Pocketsy: Taschen-BH-Startup beendet vor DHDL-Ausstrahlung Unternehmung
Pocktetsy ist ein Unternehmen gewesen, dass BHs mit eingebauten Taschen produzierte. Und am Montag in der Höhle der Löwen zu sehen ist. Leider wurde nach der Aufzeichnung des TV-Pitches das Startup stillgelegt.
Es klang wie eine gute Idee. Die Büstenhalter von Pocketsy sollten die Art revolutionieren, wie Frauen in öffentlichen Räumen ihre Wertsachen verstauen: Am Körper, wo ein Dieb nicht unbemerkt hingelangt und man das Handy permanent spürt. Deshalb hatten die patentierten BHs Geheimfächer, die als Handytasche oder Unterbringung für Wertsachen fungieren konnten. Leider gibt es seit dem 31.12. 2020 das Startup nicht mehr.
(c) Pocketsy/FB – Zu Silvester 2020 wurde der Onlineshop von Pocketsy geschlossen und die Unternehmung beendet.
„Co-Founderin Dilara Cakirhan und ich haben zum 31.12.2020 unseren Pocketsy Online-Shop geschlossen und unsere Unternehmung beendet. Dies erfolgte vor allem aus persönlichen Gründen“, erklärt Gründerin und Schauspielerin Paula Essam. „Wir hatten jedoch einen sehr schönen Abschluss, denn wir haben alle unsere BHs in einer Schlussverkaufsaktion auf einen Schlag ausverkauft. Und durchwegs positives Kundenfeedback bekommen. Auch für ein paar Teile der neuen Sportkollektion, die wir vorbereitet hatten und auch heute erreichen uns noch Nachrichten von Kundinnen, dass sie gerne noch bestellen würden. Also können wir uns nochmal freuen, dass sie so zufrieden mit unserem Produkt sind und dass es ihnen in Zukunft das Leben ein wenig erleichtern wird.“
Pocketsy-Gründerin dreht Kinofilm
Cakirhan hat aktuell eine Stelle in einem Food Unternehmen als E-Commerce Leiterin gefunden. Sie baut dort den Eintritt in den Online-Handel und den hauseigenen Online-Shop auf. Essam hingegen möchte sich vor allem auf ihre Schauspielkarriere konzentrieren. „Ich mache dieses Jahr meinen Abschluss an der Schauspielschule und es steht schon ein Kinofilm-Engagement vor der Tür, worüber ich mich sehr freue und sehr dankbar bin. Gewiss ist mit Pocketsy meine Gründerinnen-Laufbahn nicht komplett beendet. Dilara und ich wenden uns in diesem Sinne nur beide neuen Kapiteln zu und nehmen eine lehrreiche Erfahrung mit, die uns auch weiterhin durchs Leben begleiten wird.“
Wer sich trotz Ende des BH-Startups von der Pocket-Idee der beiden Gründerinnen ein Bild machen möchte, hat am Montag Abend Gelegenheit dazu. Pocketsy pitcht in der „Höhle der Löwen“. Weiters mit dabei: Munevo, easyBeeBox, Flüwa und Kolero.
Biotech Summit Austria: Der Wille zum Champion ist da – das Kapital noch nicht
Kommentar: Karin Hofelich war beim Biotech Summit Austria in Innsbruck und fragt: Kommt das Geld aus dem neuen Dachfonds auch bei Biotech-Unternehmen an?
Biotech Summit Austria: Der Wille zum Champion ist da – das Kapital noch nicht
Kommentar: Karin Hofelich war beim Biotech Summit Austria in Innsbruck und fragt: Kommt das Geld aus dem neuen Dachfonds auch bei Biotech-Unternehmen an?
Rund 250 Teilnehmer:innen aus zwölf Ländern, zwei Tage in Innsbruck, ein Motto: „Start up, Scale up, Step up!“ Mit vielen neuen Kontakten und einem guten Gefühl bin ich nach Hause gefahren und mit einer offenen Frage: Die österreichische Biotech-Branche ist so gut vernetzt wie nie, aber woher kommt künftig das Geld, damit aus exzellenter Forschung Unternehmen werden, die in Europa groß werden?
Am Wissen fehlt es nicht. Ob Europa in der Biotechnologie mitspielt, entscheidet sich an der Finanzierung der Wachstumsphase.
