10.02.2020

primeCROWD pumpt 2 Millionen Euro in Übernahme von MedTech

Das österreichische Investoren-Netzwerk primeCROWD stellte die höchste Finanzierungssumme seit Gründung auf. Konkret geht es um zwei Millionen Euro, die für die Übernahme des Bremer MedTechs Molzym durch die Gradian Diagnostics Holding-Gesellschaft zum Einsatz kommen.
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primeCROWD
v.l.n.r.: Gabriel Tirouflet (Gradian Diagnostics) und Michael Lorenz (Molzym) besiegeln den Deal | (c) Molzym

Das österreichische Investoren-Netzwerk primeCROWD hat einen neuen Rekord aufgestellt. Im Rahmen der Übernahme des Bremer MedTechs Molzym durch die US-amerikanische Holdinggesellschaft Gradian Diagnostics wurde die höchste Finanzierungssumme erzielt, die jemals für ein Investment aus dem primeCROWD Netzwerk aufgebracht wurde. Die Summe beläuft sich auf zwei Million Euro.

+++ primeCrowd: knapp 1 Mio. Euro Investment für das Startup-Investoren-Netzwerk +++

MedTech: Diagnose bei Blutvergiftung

Molzym wurde 2003 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Bremen. Das zwanzigköpfige Team besteht aus Ärzten, Forschern, Technikern und Laborspezialisten. Das MedTech hat sich auf Lösungen für die molekulare Mikrobiologieforschung und die routinemäßige mikrobielle Pathogendiagnostik spezialisiert.

Zu den Kunden zählen viele der weltweit führenden Krankenhäuser und Labors. Als wichtigste Entwicklung gilt ein Diagnostikverfahren, mit dem es gelingt, Bakterien bei einer Blutvergiftung (Spesis) zu identifizieren. Dies soll eine frühzeitige und gezielte Antibiotika-Behandlung ermöglichen und so die Überlebenschancen von Patienten erhöhen.

USA-Expansion finanziert

Gradian Diagnostics ist hingegen eine Holdinggesellschaft, die sich auf Investments in Diagnoselösungen spezialisiert hat. Im Investment-Fokus stehen Unternehmen mit bereits validierten Produkten.

Die Holdinggesellschaft hat ihren Sitz in den USA, ein Umstand der für die Übernahme durchaus von Relevanz ist. Michael Lorenz, Gründer von Molzym, erläutert: „Als Teil von Gradian Diagnostics können wir unser Wachstum beschleunigen und nun in den USA Fuß fassen.“

primeCROWD: DACH-Expansion

Die Aktivitäten des österreichischen Investoren-Netzwerks primeCROWD beschränken sich seit geraumer Zeit nicht mehr nur auf Österreich.

Ende 2018 forcierte das Unternehmen seine Expansion in den DACH-Raum. Unter anderem erfolgte eine Büroeröffnung in München, die als Ausgangspunkt dienen sollte, um den Markt in Deutschland und der Schweiz in Angriff zu nehmen – der brutkasten berichtete.

Laut primeCROWD werden im DACH-Raum mittlerweile rund 1.400 Investoren mit Inkubatoren, Acceleratoren sowie Venture Capital Fonds vernetzt.


=> zum Investoren-Netzwerk

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© Wiener Börse/Nik Pichler

Österreichische Unternehmen setzten im bisherigen Jahresverlauf 2026 positive Impulse am Kapitalmarkt, auch wenn die Belebung noch nicht alle Marktsegmente erfasste. Wie das aktuelle IPO Barometer der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY zeigt, stehen vier Neuzugänge an der Wiener Börse, ein neuer ATX-Rekord sowie zwei Börsengänge österreichischer Unternehmen im Ausland zu Buche.

Die zwei Auslands-Listings waren das Unternehmen Asta Energy, das im Jänner in Frankfurt an die Börse ging, sowie Innio Jenbacher mit dem Börsengang im Juni an der Nasdaq. Parallel dazu entwickelte sich der heimische Aktienmarkt stark: Der ATX inklusive Dividenden erreichte am 28. September mit 17.618,00 Punkten ein neues Allzeithoch und liegt seit Jahresbeginn mehr als 30 Prozent im Plus.

