11.06.2019

Digitalisierung war gestern – 5 „post-digitale“ Business-Trends

Die Digitalisierung von Unternehmen ist in den vergangenen Jahren von einer großen Herausforderung zur Selbstverständlichkeit geworden. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, wird es in den kommenden Jahren mehr brauchen, wie aus der Accenture Technology Vision 2019 hervorgeht.
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Accenture: Technology Vision 2019 - Business-Trends für das
(c) Accenture Österreich: Michael Zettel und Christian Winkelhofer
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„Wir stehen vor einer Zeitenwende“, sagt Michael Zettel, Country Managing Director Accenture Österreich bei der Präsentation der Accenture Technology Vision 2019. Dieses Jahr trägt das Paper den Titel „bereit für das post-digitale Zeitalter?“. Zettel erklärt: „Unternehmen werden sich in naher Zukunft mit Digitalisierung nicht mehr vom Mitbewerb abheben können. Die Digitalisierung wird vom Wettbewerbsvorteil zur Selbstverständlichkeit. Damit beenden wir das Digitale Zeitalter und starten in die post-digitale Ära“.

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Welche Trends prägen das „post-digitale“ Zeitalter?

Doch was kommt nach der Digitalisierung? Was ist es, was Unternehmen in den kommenden Jahren leisten und bieten müssen? Immerhin nimmt, wie aus der Accenture-Studie hervorgeht, der Innovationsdruck auf unternehmen weltweit wie auch in Österreich rasant zu. 41 Prozent der österreichischen IT- und Business-Entscheider geben demnach an, dass das Innovationstempo in den letzten drei Jahren „erheblich beschleunigt“ wurde. Weltweit sind es sogar 45 Prozent. Accenture hat in der Technology Vision 2019 daher fünf Trends identifiziert, die es für Unternehmen in den kommenden Jahren zu beachten gilt.

Trend 1: Durchbruch der „DARQ“-Technologien

Die „SMAC“-Technologien, also Social-, Mobile-, Analytics- und Cloud-Anwendungen, sind zur Selbstverständlichkeit geworden. In den kommenden Jahren werde es um die tatsächliche Umsetzung der aktuellen Technologie-Trends gehen, die bereits seit einiger Zeit auf dem Plan stehen, heißt es von Accenture: den „DARQ“-Technologien. „DARQ“ steht für Distributed Ledger-Technologien, Artificial Intelligence (AI), AR-/VR-Anwendungen und Quantencomputing. „Technologische Innovationen sind oft der Ausgangspunkt für neue Geschäftsideen. Diese vier Technologien ermöglichen es, ganze Branchen neu zu erfinden“, sagt Christian Winkelhofer, Managing Director New Technologies, Accenture Österreich. Die für die Studie befragten österreichischen Manager sehen vor allem in der Künstlichen Intelligenz das größte Potenzial (46 Prozent der Befragten).

Trend 2: Kunden verstehen

Aus mehr Wissen können Unternehmen mehr Geschäft generieren. Kunden würden heute auf Technologie setzen, um mit Unternehmen zu interagieren. So würden regelrechte „technologische Identitäten“ entstehen, die man nutzen könne. „In ihnen steckt ein großer Wissensschatz, mit dem Unternehmen jeden einzelnen Kunden besser verstehen lernen. Das ist die Basis für individuelle Markenerlebnisse im Post-Digitalen Zeitalter“, sagt Winkelhofer. Kunden-Bedenken bezüglich Datenschutz müsse man dabei natürlich sehr ernst nehmen. „Wir warnen vor dem Zugang: ‚Daten sind das neue Öl‘. Sie sind kein Rohstoff, sondern sie gehören immer dem Kunden und müssen zu seinem Vorteil genutzt werden. Und das muss auch vermittelt werden“, sagt Winkelhofer.

Michael Zettel und Christian Winkelhofer über „post-digitale“ Business-Trends

Accenture DACH ruft das „postdigitale Zeitalter“ aus. Wir sprechen live mit Accenture Österreich CEO Michael Zettel und Christian Winkelhofer, Managing Director New IT. (Sponsored)

Gepostet von DerBrutkasten am Mittwoch, 5. Juni 2019

Trend 3: Arbeitswelten der Mitarbeiter verändern

Mitarbeiter könnten ihre Fähigkeiten und ihr Know-how heute stärker einbringen und würden sich immer vielfältigere Kompetenzen aneignen, die dank Technologie überhaupt erst entstehen, heißt es von Accenture. Mit ihren IT-Strategien hätten Unternehmen dafür den Weg bereitet. Jetzt müssten sie ihre Organisationsmodelle an die veränderte Arbeitswelt des „post-digitalen“ Zeitalters anpassen.

Trend 4: Neue Ökosysteme mit Sicherheit als größter Herausforderung

Unternehmen würden zunehmend in geschäftlichen Ökosystemen zusammenarbeiten und seien dadurch stärker miteinander verbunden. Erstklassige Produkte und Services entstünden gemeinsam. Doch diese Vernetzung eröffne nicht nur Chancen: Jeder Geschäftspartner könne auch zum Risiko werden. „Diese neue Art der Collaboration ist gerade für führende Unternehmen eine Herausforderung. Sicherheit muss bei der neuen Art von Zusammenarbeit oberste Priorität haben“, sagt Winkelhofer.

Trend 5: Der „Momentmarkt“ – Kundenwünsche in Echtzeit erfüllen

Produkte und Dienstleistungen können heute extrem personalisiert oder sofort nach Bedarf bereitgestellt werden. Um diese Möglichkeiten überhaupt erkennen zu können und sie dann auch zu nutzen, müssten Unternehmen ihre Prozesse teilweise grundlegend ändern, sagt Winkelhofer. Es gehe nun darum, jede einzelne Geschäftschance in jedem Augenblick als eigenen Markt zu betrachten: einen „Momentmarkt“.

