02.04.2021

Pocketsy: Taschen-BH-Startup beendet vor DHDL-Ausstrahlung Unternehmung

Pocktetsy ist ein Unternehmen gewesen, dass BHs mit eingebauten Taschen produzierte. Und am Montag in der Höhle der Löwen zu sehen ist. Leider wurde nach der Aufzeichnung des TV-Pitches das Startup stillgelegt.
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Pocketsy, BH, Taschen BH,
(c) Pocketsy/FB -

Es klang wie eine gute Idee. Die Büstenhalter von Pocketsy sollten die Art revolutionieren, wie Frauen in öffentlichen Räumen ihre Wertsachen verstauen: Am Körper, wo ein Dieb nicht unbemerkt hingelangt und man das Handy permanent spürt. Deshalb hatten die patentierten BHs Geheimfächer, die als Handytasche oder Unterbringung für Wertsachen fungieren konnten. Leider gibt es seit dem 31.12. 2020 das Startup nicht mehr.

Pocketsy
(c) Pocketsy/FB – Zu Silvester 2020 wurde der Onlineshop von Pocketsy geschlossen und die Unternehmung beendet.

„Co-Founderin Dilara Cakirhan und ich haben zum 31.12.2020 unseren Pocketsy Online-Shop geschlossen und unsere Unternehmung beendet. Dies erfolgte vor allem aus persönlichen Gründen“, erklärt Gründerin und Schauspielerin Paula Essam. „Wir hatten jedoch einen sehr schönen Abschluss, denn wir haben alle unsere BHs in einer Schlussverkaufsaktion auf einen Schlag ausverkauft. Und durchwegs positives Kundenfeedback bekommen. Auch für ein paar Teile der neuen Sportkollektion, die wir vorbereitet hatten und auch heute erreichen uns noch Nachrichten von Kundinnen, dass sie gerne noch bestellen würden. Also können wir uns nochmal freuen, dass sie so zufrieden mit unserem Produkt sind und dass es ihnen in Zukunft das Leben ein wenig erleichtern wird.“

Pocketsy-Gründerin dreht Kinofilm

Cakirhan hat aktuell eine Stelle in einem Food Unternehmen als E-Commerce Leiterin gefunden. Sie baut dort den Eintritt in den Online-Handel und den hauseigenen Online-Shop auf. Essam hingegen möchte sich vor allem auf ihre Schauspielkarriere konzentrieren. „Ich mache dieses Jahr meinen Abschluss an der Schauspielschule und es steht schon ein Kinofilm-Engagement vor der Tür, worüber ich mich sehr freue und sehr dankbar bin. Gewiss ist mit Pocketsy meine Gründerinnen-Laufbahn nicht komplett beendet. Dilara und ich wenden uns in diesem Sinne nur beide neuen Kapiteln zu und nehmen eine lehrreiche Erfahrung mit, die uns auch weiterhin durchs Leben begleiten wird.“

Wer sich trotz Ende des BH-Startups von der Pocket-Idee der beiden Gründerinnen ein Bild machen möchte, hat am Montag Abend Gelegenheit dazu. Pocketsy pitcht in der „Höhle der Löwen“. Weiters mit dabei: Munevo, easyBeeBox, Flüwa und Kolero.

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Fawks AI
© LinkedIn/Canva - Neha Agarwal, Co-Founderin Fawks AI.

Eigentlich geht es hier nicht um ein Startup aus Indien, aber dennoch muss es kurz erwähnt werden: über 86 Millionen US-Dollar Umsatz, eine geschätzte Firmenbewertung von 200 Millionen US-Dollar, 500 Mitarbeiter:innen. Und das gebootstrapped. Das ist die Geschichte des indischen Proptech Housiey. Gegründet wurde es 2016 von Neha Agarwal und ihrem Bruder Ankit.

Problem Intransparenz

Der Ausgangspunkt der Geschwister damals war ein Markt, in dem es zwar viele Immobilienportale gab, aber es aufgrund laxer Regulierung immer wieder zu Fällen kam, in denen Makler:innen Objekte zu Preisen anboten, die vom tatsächlichen Endpreis stark abwichen. Auch Angaben zu Steuern, Regulierung und Mindestpreisen fehlten und Käufer:innen zahlten häufig zu viel für Immobilien.

