27.04.2015

Pomodo bekämpft Hunger mit Hunger: Foto posten und kostenlos spenden

/artikel/pomodo-bekaempft-hunger-mit-hunger-foto-posten-und-kostenlos-spenden

Kostenlos Spenden – das klingt im ersten Moment unglaublich, Pomodo macht es aber möglich. Das Startup aus Wien hat nicht nur ein interessantes Konzept, sondern vor allem eine große Vision: Hunger bekämpfen. Postet man nämlich über die App ein Foto seines Essens und gibt eine Restaurant-Bewertung ab, wird eine Mahlzeit an Kinder in Not gespendet. Für den User ist das kostenlos, zahlen tut die Gastronomie und erhält dafür virale Reichweite. Öffnet man die App, bemerkt man, dass die Auswahl der Lokale bereits groß ist.

Mit dem Brutkasten spricht Co-Gründer Tamas Feldman über die Vision und wieso Wien der richtige Ort zum Gründen ist.

Euer Elevator Pitch: Was macht ihr und welches Problem löst ihr damit?

Alle 4 Sekunden stirbt ein Kind an Unterernährung- also jährlich ca. 8 Millionen Kinder. Das ist die Einwohnerzahl von ganz Österreich. Anders ausgedrückt: In der Zeit in der eine Pizza gegessen wird, sterben 250 Kinder an Hunger.
 Pomodo verbindet soziales Engagement mit Social-Media-Werbung für Gastronomie. Es ist kinderleicht mit Pomodo etwas Gutes zu tun und es funktioniert auch ganz einfach: Als User nimmt man in einem teilnehmenden Restaurant mithilfe der Pomodo App ein Foto auf und spendet dadurch eine warme Mahlzeit an ein bedürftiges Kind. Fertig.

Wie verdient ihr Geld?

Für den User ist die App kostenlos. Die Spenden werden durch die Gastronomie finanziert, welche im Gegenzug das Pomodo Netzwerk nutzen können und sozialen Content erhalten bzw. virale Reichweite.

Wer hatte die Idee und wieso?

Ursprünglich begann die Idee mit unserem anderen Projekt www.Lunchdealer.com, einer Mittagsmenü-Plattform. Wir waren auf der Suche nach einem fairen und skalierbaren Business Modell und wollten deshalb ein Restaurantübergreifendes Loyalty-System einführen. Da das aber dann nicht nur auf die Mittagszeit beschränkt werden sollte, haben wir uns dazu entschlossen dies in eine eigene App auszugliedern.

Als Gimmick haben wir uns überlegt, dass man die gesammelten Rewards nicht nur für sich selbst verwenden, sondern wahlweise auch Spenden kann. Unser Testgebiet war anfangs die WU und die Resonanz war sehr gut, vor allem die Möglichkeit eine Mahlzeit zu spenden kam sehr gut an, weswegen wir uns nun komplett auf die Spendenfunktion konzentrieren und diese stark vereinfacht haben.

Wie kam es zum Gründer-Team?

Ich und mein Co-Founder, Marvin Musialek, haben uns vor Jahren über Freunde kennen gelernt. Als Marvin in London war, um zu studieren und er an einer Idee arbeitete die mir auch zeitgleich im Kopf herumschwirrte, haben wir festgestellt, dass wir beide an einem Strang ziehen sollten und somit das Projekt Lunchdealer in Angriff genommen.

Eure Marketingstrategie?

Wir setzen momentan komplett auf Mundpropaganda und Viralität, sei es offline oder online. Offline ganz klassisch über Flyern oder Tisch-Pyramiden für die Lokale. Damit wir aber auch online mehr Präsenz erhalten, versehen wir jedes Foto welches über Pomodo gemacht wird mit einem Pomodo-Wasserzeichen. Dieses Foto können dann die Leute, die gerne kostenlos eine warme Mahlzeit spenden möchten über verschiedene soziale Kanäle teilen (Facebook, Instagram und Twitter).

Habt ihr bereits Finanzierung? Wie seid ihr an die Investoren-Suche heran gegangen, Cold Calling oder übers Netzwerk?

Wir haben uns bis jetzt selbst finanziert und bekommen Unterstützung von Business Angels. Eine richtige Finanzierungsrunde war bisher noch nicht notwendig.

