16.07.2018

primeCrowd Select Night Vol. 9: Startups revolutionieren den Handel

Wie jede Branche muss auch der Handel bei der Digitalisierung Schritt halten. Wie das gelingen kann und welchen Beitrag Startups leisten können, darüber unterhielten sich bei der primeCrowd Select Night Vol. 9 namhafte Personen aus der Handelsbranche.
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primeCrowd Select Night Vol. 9
(c) Handelsverband. Das Panel bei der primeCrowd Select Night Vol. 9.

Am 12. Juli fand in Wien die primeCrowd Select Night Vol. 9 statt. Passend zum Thema „The New Deal. Wie Startups den digitalen Handel revolutionieren“ kooperierte primeCrowd mit dem Handelsverband. Händler, Startups, Investoren, Business Angels, und sonstige Interessierte waren eingeladen. Man tauschte sich über aktuelle Retail-Trends, Innovationen und Herausforderungen wie DSGVO, Geoblocking und ePrivacy aus.

Handelsunternehmen kooperieren immer häufiger mit Startups

Die Digitalisierung macht vor keiner Branche Halt. Auch der Handel stehe vor großen Transformationen, so der Geschäftsführer des Handelsverbands, Rainer Will. „Aktuell gibt es eine ganze Reihe technologischer Innovationen, die das Potential haben, den Handel fundamental zu verändern. Sei es Künstliche Intelligenz, Big Data, das Internet der Dinge, die Blockchain oder auch der globale Siegeszug von Plattformen wie Amazon oder Alibaba. Viele österreichische Handelsunternehmen arbeiten daher bereits erfolgreich mit Startups zusammen. Andere gehen sogar noch weiter und haben eigene Accelerator-Programme gestartet.“

primeCrowd Select Night Vol. 9  mit hochkarätigem Panel

So eröffnete er die Podiumsdiskussion, und bat die vier Diskussionsteilnehmer auf die Bühne: Johannes Cech, Business Angel und ehemaliger Gesellschafter bei Geizhals.at, Eustachius Kreimer, Head of IT & Business Development bei Blue Tomato, Andreas Pinterits, Head of Product, Strategy & Business Development bei Post eCommerce GmbH/Shöpping.at sowie Markus Kainz, Founder & CEO von primeCrowd. Die Teilnehmer waren sich einig, dass Startups einen wichtigen Beitrag zum Innovationsprozess im Handel leisten können. Denn hier könnten Startups gegenüber etablierten Unternehmen ihre Stärken ausspielen: „Sie brauchen keine Rücksicht auf historisch gewachsene IT-Systeme und Datensilos zu nehmen. Das erleichtert die Verknüpfung sämtlicher Kanäle und die Schaffung einer einheitlichen Datenbasis enorm“, erklärte Eustachius Kreimer. Als größte Herausforderung beim Thema Omnichannel-Handel wurde das Thema Lagerstand und Verfügbarkeitsprüfung genannt: „Die Verfügbarkeit ist die größte Herausforderung im Omnichannel-Handel. Viele schaffen es nicht, den Lagerbestand ihrer Shops in Echtzeit darzustellen“, so Johannes Cech.

„Größe zählt nicht als Argument“

Markus Kainz fügte hinzu, dass heimische Innovation jedoch auch stärker gefördert werden müsse: „In Österreich heißt es immer, wir sind so klein und müssen ins Ausland. Aber Israel ist auch nicht größer und hat eine extrem innovative Startup-Szene. Größe zählt also nicht als Argument. Es braucht einfach die richtigen Anreize, auch für Investoren. Beispielsweise einen Steuerfreibetrag für Risikokapitalgeber.“

