07.07.2022

Exit: Tiroler Software-Unternehmen PraKom geht nach Deutschland

Das auf Software-Lösungen für Handwerk und Handel spezialisierte Unternehmen PraKom aus Kundl wird Teil einer Unternehmensgruppe für Handwerks-Software.
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Exit PraKom
(c) Dustin Tramel via unsplash.com

Das Unternehmen PraKom mit Sitz in Kundl in Tirol zählt aktuell etwa 1.000 Kunden in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Italien. Das Produkt VenDoc ist ein Software-Komplettpaket für Handwerk, Handel und Baugewerbe. Nun wurde die Firma von einer deutschen Unternehmensgruppe über deren Beteiligungsgesellschaft LEA Partners übernommen, die mit ihren Portfolio-Unternehmen auf Software-Lösungen in diesem Bereich spezialisiert ist. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die beiden PraKom-Gründer Martin Praxmarer und Hannes Koidl, die bislang je ein Drittel des Unternehmens besaßen, bleiben nach der Übernahme Geschäftsführer. Das dritte Drittel hielt bislang die Gemeinde Kufstein über die Beteiligungsgesellschaft Kufgem.

Die PraKom-Geschäftsführer Martin Praxmarer und Hannes Koidl - Exit an LEA Partners
Die beiden PraKom-Gründer Martin Praxmarer und Hannes Koidl | (c) Philipp Photo, Kundl

PraKom-Übernahme soll Position am österreichischen Markt stärken

Die Unternehmensgruppe umfasst die Softwarehäuser TAIFUN, M-SOFT, P Software & Service, extragroup, bauOffice und Engel Dataconcept. Die Übernahme soll die Position am österreichischen Markt stärken, wo man bislang nur durch eine Niederlassung des Softwareanbieters TAIFUN und über Partner operierte. Gleichzeitig will PraKom durch den verbesserten Zugang zum deutschen Markt seine Position im Nachbarland stärken.

„Die Expertise des Teams wird unsere Gruppe perfekt ergänzen“

„In der Gruppe als Teil eines größeren Ganzen den Erfolg von PraKom fortzuschreiben und im Team mit anderen Gründern und großartigen Technologen die Cloud-Entwicklung voranzutreiben, hat uns absolut gereizt“, werden die beiden Gründer in einer Aussendung zitiert. Dominik Hartmann, CEO der Unternehmensgruppe, kommentiert: „Das Gründer-Duo hat mit VenDoc seit 2008 eine hochmoderne Software-Plattform entwickelt, die tiefe gewerkespezifische Funktionalität bietet. Die Expertise des PraKom-Teams wird unsere Gruppe perfekt ergänzen und uns helfen, das Handwerk nachhaltig und umfassend zu digitalisieren“.

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calliora
© calliora - Frederik Träuble und Jonas Wildberger.

Das Münchner Startup calliora von Frederik Träuble und Jonas Wildberger entwickelt eine KI-Plattform für Krankenhäuser, die den Verwaltungs- und Abrechnungsaufwand reduzieren und Erlöse besser absichern soll. Nach Angaben des Unternehmens begleitet die Software Behandlungsfälle von der Aufnahme bis zur Abrechnung und verknüpft dafür Informationen aus verschiedenen bestehenden Systemen.

calliora: Fokus auf Dokumentation und Abrechnung

Ein Schwerpunkt liegt auf Dokumentation und Abrechnung. Die Plattform unterstützt bei der Kodierung und prüft Fälle auf typische Prüfmuster des Medizinischen Dienstes. Zudem sollen abrechnungsrelevante Informationen frühzeitig erkannt und für die weitere Bearbeitung im Krankenhaus bereitgestellt werden. Für das Controlling bietet calliora eigene Auswertungen und Analysen an.

Hinter dem Produkt steht die Annahme, dass Informationen zu einem Behandlungsfall in Krankenhäusern über zahlreiche unterschiedliche Systeme und Prozesse verteilt sind. Fehlen Angaben oder werden sie nicht an der richtigen Stelle übernommen, kann dies zu zusätzlichem Bearbeitungsaufwand oder zu Problemen bei der Abrechnung führen. Calliora will diese Lücken durch eine zentrale, KI-gestützte Verarbeitung der vorhandenen Informationen verringern.

Bertelsmann und Angel-Investoren dabei

Nun hat das Münchner Startup eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über sechs Millionen US-Dollar abgeschlossen: „Unsere Pre-Seed-Runde wird von BHI – Bertelsmann Healthcare Investments und redalpine angeführt. Mit dabei sind Angel-Investoren aus Krankenhausmanagement und KI, darunter Dr. Ulrich Wandschneider (ehemaliger CEO von Asklepios und Mediclin AG), Sara Siegel (Global Health Sector Leader, Deloitte), Peter Sarlin (Postscriptum, NestAI, QuTwo & Silo AI) und Frank Hutter (Prior Labs)“, schreibt das Startup in einem LinkedIn-Post.

Die Plattform soll bereits bei der Aufnahme eines Falls unterstützen und prüfen können, ob eine Behandlung ambulant, stationär oder als Hybrid-DRG abzurechnen ist. Dabei dokumentiert sie die dafür maßgeblichen Gründe. Im weiteren Verlauf soll die Software fehlende Informationen, Fristen und mögliche nächste Schritte erkennen und das Klinikpersonal dort einbinden, wo eine menschliche Prüfung erforderlich ist.

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