Wien/Österreich – der richtige Ort zum Gründen?

Ja, total. Zum einen ist Wien gut zum Gründen, da es übersichtlich ist und auch gute infrastrukturelle Möglichkeiten besitzt. Des Weiteren ist hier die Startup-Gemeinschaft sehr gut miteinander verbunden und die Leute werden immer offener für innovative und neue Ideen.

Eure bisherigen Learnings?

Das wichtigste, das wir bisher gelernt haben, ist, dass man einfach dabei bleiben muss. Leute vergessen ziemlich schnell. Und gerade bei einem geringen Budget für Marketing, muss man jede Chance wahrnehmen um der Welt mitzuteilen an welchen Projekt man arbeitet und wie sie dieses in ihrem Alltag verwenden können.

Die Vision: Was sind eure nächsten Ziele? Kurzfristig, aber auch Langfristig?

Kurzfristig wünschen wir uns natürlich eine starke Traktion auf der Pomodo App, vielleicht sogar einen lokalen Hype darum, das ist klar. Aber langfristig gesehen wollen wir gegen den weltweiten Hunger etwas bewegen, im besten Falle durch Nahrungsmittelumverteilung aber wenigstens durch mehr Aufmerksamkeit für das Thema.

Danke.

P.S: Pomodo ist sowohl für das iPhone, als auch für Android Smartphones verfügbar. 

Deine ungelesenen Artikel:
15.09.2026

Ablatic AI: Linzer LLM Talos spielt ohne VC-Kapital in einer Liga mit internationalen KI-Playern

Das nun gelaunchte Large Language Model (LLM) Talos des Linzer Startups Ablatic AI kann sich in mehreren Benchmarks mit den internationalen KI-Giganten messen. Co-Founder und CEO Florian Zimmermann erklärte uns, wie das ohne VC-Kapital möglich ist und wie man nun den Markt erobern will.
/artikel/ablatic-ai-linzer-llm-talos-spielt-ohne-vc-kapital-in-einer-liga-mit-internationalen-ki-playern
15.09.2026

Ablatic AI: Linzer LLM Talos spielt ohne VC-Kapital in einer Liga mit internationalen KI-Playern

Das nun gelaunchte Large Language Model (LLM) Talos des Linzer Startups Ablatic AI kann sich in mehreren Benchmarks mit den internationalen KI-Giganten messen. Co-Founder und CEO Florian Zimmermann erklärte uns, wie das ohne VC-Kapital möglich ist und wie man nun den Markt erobern will.
/artikel/ablatic-ai-linzer-llm-talos-spielt-ohne-vc-kapital-in-einer-liga-mit-internationalen-ki-playern
Die Ablatic-AI-Gründer vl. Florian Zimmermann (CEO) und Julian Mauerkirchner (CTO) | (c) Ablatic AI
Die Ablatic-AI-Gründer vl. Florian Zimmermann (CEO) und Julian Mauerkirchner (CTO) | (c) Ablatic AI

Wieder einmal ist es Linz. Die Stahlstadt mausert sich immer mehr zu Österreichs KI-Hauptstadt und auch eines der bislang sicher ambitioniertesten Startups in dem Bereich kommt von dort: Ablatic AI. Mit Talos wagt es sich über die Herausforderung schlechthin in der KI-Welt: ein eigenes Large Language Model (LLM) – brutkasten berichtete bereits.

Bei einer Benchmark vor Sol von OpenAI

Nun erfolgte der offizielle Launch und Ablatic gab erste Benchmark-Vergleiche aus (siehe Tabelle unten). An Claude Opus 5 kommt man demnach noch in keiner Kategorie ganz heran, in mehreren aber ziemlich nahe. DeepSeek V4 kann man dagegen gleich bei drei Werten schlagen, Qwen3.8 von Alibaba bei zwei und OpenAIs Flagship-Modell GPT-5.6 Sol immerhin bei einem, konkret der exakten Befolgung schriftlicher Anweisungen (IFBench). Unterm Strich spielt das Linzer LLM also in den vorgelegten Benchmarks in der internationalen Top-Liga mit.

