05.04.2022

Pluz Care: Medikamenten-Zustellung in Wien innerhalb von 60 Minuten

Pluz Care ist das zweite Startup, das vom Wiener Startup-Studio trive studio gelauncht wird. Zwei Wiener Bezirke werden zum Start noch nicht beliefert.
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Das Pluz Care Team: Rider Nino, Andre Schweighofer, Lena Hödl, Florian Schenk und Apotheker Viktor Hafner | © Pluz Care
Das Pluz Care Team: Rider Nino, Andre Schweighofer, Lena Hödl, Florian Schenk und Apotheker Viktor Hafner | © Pluz Care

Rezeptfreie Medikamente innerhalb von 60 Minuten nach Hause geliefert, ab 35 Euro sogar versandkostenfrei – das ist das Versprechen des nun gelaunchten Wiener Startups Pluz Care. Auch bei einem kleineren Kaufpreis ist die Liefergebühr mit 2,90 Euro moderat. Möglich werde das durch eine Kooperation mit niedergelassenen Apotheken in Wien, die über eine Versandlizenz verfügen, heißt es vom Startup. Zum Start ist das eine einzige Apotheke im 17. Wiener Bezirk, von der aus man bereits 21 Bezirke innerhalb einer Stunde beliefert. Nur die transdanubischen Bezirke Floridsdorf und Donaustadt sind derzeit noch nicht dabei.

Hödl: „Pluz Care ist das bisher fehlende digitale Bindeglied“

„Mit unserer Lieferlösung profitieren Konsument:innen und Apotheken gleichermaßen. Den Apotheken bringen wir Zusatzgeschäft und eine Antwort auf die wachsende Dominanz der Online-Giganten. Die Konsument:innen erhalten von uns eine schnelle Lieferung zu regulären Apothekenpreisen. Pluz Care ist das bisher fehlende digitale Bindeglied zwischen lokalen Apotheken und ihren Kund:innen“, sagt Geschäftsführerin Lena Hödl. Ihr Kollege Florian Schenk meint: „Vor allem für akut Erkrankte und Personen, die rasch ein Medikament benötigen, und nicht nach draußen gehen können oder wollen, wie zum Beispiel in aktuellen Pandemie-Zeiten, bietet unsere kurzfristige Direktzustellung einen vergleichslosen Vorteil“.

Durch den auf Kooperation statt Konkurrenz zu den klassischen Apotheken basierenden Ansatz hebe man sich von der Online-Konkurrenz ab, betont man beim Startup. Schon bald will man in Wien auf mindestens sieben weitere Apothekenpartner kommen, „um die Logistik zu optimieren und auch die verbleibenden Bezirke Floridsdorf und Donaustadt am rechten Donauufer zu erschließen“. Analog zu den Öffnungszeiten der meisten Apotheken gibt es das Service aktuelle Montag bis Freitag von 8:00 bis 18:00 Uhr und Samstags von 8:00 bis 12:00 Uhr. Die Arzneimittel werden über den Webshop gekauft, dabei kann man sich von der Apotheke beraten lassen. Dann prüft eine Apotheker:in die Bestellung und führt im Bedarfsfall eine fachliche Abklärung mit der Käufer:in durch. Danach holt eine Fahrradbot:in, die von Pluz Care angestellt ist, die Bestellung in der Apotheke ab und liefert sie an die gewünschte Adresse. Das Sortiment bestehe derzeit aus rund 700 rezeptfreien Medikamenten, Pflegeprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln, heißt es vom Unternehmen.

Zweites von geplanten acht trive studio-Startups

Pluz Care ist das zweite Projekt des Startup-Studios trive studio, das im Jänner offiziell startete. Das Unternehmen des früheren Sclable-Co-Founders Martin Sirlinger, in das unter anderem auch Hansi Hansmann investiert ist, will innerhalb von vier Jahren rund acht Startups gründen und skalieren. Das erste davon wurde bereits im vergangenen Herbst präsentiert: Emma Wanderer. Auch dort spielt Lena Hödl als COO eine zentrale Rolle. Generell übernimmt das trive studio-Kernteam, zu dem Hödl gehört, zu Beginn sehr viele Funktionen in den Studio-Startups und soll – so will es das Konzept – erst nach und nach von neuen Mitarbeiter:innen abgelöst werden.

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© invest.austria

Am 4. November 2026 lädt der Branchenverband invest.austria in den Apothekertrakt des Schlosses Schönbrunn. Unter dem Motto „Postcard or Powerhouse: The European Imperative“ versammelt das Event mehr als 500 Gäste, darunter Business Angels, Venture-Capital- und Private-Equity-Investor:innen sowie Family Offices aus Österreich, der DACH-Region und CEE.

Vor dem Hintergrund aktueller makroökonomischer Herausforderungen soll ein Weckruf an das Ökosystem formuliert werden: „Europa steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Wir können nicht länger nur die malerische Postkarten-Kulisse der Welt sein, wir müssen zu einem echten wirtschaftlichen Powerhouse werden“, so Niki Futter, Präsident von invest.austria.

Europa soll seine Industriestärke ausspielen

Inhaltlich gliedert sich die Konferenz in drei Schwerpunkte: die Nutzung industrieller Kernkompetenzen, eine klare geopolitische und technologische Positionierung sowie die Beschleunigung von Kapitalflüssen. Im Fokus stehen neben Robotik und industrieller KI auch Investitionen in Souveränitäts- und Verteidigungstechnologien.

Wie sich universitäre Forschung zu einem marktführenden Deep-Tech-Unternehmen entwickeln lässt, skizziert Georg Kopetz, Co-Gründer und CEO von TTTech, in seiner Keynote. Kopetz forderte im brutkasten-Interview bereits eine stärkere Vernetzung europäischer Börsenplätze, um heimischen Tech-Akteuren bessere Wachstumsbedingungen zu bieten.

Auch das Thema Künstliche Intelligenz ist prominent besetzt: Mit Dennis Just spricht ein Vertreter des europäischen KI-Unternehmens Mistral. Just sorgte im Frühjahr für Schlagzeilen: Mistral übernahm das von ihm mitgegründete Linzer Startup Emmi AI (brutkasten berichtete).

„Unser Ziel ist es, Österreich und die CEE-Region noch stärker als attraktiven Investitions- und Innovationsstandort zu positionieren“, beschreibt Daniela Haunstein, Geschäftsführerin von invest.austria, die Mission der Konferenz.

Wo das Wachstumskapital herkommen soll

Neben der technologischen Ausrichtung steht die Mobilisierung von Wachstumskapital im Vordergrund. Dabei wird konkret die Rolle des geplanten österreichischen „Startup & Scale-Up Fund“ diskutiert. Ein eigenes Panel thematisiert, inwiefern Dachfonds als Brückenbauer die Finanzierungslücke zwischen Tech-Unternehmen und institutionellem Kapital schließen können.

Valentin Krenkel, stellvertretender Geschäftsführer von invest.austria, betont: „Ein leistungsfähiger Kapitalmarkt braucht mehr als nur die Finanzierung junger Startups. Von der ersten Wachstumsphase über die internationale Skalierung bis hin zu Unternehmensnachfolgen und erfolgreichen Exits spielt privates Kapital eine entscheidende Rolle. Genau diese Bandbreite wollen wir auf der invest.austria conference sichtbar machen.“

Details zum Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es hier.

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