Pitches von zwei Wiener Startups

Zum Abschluss das Abends pitchten schließlich zwei Wiener Startups. Alexander Roth von iDwell stellte seine CRM-Software vor, die die Kommunikation zwischen Eigentümern, Mietern und Hausverwaltung optimieren und Arbeitsprozesse automatieren soll. Stefan Strohmer und Patrick Schubert präsentierten Orderlion: „Sämtliche gastronomischen Bestellprozesse werden in nur einer Plattform zentral verwaltet und abgewickelt. Dabei gibt es keine Einschränkungen bezüglich Lieferantenanzahl, und auch Lieferanten die noch nicht Teil des Orderlion Netzwerks sind, können bei Bedarf hinzugefügt werden.“


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(c) Startups for Europe
(c) Startups for Europe

Bislang wurde Startup-Europa durch zwei Organisationen auf europäischer Ebene vertreten: Das European Startup Network (ESN) fungierte primär als Dachverband der nationalen Startup-Organisationen wie etwa AustrianStartups in Österreich. Allied for Startups, dessen Netzwerk auch mehrere außereuropäische Organisationen umfasst, trat als Interessensvertretung für Startup-politische Anliegen auf EU-Ebene auf. Nun schlossen sich die beiden Verbände zu „Startups for Europe“ mit Sitz in Brüssel zusammen.

„Europa zum besten Ort der Welt zu machen, um ein Unternehmen zu gründen, zu skalieren und im Wettbewerb zu bestehen“

Die Mission sei mutig und einfach: Europa zum besten Ort der Welt zu machen, um ein Unternehmen zu gründen, zu skalieren und im Wettbewerb zu bestehen, heißt es in einer Presseaussendung zum Start. In dieser werden einmal mehr die bekannten Probleme europäischer Startups thematisiert: mangelndes Risikokapital, Bürokratie, Fragmentierung und die aus all dem resultierende Abwanderung von Startups. „Das ist kein Schicksal, sondern ein Regelwerk – und Regeln können neu geschrieben werden“, konstatiert man bei Startups for Europe.

„Durch den Zusammenschluss machen wir aus der Erfahrung von Tausenden Gründer:innen echtes politisches Gewicht. Europa hat alles, was es braucht, um führend zu sein. Jetzt muss es seine Gestalter:innen bauen lassen“, kommentiert Simon Schaefer. Der bisherige Allied-for-Startups-Präsident ist nun Präsident von Startups for Europe. Schaefer war auch Co-Initiator der Initiative EU-INC. Ein weiterer Co-Initiator, der gebürtige Österreicher Andreas Klinger, ist nun auch Teil des neu gebildeten Vorstands von Startups for Europe – ebenso wie AustrianStartups-CEO Hannah Wundsam.

Wundsam: „Wir können es uns nicht mehr leisten, nur innerhalb unserer Landesgrenzen zu denken“

Wundsam kommentiert auf brutkasten-Anfrage: „Die EU-INC-Initiative hat gezeigt: Echte Reformen in Europa brauchen eine starke, klare Stimme von außen. Wir können es uns nicht mehr leisten, nur innerhalb unserer Landesgrenzen zu denken. Auch nicht in der Politik. Die Rahmenbedingungen für Startups werden in Brüssel gesetzt. Deshalb müssen wir unsere Kräfte bündeln und gemeinsam unüberhörbar sagen, was sich ändern muss, damit Europa der Ort wird, an dem die Zukunft gebaut wird.“

Konkrete und übergeordnete Ziele altbekannt

Die Umsetzung der paneuropäischen Rechtsform EU Inc. ist auch – wie nicht anders zu erwarten – eines der zentralen konkreten Anliegen der neuen Dachorganisation. Daneben nennt man den European Innovation Act, die Spar- und Investitionsunion und die Regulierung von KI und dem digitalen Bereich als konkrete Bereiche, die priorisiert werden sollen. Die übergeordneten Ziele überraschen ebenso wenig: ein echter europäischer Binnenmarkt für Startups, mehr verfügbares Kapital und das Ziel, Frontier-Technologien tatsächlich am Kontinent zu Größe zu bringen.

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