10.02.2025
LANDWIRTSCHAFT

Pressgold: NÖ-Startup bietet mit Holzpellets umweltfreundliche Alternative zum Heizen

Das niederösterreichische Startup Pressgold, gegründet von Florian Stöger, erweitert sein Produktportfolio. Neben den Düngepellets produziert das Unternehmen nun auch Holzpellets – eine umweltfreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen.
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Pressgold-Gründer und CEO Florian Stöger © Pressgold

Wie lässt sich die Landwirtschaft nachhaltiger gestalten, ohne an Effizienz einzubüßen? Und wie kann Wärme in Zeiten steigender Energiekosten und wachsender Klimaherausforderungen ressourcenschonend erzeugt werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich Florian Stöger, als er Anfang 2021 sein Startup Pressgold gründete. Unterstützung beim Markteintritt erhielt er vom Startup Center der FH Wiener Neustadt am Campus Wieselburg.

Das junge Unternehmen startete mit der Herstellung nachhaltiger Düngepellets aus Hühnermist. Durch die Wiederverwertung von Abfallprodukten verbrauche man so keine neuen Ressourcen. Ziel ist es, damit die Landwirtschaft umweltfreundlicher zu gestalten. Laut Pressgold bieten die Düngepellets eine „nachhaltige Nährstoffversorgung“ für den Wein-, Gemüse-, Obst- und Getreideanbau. „Die regionale Produktion und enge Zusammenarbeit mit Lieferanten gewährleisten dabei eine gleichbleibend hohe Produktqualität“, so das Startup.

Holzpellets ermöglichen „kostengünstiges und umweltbewusstes“ Heizen

Pressgold erweitert nun sein Produktportfolio. Das Unternehmen bietet ab sofort Holzpellets an, die „kostengünstiges und umweltbewusstes“ Heizen ermöglichen sollen. Gründer Florian Stöger sagt: „Nachhaltigkeit betrifft uns alle. Mit unseren Holzpellets bieten wir eine umweltfreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen und können gleichzeitig unsere Expertise und Infrastruktur optimal nutzen. Damit schaffen wir nicht nur innovative Lösungen, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Energiewende.“

Die neuen Holzpellets seien die Antwort auf eine wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Heizsystemen. Immer mehr Haushalte und Unternehmen suchen nach umweltfreundlichen Alternativen – eine Entwicklung, in der sich Pressgold als Lösungsanbieter sieht. „Mit unseren regional produzierten Holzpellets bieten wir eine zuverlässige Lösung, die den Anforderungen des wachsenden Marktes gerecht wird“, so Stöger.

Ziel: Produktion verdoppeln

Für die Zukunft strebt Pressgold einen Wachstumskurs an. „Unser Ziel ist es, die Produktionskapazitäten sowohl für Dünge- als auch für Holzpellets zu verdoppeln. Damit möchten wir nicht nur die steigende Nachfrage in unseren bestehenden Märkten bedienen, sondern auch neue Märkte im In- und Ausland erschließen“, erklärt Stöger. Darüber hinaus arbeitet das Startup intensiv an neuen Produktlinien, die sowohl die Landwirtschaft als auch den Energiesektor nachhaltig bereichern sollen.

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kalkül
© kalkül - Michael Leister (links) und Lukas Weilguny (rechts) von kalkül.

Entstanden ist kalkül aus einem eigenen Problem. Lukas Weilguny und Michael Leister entwickeln als Selbstständige seit 2017 Software für Unternehmen. Als ihr damals genutztes Rechnungsprogramm nach einer Übernahme spürbar schlechter wurde, sahen sie sich nach Alternativen um und testeten mehr als zehn Buchhaltungsprogramme.

„Wir haben kein einziges gefunden, das wirklich einfach und gleichzeitig auf Österreich zugeschnitten war. Buchhaltung ist der langweiligste Teil im Alltag von Selbstständigen. Niemand will stundenlang eine Software lernen, nur um die erste Rechnung zu schreiben. Genau das ändern wir“, erinnert sich Leister.

kalkül: von 1.000 auf 10.000 Nutzer:innen

Also schufen sie 2023 eine eigene Lösung: Ihre Software, die von der we-dev e.U. betrieben wird, dient der Erstellung von Angeboten und Rechnungen, führt die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mit und deckt Mahnwesen und Zahlungsabgleich ab. Laut Unternehmen ist sie auf die österreichischen Steuervorgaben abgestimmt.

Im November 2024 zählte kalkül 1.000 Nutzer:innen, im Februar 2026 waren es 5.000. Seither hat sich die Zahl innerhalb von sieben Monaten noch einmal verdoppelt. Treibende Kraft hinter dem organischen Wachstum waren den Gründern zufolge persönliche Empfehlungen und die Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Bezahlte Werbeanzeigen testen die Gründer erst seit Kurzem. Das Unternehmen ist eigenfinanziert und hat bis heute keine externe Finanzierung aufgenommen.

Allgemein wird der Markt für Rechnungssoftware im deutschsprachigen Raum von deutschen Anbietern dominiert. Österreich werde dort meist nur als kleines Nischenland mitgedacht. Besonderheiten wie Kleinunternehmerregelung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, BAO-Aufbewahrungspflichten oder Verzugszinsen nach österreichischem Recht werden oft nur oberflächlich abgedeckt, sagen die Founder. Kalkül sei hingegen exakt für diesen Markt gebaut, inklusive Rechnern für Einkommensteuer, SVS-Beiträge, Gewinnfreibetrag und Abschreibungen.

Freemium-Modell

Um Selbstständige gerade zu Beginn zu entlasten, setzt kalkül auf ein Freemium-Modell: Kernfunktionen wie Angebote, Rechnungen, Mahnwesen und die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sind ohne Limits dauerhaft kostenlos. Ein Abo indes schaltet Zusatzfunktionen wie den automatischen Bankabgleich mit über 2.600 Banken frei. Der überwiegende Teil der 10.000 Nutzer:innen verwendet die Gratisversion, wie man mitteilt.

„Als wir das Abo eingeführt haben, gab es dafür wochenlang praktisch keine exklusiven Funktionen. Trotzdem haben Leute bezahlt, einfach um die Entwicklung zu unterstützen. Das war für uns das ehrlichste Feedback, das wir bekommen konnten“, sagt Weilguny.

Integrierte Registrierkassenlösung als nächster Schritt

Als nächsten großen Schritt kündigen die Gründer eine integrierte Registrierkassenlösung an. Parallel baut kalkül die Zusammenarbeit mit Steuerberatern aus: Enger Partner ist die Linzer Kanzlei Raml & Partner, die zwölffach als „Steuerberater des Jahres“ (in der Kategorie „Allrounder Oberösterreich“) ausgezeichnet wurde. Weitere Kooperationen sind geplant. Mittelfristig soll außerdem eine KI-gestützte Belegerkennung Ausgaben automatisch auslesen und kategorisieren.

Welche Funktionen zuerst kommen, entscheidet – laut Foundern – weitgehend die Community: Je häufiger ein Feature angefragt wird, desto weiter rückt es nach vorn. „Wir wollen das einfachste Rechnungsprogramm für Selbstständige in Österreich sein“, sagt Leister. „Mit 10.000 Nutzern sind wir ein gutes Stück weiter, aber bei 376.112 Ein-Personen-Unternehmen im Land haben wir noch viel vor uns.“

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