Europa zwischen den USA, Golfstaaten und China
Der Schwerpunkt des Summits lag auf dem Scaleup, also auf dem Schritt vom Startup zum international wachsenden Unternehmen.
Ein Bild für die Zukunft der Pharmatrends zeichnete Claudio Albrecht, ehemaliger CEO der Stada AG. Er sprach darüber, wie Geopolitik, neue Technologien und sich wandelnde Gesundheitssysteme die Pharmaindustrie bis 2035 prägen könnten. Besonders hervorgehoben hat er dabei die Transformation Chinas von einer Service-Industrie zu einem Innovationsmotor sowie die Dynamik in den Golfstaaten. Europa widmete er keine eigene Folie in seiner Präsentation, was vom Publikum hinterfragt wurde. Es wirft die Frage auf, welchen Stellenwert Europa künftig im globalen Wettbewerb überhaupt noch spielen wird.
(c) Hofelich – Claudio Albrecht gab einen Ausblick in die Zukunft.
Ein Champion, der nicht auswandern muss
Den Gegenentwurf lieferte Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) und ehemaliger Bundeskanzler. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir vor allem ein Satz: „The next champion should not need to leave Europe in order to become a global champion.“
(c) Hofelich – Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB).
Das Ziel ist ambitioniert und gerade in der Biotechnologie bislang schwer erreichbar. Entwicklungszyklen dauern hier i. d. R. mehr als ein Jahrzehnt.
Der Startup- & Scaleup-Dachfonds: eine gute Nachricht mit Fragezeichen
Für die Branche besonders interessant war die Diskussion über den geplanten österreichischen Dachfonds. Stefan Haubner, Founding Partner bei APEX Ventures, widmete sich der Frage, ob Europa ein eigenes Modell für Venture Capital braucht. Dabei ging es auch um den österreichischen Fund-of-Funds.
Der Dachfonds soll Anfang 2027 starten. Der Staat steuert 100 Mio. Euro bei, institutionelle Investoren sollen weitere 400 Mio. Euro bringen. Das ist ein wichtiges Signal. Weil es ein Dachfonds ist, investiert er aber nicht direkt in Unternehmen, sondern in andere Fonds.
Wie viel von diesem Geld tatsächlich bei Biotech-Unternehmen ankommt, ist derzeit offen.
Life Sciences brauchen Investoren mit Fachwissen und langem Atem. Davon gibt es in Österreich nur wenige. Wenn der Dachfonds vor allem in Generalisten-Fonds fließt, könnte die Biotechnologie leer ausgehen.
Tirol zeigt, wie Standortarbeit aussieht
Auch organisatorisch war der Summit ein Vorzeigeprojekt. Veranstaltet wurde der Summit von BIOTECH AUSTRIA, Human.technology Styria und der Standortagentur Tirol. Vor Ort vertreten waren Peter Llewellyn-Davies, Präsident von BIOTECH AUSTRIA, Marcus Hofer, CEO der Standortagentur Tirol, und Lejla Pock, CEO von Human.technology Styria. Äußerst charmant moderiert hat Damita Pressl.
Die Villa Blanka hoch über Innsbruck bot eine außergewöhnliche Kulisse; ebenso das Gala-Dinner am Abend in der Rooftop-Bar des Hotels aDLERs. Begeistert zeigten sich auch die Teilnehmer:innen, die am Vortag im Rahmenprogramm die Skisprungschanze Bergisel besichtigt hatten. Ich selbst habe mir am Dienstagmorgen den Health Hub Tirol angesehen. Das Technologiezentrum ist seit knapp einem Jahr in Betrieb und bietet noch freie Flächen. Das ist die Art Standortpolitik, die wirkt: Infrastruktur, Netzwerk und ein Treffpunkt, an dem Forschung, Investor:innen und Politik tatsächlich ins Gespräch kommen.
Was es jetzt braucht
Der Summit hat gezeigt, dass die Branche sich der Herausforderungen bewusst ist und weiß, was zu tun ist.
Der nächste Champion muss nicht auswandern. Aber dafür muss das Kapital vor Ort stärker mobilisiert werden.
Der fünfte Biotech Summit Austria findet am 21. und 22. Oktober 2027 in Graz statt. Bis dahin wissen wir mehr darüber, ob der Dachfonds auch der Biotechnologie hilft.
Disclaimer: Karin Hofelich ist Life Science Lead beim brutkasten-Schwestermagazin VentureCapital. Das VC Magazin war Medienpartner des Summits.
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