„Es kann ja nicht sein, dass es in Europa nur Mistral gibt“

Aber warum überhaupt noch ein weiteres LLM? „Julian [Anm. Mauerkirchner] und ich kennen uns schon seit der Schule. Später haben wir als Unternehmer damit gestartet, Legacy-ERP-Systeme zu erneuern. Dabei sind wir auf ein Problem gestoßen: Wir konnten dafür aus Daten-Gründen keine US-KI-Systeme nutzen“, erzählt CEO Florian Zimmermann, der Ablatic AI gemeinsam mit Julian Mauerkirchner (CTO) gegründet hat, im Gespräch mit brutkasten. Man habe nur Mistral aus Frankreich oder Open-Source-Modelle verwenden können. „Mistral war für den Zweck aber nicht passend und unser Business Case bald tot“.

Mit dem Entschluss, eine neue Idee zu verfolgen, sei daher auch eine neue Motivation einher gegangen: „Es kann ja nicht sein, dass es in Europa nur Mistral gibt“, so Zimmermann. Man habe sich danach mit der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) kurzgeschlossen und sei darüber auch zur AI Factory Austria AI:AT gekommen, wo man wiederum im Rahmen des EuroHPC-Programms europäische Hochleistungsrechenressourcen nutzt, um das Modell zu trainieren. „Ohne diese EU-Ressourcen würde es kostentechnisch überhaupt nicht gehen“, sagt Zimmermann.

Öffentliche Forschungsergebnisse statt eigenes Riesen-Research-Team

Doch auch mit diesen Ressourcen – wie lässt sich ein konkurrenzfähiges LLM mit einem kleinen Team und bislang gänzlich ohne VC-Kapital umsetzen? Schließlich beschäftigen die globalen KI-Player, mit denen sich Ablatic misst, riesige Teams. Mistral etwa ist mit seiner kürzlich kommuniziert Drei-Milliarden-Euro-Finanzierungsrunde im Vergleich zu Anthropic und OpenAI nach wie vor ein kleiner Fisch (brutkasten analysierte).

„Wir können kein 200-köpfiges Research-Team finanzieren und gleich von 0 auf 100 gehen, also greifen wir auf Bestehendes zurück“, erklärt der Gründer. Konkret verwende man einerseits Open-Source-Layer und code sie auf die eigenen Bedürfnisse um. Andererseits nutze man die neuesten Forschungsergebnisse von Universitäten wie dem MIT oder Stanford, die laufend über die Plattform arXiv veröffentlicht werden. „Wir orientieren uns an der Frontier-Forschung. Wir analysieren die Paper, legen die Erkenntnisse auf unsere Architektur um und testen es durch. Vieles davon funktioniert nicht, aber alles was funktioniert, bringt uns weiter“, so Zimmermann.

Mehr als 100 B2B-Testkunden – viele konvertieren gleich zum Launch

Die Beta-Version wurde nun bereits seit einiger Zeit mit mehr als 100 Unternehmen getestet – Ablatic konzentriert sich nämlich vorerst klar auf den B2B-Markt. Man habe für diese Tests schnell auch größere Unternehmen und Konzerne gewonnen. „Ich bin dafür wochenlang gesessen, habe Leute angeschrieben und einen Call nach dem anderen gemacht“, räumt Zimmermann ein. Dass man ein eigenes LLM und nicht nur eine Oberfläche baue, sei dabei zum entscheidenden Bonus geworden. „Und dass wir von der JKU kommen und im EuroHPC-Programm sind, hat unsere Glaubwürdigkeit enorm gesteigert“, sagt der Gründer.

Jetzt zum Launch würden viele der Testkunden bereits zu regulären Nutzern konvertieren, viele weitere noch die Testphase abschließen, mit dem Vorhaben, das dann auch zu tun, verrät Zimmermann. „Wir werden nicht 100 Prozent, aber einen Großteil konvertieren können“, ist er sicher. Punkten will Ablatic dabei nicht nur mit der europäischen Herkunft – Stichwort: Digitale Souveränität – sondern auch mit dem Pricing. „Wir haben eine relativ effiziente Architektur. Wir können kostengünstig hosten und das an die Kunden weitergeben“, so der CEO. Dass der offizielle Launch genau jetzt erfolgt, hat vor allem mit dem Gründungsprozess zu tun, der länger dauerte, als erhofft. „Ich gründe nie wieder im Sommer ein Unternehmen“, sagt der Gründer lachend.