Darin sahen die beiden eine Marktlücke. So bauten sie eine Plattform, auf der Bauträger direkt vertreten sind. Ihr Bruder übernahm als CEO den Vertrieb, Agarwal verantwortete die gesamte Technik. Dazu gehörte die Suchmaschinenoptimierung, die die heute in Wien lebende Gründerin als einen der Eckpunkte für den investorenlosen Erfolg nennt. „Housiey sollte bei Google gut ranken, ohne viel Geld für Werbung auszugeben. Das war noch vor dem KI-Zeitalter“, sagt sie. Außerdem entwickelte Agarwal den Anmeldeprozess für Nutzer:innen und setzte zu Beginn auf YouTube-Kanäle, um Immobilien zu präsentieren.

Der andere zentrale Faktor für Erfolg war die Transparenz: Nutzer:innen sollen alle Informationen zu einer Immobilie in einem durchgängigen Ablauf sehen können, vollständig und korrekt. „Das schafft Vertrauen und sie tappen nicht in eine Falle“, so Agarwal.

Von Indien nach Österreich: Fawks AI entsteht

2012 endete das Kapitel Indien und die Founderin kam für einen Job bei den Vereinten Nationen nach Österreich (IAEA). Eigentlich war ein Aufenthalt von sechs Monaten geplant, doch sie blieb, wechselte danach in einen Job bei einem anderen Unternehmen und kündigte dort schließlich, um gemeinsam mit COO Arun Gaurav Fawks AI in Wien zu gründen.

© zVg – Neha Agarwal und Arun Gaurav.

Das Wiener KI-Startup entwickelt eine eigene Speech-Engine zur Kundenkommunikation: eine KI, die Telefonanrufe im Kundensupport wie ein Mensch führen soll und sich an Unternehmen richtet. Erste Tests mit zahlenden Kund:innen laufen bereits.

aws-Förderung

Dafür erhielt das Startup eine Förderung in Höhe von 300.000 Euro von der Austria Wirtschaftsservice (aws) im Rahmen des Förderprogramms aws Preseed | Deep Tech. Damit soll die Kerntechnologie mit dem Codenamen HIVE vom Konzept zu einem produktionsreifen Prototyp weiterentwickelt werden. Im vergangenen Jahr wurde Fawks AI zudem für den ersten Venture-Cake-Jahrgang von weXelerate, dem Wiener Startup-Accelerator, als eines von acht Startups bei 150 Bewerbungen ausgewählt. Ein möglicher Grund dafür: eine sprachliche Besonderheit von Fawks AI.

„Wir haben festgestellt“, präzisiert Agarwal, „dass es bei der deutschen Sprache auf den Dialekt ankommt, etwa Vorarlbergerisch oder Wienerisch. Im Benchmarking lag die Erkennungsrate nur bei 68 Prozent. Wir haben überall gesucht, aber kein Spracherkennungsmodell gefunden, auch nicht in Europa, sondern nur US-Modelle. Wenn ein Anruf zum Beispiel eine Bankangelegenheit betrifft und eine IBAN genannt wird, wird die Nummer nicht korrekt erkannt, und der nächste Workflow wird nicht ausgelöst. Viele große Unternehmen können KI deshalb nicht richtig einsetzen, weil die Spracherkennung nicht gut genug ist.“

Deswegen deckt Fawks AI Standarddeutsch, Wienerisch und Österreichisch-Bairisch ab, und adressiert auch Menschen, die Deutsch nicht als Muttersprache, sondern in der Schule gelernt haben. Künftig möchte man noch Schweizerdeutsch in die Anwendung implementieren.

Damit ist Fawks AI nicht allein und bewegt sich hierzulande in einem Feld, mit großer Konkurrenz wie fonio, KI-Note oder NeedNect. Doch es gibt einen Grund, warum man sich für Wien entschieden hat.

„Ernst genommen“

„Österreich hat uns ernst genommen, bevor es andere taten“, sagt Agarwal. „Die Förderung ist ein Signal, dass die aws bereit ist, anspruchsvolle Ingenieursprobleme zu unterstützen, nicht nur Anwendungen. Europäische KI-Infrastruktur lässt sich nicht mit amerikanischen Standardwerkzeugen aufbauen. Das hat die aws verstanden, und ihre Jury ebenso. Wir sind dankbar für das Vertrauen.“

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