12.02.2026
INVESTMENT

Predicting Health: Grazer Health-Startup holt sechsstelliges Investment

Mit seiner KI-gestützten Software zur automatisierten Vorhersage von Patientenrisiken und dem frischen Kapital will das Startup nun unter anderem die internationale Skalierung vorantreiben.
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Predicting Health, Risiko Krankenhaus,
(c) Predicting Health - Das Predicting Health-Team.

Das Grazer Startup Predicting Health führt Risikobewertung in Krankenhäusern durch, um das Personal zu unterstützen, frühzeitig potentielle Komplikationen zu erkennen, es zu entlasten und eine finanzielle Mehrbelastung für Spitäler zu verhindern. Nun hat es sich einen mittleren sechsstelligen Betrag in einer Seed-Runde gesichert.

Predicting Health: Lösung aus einer Lücke heraus

Predicting Health ist aus einer klinischen Fragestellung innerhalb der steirischen Krankenanstalten heraus entstanden: Warum werden viele vermeidbare Komplikationen im Krankenhaus erst erkannt, wenn es bereits zu spät ist?

Der medizinische Alltag ist geprägt von Zeitmangel, hoher Arbeitsbelastung und einer stetig wachsenden Menge an Daten. Klassische Risiko‑Scores seien zwar etabliert, verursachen jedoch zusätzlichen Dokumentationsaufwand und lassen sich nicht flächendeckend einsetzen, so das Predicting-Health-Team. Gleichzeitig bleiben komplexe Risikomuster für Menschen oft unsichtbar.

Aus dieser Lücke heraus entwickelte das Data-Science-Team der KAGes gemeinsam mit Mediziner:innen und Pflegekräften Predicting Health mit dem Ziel, bereits vorhandene klinische Routinedaten nutzbar zu machen, ohne zusätzliche Arbeit für das Personal zu erzeugen.

Das Personalised Risk Tool (PRT) des Startups analysiert automatisch vorhandene Daten wie Diagnosen und Laborwerte direkt im Krankenhausinformationssystem, ohne dass diese die Klinik verlassen. Anhand von über 1.300 Merkmalen berechnet die KI innerhalb von Sekunden individuelle Risikoprofile für Bereiche wie Delir, Stürze oder Mangelernährung und stellt diese dem Team als Hinweise zur Verfügung. Die klinische Wirksamkeit des Tools wurde eigenen Angaben nach bereits in mehreren österreichischen Krankenhäusern validiert und wissenschaftlich belegt.

Impact Ventures und RLB Steiermark als Investoren

Die Ende Jänner 2026 erste externe und erfolgreich abgeschlossene Finanzierungsrunde weist Impact Ventures sowie die Raiffeisen‑Landesbank Steiermark als Investoren aus. Neben Kapital sollen die Financiers auch strategische Expertise, Netzwerk und Erfahrung im nachhaltigen Unternehmensaufbau miteinbringen.

Die frischen Mittel aus der Finanzierungsrunde fließen primär in die Festigung der Marktführerschaft in Österreich. Ziel ist es, durch den Ausbau bestehender Implementierungen und neue Rollouts einen Marktanteil von über 50 Prozent zu erreichen. Parallel dazu wird die Software technisch weiterentwickelt, um künftig noch weitere medizinische Komplikationen zu erkennen.

Zweiter Schwerpunkt ist die internationale Skalierung: Das Unternehmen arbeitet bereits an Projekten in Deutschland, der Schweiz, Portugal, Tschechien und Ungarn. Das Kapital soll auch dazu dienen, diese ersten internationalen Pilotprojekte zu finalisieren und die Lösung an die spezifischen regulatorischen und organisatorischen Anforderungen der jeweiligen Auslandsmärkte anzupassen.

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Enact, Roboter die fühlen, Roboter, Robotik
© Enact

Roboter können viel. Sie sehen fast alles, sie schweißen, heben, sortieren. Eines fehlt ihnen jedoch: Fingerspitzengefühl. Deshalb bleiben die letzten Handgriffe der Montage Handarbeit: ein Kabel, das einrasten muss, eine Dichtung, die sitzen muss, eine Schraube, die klemmt. Diesem Mangel an Feinfühligkeit stellt sich das Schweizer Startup Enact entgegen und baut Roboter, die Kraft spüren. Sie messen Druck und Widerstand über ihre eigenen Antriebe, wie der Mensch über Muskeln und Sehnen, und ein Modell lernt daraus, heißt es. Der Roboter merkt ohne Zusatzsensoren und ohne künstliche Haut, ob das Teil sitzt.

Enact von Caltech-Forscher gegründet

Dass das mehr als eine Nische ist, zeigen die Zahlen. China etwa hat 2025 354.000 Industrieroboter installiert, fast drei von fünf weltweit (IFR). Europa gewinne dagegen nicht über Masse sondern über Varianz, und genau dort rechnen sich Roboter bisher selten, weil jemand jede Aufgabe einzeln programmieren müsse. Roboter, die durch Vormachen lernen und spüren, ob ein Teil sitzt, sollen diese Einzelprogrammierung ersparen und auch kleine Serien automatisierbar machen. Genau hier setzt Enact an: bei den letzten Handgriffen der Montage.

Gegründet wurde das Zürcher Startup im März 2026 von Manuel Yves Galliker. Der Maschinenbauer der ETH Zürich war Gastforscher am Caltech, leitete bei 1X das Team, das dem Humanoiden NEO das Gehen beibrachte, und arbeitete danach bei Physical Intelligence.

Dort sah er, dass Kamera und Teleoperation für die Fabrik nicht ausreichen, und ging zurück nach Zürich. „Das Silicon Valley hat historisch betrachtet enorme Stärken in Software und KI, aber es fehlt an Spezialisten für Robotik und Hardware-Engineering“, sagt Galliker.

Investment von Mensch

Nun sammelte er mit Enact 30 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde ein, und das noch bevor es ein Produkt gibt. Das hat einen Grund, wie man in der Aussendung liest: „Das Startup baut alles selbst. Antriebe, Regelung und Modell entstehen unter einem Dach, was am Anfang mehr kostet als ein Modell auf einen fremden Arm zu setzen.“ Die ersten Antriebe laufen, der Ansatz sei laut Enact validiert.

Angeführt wird die Millionen-Runde von redalpine, Notion Capital und firstminute capital. Als Business Angels investieren Yann LeCun (von 2013 bis Ende 2025 Chief AI-Scientist bei Meta), Arthur Mensch (Co-Founder Mistral AI), Andrew Lonsberry (Path Robotics) und David Wallerstein (früher Tencent). Aktuell arbeiten zehn Personen in Zürich, bis Ende 2027 sollen es viermal so viele werden.

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