne man aktuell keine positive Fortbestandsprognose stellen.

Möglicher Sanierungsantrag steht noch im Raum

Insgesamt sind zwölf Gläubiger:innen betroffen. Dienstnehmer:innen hatte das Unternehmen hingegen zuletzt keine mehr. Die Passiva betragen 550.527 Euro. Diesen stehen laut Unternehmensangaben Aktiva von rund 124.000 Euro gegenüber. Es scheint aber noch einen Hoffnungsschimmer für das Startup zu geben: Noch stehe nicht fest, ob ein Sanierungsplan gestellt werden kann oder nicht, heißt es im Konkursantrag.

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