Vier Neuzugänge an der Wiener Börse

Am österreichischen Kapitalmarkt verzeichnete die Wiener Börse im laufenden Jahr vier Neuzugänge. Mit dem Handelsstart der Biogena Good Vibes AG am 10. September im Segment direct market plus kam der vierte Neuzugang an die Börse – brutkasten berichtete. Dem Listing ging eine außerbörsliche Kapitalerhöhung mit öffentlichem Aktienangebot voraus. Laut Unternehmensangaben zeichneten mehr als 2.300 neue Aktionär:innen Aktien, wobei sich der Mittelzufluss auf fast 18 Mio. Euro belief. Zuvor gingen dieses Jahr die Emerald Horizon AG im standard market (brutkasten berichtete), die FIT Group AG im direct market plus und die K2G Holding AG im direct market an den Wiener Markt.

Ein klassischer IPO eines österreichischen Unternehmens im geregelten Markt wurde im dritten Quartal hingegen nicht verzeichnet. Seit Anfang Juli ist der direct market plus zudem als EU-KMU-Wachstumsmarkt registriert, was insbesondere Wachstumsunternehmen und KMU den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern soll.

„Für nachhaltige Belebung des IPO-Markts braucht es gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen“

„Das dritte Quartal zeigt ein differenziertes Bild: Ein klassischer IPO im geregelten Markt blieb zwar aus, zugleich belegen die Neuzugänge und insbesondere das zusätzliche Listing von Biogena, dass der Kapitalmarkt auch für österreichische Wachstumsunternehmen eine relevante Finanzierungsoption sein kann. Dass mehr als 2.300 neue Aktionärinnen und Aktionäre gewonnen und fast 18 Millionen Euro eingeworben wurden, ist ein positives Signal für die Mobilisierung privaten Kapitals“, analysiert Martina Geisler, Partnerin und Leiterin IPO bei EY Österreich.

„Für eine nachhaltige Belebung des heimischen IPO-Markts braucht es nun eine gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen. Entscheidend sind eine überzeugende Equity Story, transparente Governance, realistische Bewertungsvorstellungen und die Bereitschaft, den Kapitalmarkt frühzeitig in die Wachstumsstrategie einzubinden. Der EU-KMU-Wachstumsmarkt kann dabei helfen, die Einstiegshürden für kleinere und mittlere Unternehmen zu senken“, so Geisler weiter.

Wer den Kapitalmarkt in Betracht ziehe, müsse daher „frühzeitig Börsenreife herstellen und seine Equity Story klar auf die Bedürfnisse eines internationalen Investorenkreises ausrichten“, heißt es von EY.

Erweiterung im global market

Neben den Neuzugängen erweiterte die Wiener Börse am 9. September den global market – das Handelssegment für bereits an anderen Börsen notierte internationale Aktien – um 45 Titel aus dem Nasdaq 100 und dem S&P 500. Damit sind dort nun erstmals mehr als 1.000 internationale Wertpapiere in Euro, zu Inlandskonditionen und während der Wiener Börsenzeiten handelbar. Bei diesen Einbeziehungen handelt es sich nicht um österreichische IPOs.

Im weltweiten Vergleich blieben die IPO-Märkte im dritten Quartal 2026 mit 367 Börsengängen nahezu stabil (Vorjahresquartal: 374), während das Emissionsvolumen um 79 Prozent auf 93,3 Mrd. US-Dollar stieg. „Die hohen Emissionsvolumina dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erholung des IPO-Markts noch nicht in der Breite angekommen ist. Das dritte Quartal wurde stark von wenigen sehr großen Transaktionen geprägt“, erläutert Geisler.

Weltweit entfielen im dritten Quartal rund 75 Prozent des Platzierungsvolumens auf die Branchen Advanced Manufacturing und Technology. Getragen werde der Markt laut EY von Equity Stories, die auf kritische Infrastruktur und Energie, KI und Robotik sowie Verteidigung einzahlen.

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