Investment geplant: „Das Ziel ist definitiv, keine kleine Bude zu bleiben“

Und wie geht es weiter? „Wir wollen zuerst im DACH-Raum Fuß fassen und ohne große weitere Standorte skalieren. Dann wollen wir es auf Europa hochziehen“, erläutert Zimmermann. Auf Dauer werde dabei auch die Aufnahme von VC-Kapital relevant, vor allem wenn es darum gehe, die nächste Modell-Version herauszubringen. „Dann ist es wichtig, dass man schnell skaliert und iteriert. Wir sind stolz darauf, dass wir ein Modell ohne VC-Kapital trainiert haben. Wir haben gezeigt, dass auch so Großes möglich ist. Aber langfristig ist es völlig logisch, dass wir Kapital aufnehmen müssen“, sagt der Gründer.

Und es seien bereits mehrere Investoren aktiv auf das Team zugekommen, mit einigen befinde man sich schon in Gesprächen. „Das Ziel ist definitiv, keine kleine Bude zu bleiben, sondern eine größere Firma zu werden. Wir wollen jedenfalls nicht in Vergessenheit geraten“, so Zimmermann. Und der Zeitpunkt sei angesichts der Souveränitätsdebatte gut.


Benchmark-Vergleichstabelle

Anmerkungen zur Tabelle:

  • Fette Zahlen: Höchster Wert in der jeweiligen Zeile unter den Vergleichsmodellen.
  • „text-only“: Das Modell verarbeitet keine Bilder/visuellen Dokumente, weshalb OmniDocBench nicht anwendbar ist.
  • „–“: Kein veröffentlichter Wert vorhanden.

Kurzerklärungen der Benchmarks

  • Agents‘ Last Exam (UC Berkeley): Prüft langwierige, echte Arbeitsaufgaben an einem Computer (Terminal und Bildschirm zusammen), bewertet anhand des fertigen Gesamtergebnisses.
  • AutomationBench (Zapier): Testet 600 Business-Workflows über 47 simulierte Unternehmens-Softwaretools hinweg, die vollständig durchgehend ausgeführt werden müssen.
  • Toolathlon: Bewertet das Erledigen von Aufgaben in echter Büro-Software (z. B. E-Mail, Kalender, Tabellenkalkulationen und GitHub) über deren direkte Schnittstellen.
  • BrowseComp (OpenAI): Stellt schwierige Fragen, deren Antworten über das gesamte Internet verstreut liegen und durch selbstständiges Surfen recherchiert werden müssen.
  • DeepSWE v1.1 (Datacurve): Misst das eigenständige Beheben echter Softwareprobleme (Bugs) in bestehenden Quellcode-Sammlungen. Hinweis: Talos-1 wurde hierfür nicht optimiert und liegt 22 Punkte hinter der Spitze zurück.
  • OmniDocBench: Bewertet das fehlerfreie Lesen und Verstehen echter Dokumente inklusive visueller Layouts, Tabellen und mathematischer Formeln.
  • IFBench: Prüft die exakte Einhaltung von schriftlich vorgegebenen Anweisungen und Formatierungsregeln.
Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Pomodo bekämpft Hunger mit Hunger: Foto posten und kostenlos spenden

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Pomodo bekämpft Hunger mit Hunger: Foto posten und kostenlos spenden

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Pomodo bekämpft Hunger mit Hunger: Foto posten und kostenlos spenden

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Pomodo bekämpft Hunger mit Hunger: Foto posten und kostenlos spenden

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Pomodo bekämpft Hunger mit Hunger: Foto posten und kostenlos spenden

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Pomodo bekämpft Hunger mit Hunger: Foto posten und kostenlos spenden

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Pomodo bekämpft Hunger mit Hunger: Foto posten und kostenlos spenden

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Pomodo bekämpft Hunger mit Hunger: Foto posten und kostenlos spenden

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Pomodo bekämpft Hunger mit Hunger: Foto posten und kostenlos spenden