⇒ Offizielle Page zur Studie

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DiLT Analytics
© DiLT Analytics

DiLT Analytics hat eine siebenstellige Finanzierungsrunde abgeschlossen. Sie setzt sich aus einem Equity-Investment von Noctua Science Ventures und einer Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) im Rahmen des Programms Seedfinancing – Deep Tech zusammen. Mit dem Geld möchte das 2021 gegründete Spinoff der TU Graz sein Team ausbauen und FaciliMind, seine Software zur automatisierten Fehlerdiagnose in Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, zu weiteren Betreibern großer Gebäudeportfolios bringen

DiLT Analytics: „Substanziell wachsen“

Noctua Science Ventures ist ein Wiener Deep-Tech-Fonds und ein Joint Venture von Speedinvest und den Technischen Universitäten Österreichs. Der Fonds investiert gezielt in Ausgründungen, deren Produkt auf langjähriger Forschung beruht.

„Die aws-Förderung ergänzt das Investment und ist auf genau diese Phase zugeschnitten: den Schritt von einer erprobten Technologie zu einem Produkt, das sich über viele Standorte hinweg ausrollen lässt“, heißt es per Aussendung. Um im Sinne des Programms aws Seedfinancing – Deep Tech als Deep Tech zu gelten, muss das Vorhaben auf einer „anspruchsvollen technologischen und wissenschaftlichen Herausforderung“ basieren und einen klaren Technologiesprung gegenüber bestehenden Lösungen oder rein inkrementellen Weiterentwicklungen ermöglichen.

„Mit Noctua Science Ventures haben wir einen Partner gefunden, der beides kennt: die technischen Herausforderungen eines Deep-Tech-Produkts und den Weg in die Kommerzialisierung. Für ein junges Spinoff ist das der Best Case. Dass parallel auch die aws-Förderung zugesagt wurde, bestätigt uns, dass FaciliMind und unser Team auf dem richtigen Weg sind. Jetzt geht es darum, substanziell zu wachsen“, sagt Theresa Kohl, CEO von DiLT Analytics.

Philipp Stangl, Managing Director von Noctua Science Ventures, ergänzt: „Von unseren vielen Gesprächspartnern erhielten wir ein sehr einheitliches Bild zu DiLT: ein glaubwürdiger, technisch differenzierter Ansatz, umgesetzt von einem Team, mit dem Immobilienprofis gerne zusammenarbeiten. Genau diese Kombination aus Forschungsvorsprung und starker Kundenorientierung ist es, wonach wir in der Pre-Seed-Phase suchen.“

2021 gegründet

DiLT Analytics wurde Ende 2021 von Franz Wotawa und Gerald Schweiger als Spinoff des Instituts für Softwaretechnologie der TU Graz gegründet und ging aus der Forschungsgruppe „Intelligent Systems“ hervor. Erstes größeres Projekt war „Inframonitor“, eine herstellerunabhängige IoT-Datenplattform für den Campus Inffeldgasse der TU Graz.

Seither ist DiLT an mehr als 20 Forschungsprojekten mit über 15 Partnern beteiligt, einige davon FFG-gefördert und gemeinsam mit österreichischen und europäischen Universitäten. Die Ergebnisse fließen über den Forschungszweig DiLT Research direkt in die Produktentwicklung. Geführt wird das Unternehmen heute von Theresa Kohl (CEO), Christopher Gray (Business Development & Strategy), Thomas Hirsch (CTO), Reinhard Pertschy (CPO) und Thomas Schwengler (Head of Software).

Die entwickelte Software FaciliMind analysiert Betriebsdaten von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, erkennt dabei versteckte Fehler und Optimierungspotenziale und liefert Technikteams eine nach Dringlichkeit sortierte Maßnahmenliste, so der Claim. Die Software von DiLT Analytics arbeitet herstellerunabhängig und lässt sich über ein einzelnes Gerät an die bestehende Gebäudeleittechnik anbinden. Dank eines knowledgegraphbasierten Softwarestacks soll sie das digitale Abbild komplexer Anlagen weitgehend automatisiert innerhalb weniger Tage statt monatelanger Handarbeit erstellen können. Zielgruppe sind Betreiber großer Gebäudeportfolios, etwa in der öffentlichen Hand, an Flughäfen sowie in Industrie und Gesundheitswesen.

DiLT Analytics erhielt Preise

Zu den Kunden zählen u.a. die Technischen Universitäten Graz und Wien, Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), IG Immobilien Management GmbH und Industriekunden. 2025 wurde DiLT Analytics mit dem DREA Award und dem ÖGUT Umweltpreis ausgezeichnet. Und ist seit September 2026 nach ISO 27001 zertifiziert.

„Wissen über Anlagenbetrieb soll im Unternehmen bleiben“

Neben der Verstärkung des Teams und dem geplanten Rollout möchte DiLT Analytics künftig ein Übersetzungswerkzeug für den BACtwin-Standard als Open Source veröffentlichen und die Diagnose künftig auf weitere Technologien wie Wärmepumpen, Photovoltaik und Batteriespeicher ausweiten

„Ein Gebäudeportfolio überdauert seine Dienstleister und oft auch seine erfahrensten Mitarbeitenden“, sagt Kohl. „Unser Ziel ist, dass das Wissen über den Anlagenbetrieb im Unternehmen bleibt und dass Entscheidungen auf verifizierter Datengrundlage statt auf Bauchgefühl und Erinnerung beruhen.“

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