18.02.2022

Podcast: Gambling, Energieverbrauch, Betrug – Was steckt hinter der Bitcoin-Kritik?

Die Kryptowährung Bitcoin ist regelmäßig verschiedenster Kritik ausgesetzt. In der aktuellen Folge von Editor's Choice bezieht Bitcoin-Experte Niko Jilch Stellung und teilt seine Sicht der Dinge.
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Niko Jilch und Carolin Rainer
Niko Jilch und Carolin Rainer

Je mehr das Thema Kryptowährungen – und speziell Bitcoin – den Mainstream erreicht, desto lauter werden auch die kritischen Stimmen. Finanzjournalist, brutkasten-Kolumnist und Bitcoin-Experte Niko Jilch äußert sich bei Editor’s Choice zu den größten Kritikpunkten, wie Gambling, Energieverbrauch oder auch die Debatte um Betrüge. Der zweiten Teil der Podcast-Folge wurde vom Neobroker BUX gesponsert. Martin Pacher und Dominik Meisinger vom brutkasten diskutieren über das Thema nachhaltiges Investieren.

Bitcoin ist das Original, alle anderen hängen von ihm ab

Sowohl in seinem eigenen Podcast-Projekt „Was Bitcoin bringt“ als auch in der neuen Folge Editor’s Choice fokussiert sich Finanzexperte Niko Jilch in erster Linie auf die Entwicklungen der Kryptowährung Bitcoin. Die Relevanz, aber auch sein eigenes Interesse an dieser Währung erklärt Jilch unter anderem damit, dass Bitcoin letztendlich die erste aller Kryptowährungen ist. Alle anderen Kryptowährungen seien schließlich nicht nur danach gekommen, sondern auch vom Original abhängig. Zudem sei die Relevanz auch mit der Nachfrage nach hartem Geld in Verbindung zu setzen. In manchen Ländern wäre die Notwendigkeit dafür bereits deutlicher erkannt worden, als in anderen, was letztlich auch mit der politischen Lage in jeweiligen Regionen der Welt zusammenhänge.

Diese erste Kryptowährung erfährt sowohl Lob als auch viel Kritik. Unter anderem mit Blick auf verschiedene Generationen werden unterschiedliche Argumentationen, Problematiken und Kritikpunkte erkennbar. Beim sogenannten „Gambling-Aspekt“ verweist der Finanzjournalist in erster Linie auf andere Kryptowährungen und erklärt, dass er dieses Problem bei Bitcoin nicht sehe. Auch zum Vorwurf der Klimaschädlichkeit aufgrund des hohen Energieverbrauchs hat Jilch eine klare Meinung: „Bitcoin verbraucht nicht so viel Energie wie die Niederlande. Jeder der das schreibt, ist ein Lügner.“ Die Seriosität der Berichterstattung sei hier zu hinterfragen und die Debatte halte er letztendlich für sehr verzerrt.

Zweiter Teil: Nachhaltiges Investieren gesponsert von BUX

Auch im zweiten Teil der Podcast-Folge wird über Finanzen gesprochen – in diesem Fall allerdings in einem anderen Zusammenhang. Die Chefredakteure von brutkasten Finance und Earth, Dominik Meisinger und Martin Pacher, sprechen hier über nachhaltige Investments. Die monatliche Finanzserie wurde durch unseren Sponsor BUX ermöglicht. Hierin erläutert Martin Pacher die verschiedenen Ansätze in diesem Bereich und erläutert Punkte wie beispielsweise die ESG-Kriterien (Environment, Governance, Social). Zugleich sei an dieser Stelle aber auch die Problematik der Definition an sich zu betonen, da es zwar Ansätze aber keine einheitliche Definition gebe. Die beiden Redakteure debattieren über verschiedene Ansätze.

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Herbert Eibensteiner, CEO voestalpine AG, und Michael Strugl, CEO Verbund AG | (c) voestalpine/Michael Jurtin
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Beim Start 2019 war „H2FUTURE“ von voestalpine und Verbund das weltweit größte Wasserstoffpilotprojekt. Sieben Jahre später ist von derartigen Superlativen zwar nicht mehr die Rede, doch im Rahmen der Weiterführung unter dem Titel „H2FUTURE-Follow-Up“ sollen die Grundlagen für einen grundlegenden Wandel in der Stahlproduktion bei der voestalpine geschaffen werden. Dafür investieren die Projektpartner weitere 16,4 Millionen Euro.

Schon bislang wurde am Standort mittels „Protonen-Austausch-Membran-(PEM)-Elektrolyseanlage“ grüner Wasserstoff erzeugt – konkret knapp unter 2.000 Tonnen im gesamten Zeitraum. Die Anlage wird aktuell insbesondere dafür genutzt, um Frequenzschwankungen im Stromnetz auszugleichen, die durch die unregelmäßige Verfügbarkeit erneuerbarer Energien oder unterschiedliche Strombedarfe entstehen.

Erweiterung bringt neue Funktionen und Möglichkeiten

Mit der Erweiterung der Anlage kommen zur Erzeugung des Wasserstoffs nun auch die Verdichtung, Reinigung, Speicherung sowie die Verladung und Weiterverwendung hinzu. Vier von insgesamt fünf neuen Wasserstoffspeichertanks sollen Schwankungen zwischen der fluktuierenden Wasserstofferzeugung und dem Verbrauch ausgleichen und so zur Versorgungssicherheit beitragen. Über den fünften (Versand-)Tank soll ab Ende 2027 die Demonstrationsanlage „HY4SMELT“ direkt über eine rund einen Kilometer lange Rohrleitung mit Wasserstoff versorgt werden. Dabei handelt es sich laut voestalpine um Österreichs größtes Klimaschutz-Forschungsprojekt. Außerdem kann der Wasserstoff nun mittels Hochdruckverdichtern auf bis zu 500 bar komprimiert und in Trailer für den Straßentransport abgefüllt werden, um auch an externe Abnehmer:innen geliefert werden zu können.

Die Wasserstoffpilotanlage H2FUTURE | (c) Verbund

„Wir haben mit greentec steel eine klare Strategie zur Transformation unserer Stahlproduktion. Wir werden bereits im 1. Halbjahr 2027 je einen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz in Betrieb nehmen und können damit in einem ersten Schritt bis 2029 bis zu 30 Prozent unserer CO2-Emissionen einsparen. Langfristig streben wir bis 2050 eine Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen an. Wasserstoff wird dabei eine wichtige Rolle einnehmen“, sagt dazu voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner.

Erste neue Forschungsergebnisse Ende des Jahres

Die ersten Funktionstests des erweiterten Projekts wurden bereits gestartet, erste Forschungsergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Das Projekt endet im Dezember 2030 und wird auch aus Mitteln der Umweltförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus gefördert. „Das Projekt zeigt im industriellen Maßstab, wie erneuerbarer Strom in grünen Wasserstoff umgewandelt und für konkrete industrielle Anwendungen nutzbar gemacht werden kann“, kommentiert Verbund-CEO Michael Strugl.

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