23.08.2021

PlusGear: Nachahmer versuchten Wiener Sportartikel-Startup 1:1 zu kopieren

PlusGear kann mit seinen "USP Sportprodukten" etwas mehr als ein Jahr nach dem Start starke Wachstumszahlen vorweisen. Am Weg dorthin wurden die Gründer Opfer in einem skurrilen Fall.
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PlusGear: Die Gründer Nino Perez-Salado und Michael Peuker
(c) PlusGear: Die Gründer Nino Perez-Salado und Michael Peuker

Die Geschichte des Wiener Startups PlusGear beginnt nicht ungewöhnlich: Zwei (Wirtschafts-)Studienkollegen, die bereits Erfahrungen bei etablierten Unternehmen gesammelt haben, erkennen gemeinsam einen Need und machen sich an die Umsetzung. „Mein späterer Co-Founder Nino Perez-Salado und ich waren zusammen trainieren. Wir haben über das bekannte Problem gesprochen, in der Sportkleidung keinen passenden Platz für Handy, Schlüssel und Co. zu haben. Da entstand die Idee, gemeinsam mit der Community smarte Sportkleidung zu entwickeln“, erzählt Gründer Michael Peuker im Gespräch mit dem brutkasten.

PlusGear will mit „USP Sportprodukten“ gegenüber der etablierten Konkurrenz am Markt herausstechen. Als erstes Produkt brachten Peuker und Perez-Salado im Frühjahr 2020 eine Hose auf den Markt, die die Vorteile einer Kompressionshose mit jenen von Shorts verbinden soll – und mit speziellen Taschen das oben genannte Problem löst. Trotz des coronabedingt schwierigen Marktumfeldes mit geschlossenen Fitnesscentern, Fachgeschäften und Co. sei man damit auf Anhieb erfolgreich gewesen, erzählt der Gründer. Auch das zweite Produkt, ein Hoodie mit eingebauter Maske, sei gut angekommen. Doch dann sei etwas ausgesprochen seltsames passiert.

„Sie haben sogar unsere Werbevideos inhaltsgleich an den selben Orten nachgedreht“

„Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass eine andere Marke ähnliche Produkten auf den Markt gebracht hat. Der Name und das Logo waren fast ident zur eingetragenen PlusGear-Marke. Wir haben uns das genauer angesehen und festgestellt, dass sie sogar unsere Werbevideos inhaltsgleich und an den selben Orten in Wien nachgedreht haben“, erzählt Peuker. Zuerst seien er und sein Co-Founder natürlich perplex gewesen. „Wir haben vermutet, dass fremde Trittbrettfahrer am Erfolg von PlusGear mitnaschen wollten. Sie haben auch kein Impressum angegeben – was gesetzeswidrig ist – weswegen es nicht so einfach möglich war, die Hintermänner zu identifizieren“, sagt der PlusGear-Gründer.

(c) PlusGear: So sehen die Produkte aus

„Wir haben alles intensiv durchleuchtet und unter anderem das nachgedrehte Werbevideo gut 30, 40 mal angesehen. Schlussendlich konnten wir die Verantwortlichen durch einen von ihnen gemachten Fehler eindeutig identifizieren“. Dabei habe es sich um ein „Multi-Millionen Unternehmen mit internationalen Niederlassungen“ gehandelt, sagt Peuker. Später habe sich herausgestellt: „Sie haben bereits im großen Stil mit einem Team in Amerika und mehreren europäischen Staaten an der Kopie unseres Startups gearbeitet“. Wer es war, will der im Gespräch mit dem brutkasten nicht sagen. Aber soviel: „Es sind danach noch einige unangenehme Dinge passiert und es hat ein paar Monate gedauert. Nach Konfrontation stellte das Unternehmen noch vor rechtlichen Schritten das Projekt ein, weil sie ohnehin die Produktqualität und den wirtschaftlichen Erfolg von PlusGear nicht kopieren konnten“.

Starkes Wachstum: Zahlreiche weitere PlusGear-Produkte geplant

Damit war der Weg für die weitere Entwicklung frei. Inzwischen haben man Marke, Logo und weiteres geistiges Eigentum schützen lassen und wäre für ein ähnliches Problem noch besser gerüstet, sagt der Gründer. Mit einem Sport-BH mit eingebauten Taschen brachte PlusGear ein drittes Produkt erfolgreich auf den Markt. „Hier ist die Idee komplett von Frauen aus unserer Community gekommen und wir haben sie umgesetzt“, so Peuker. In den kommenden Wochen sollen weitere „USP Produkte“ folgen, konkret die „PlusBag“ und das „PlusTowel“, die abermals spezielle Features bieten sollen.

Inzwischen habe man zahlreiche Sportler als Testimonials, darunter drei Bundesliga-Spieler, erzählt der Gründer. Und auch der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens, das mittlerweile drei Angestellte hat, lässt sich sehen. „Wir wachsen monatlich um ca. 60 Prozent. Von Juli auf August haben wir uns sogar verdoppelt“, so Peuker. Ab kommendem Jahr werde man mit ausgewählten Sport2000-Filialen auch im stationären Handel vertreten sein. „Unsere größte Challenge war es bislang, genug Ware auf Lager zu haben, weil wir ständig früher als erwartet ausverkauft waren. Das Problem haben wir aber inzwischen gelöst, weil wir aus dem Cashflow schon genug Ware vorfinanzieren können“.

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Martin Simmerstatter, Business Leader bei FlexPowerHub. (c) cognify GmbH

FlexPowerHub ist als Plattform Teil des Salzburger Data-Science-Startups cognify und wurde in Zusammenarbeit mit der Salzburg AG im Jahr 2021 entwickelt, wie brutkasten berichtete. In einer Aussendung von Volue wurde nun die Übernahme bekanntgegeben. Zahlen zum Kaufpreis oder der Bewertung von FlexPowerHub wurden nicht genannt. Mit der Übernahme verfolgt Volue seine strategische Position als zentraler Partner für den automatisierten Energiehandel in ganz Europa.

Die Übernahme eines österreichischen Unternehmens ist für Volue nichts Neues, Ende 2024 wurde bereits das Wiener Startup PowerBot übernommen.

Autopilot für Stromhandel

FlexPowerHub funktioniert im Grunde wie ein Autopilot für den europäischen Stromhandel. Das System analysiert Marktdaten, prognostiziert den Bedarf im Stromnetz und ermöglicht den Energiemarktteilnehmern, datengestützte Entscheidungen in hochvolatilen Umgebungen zu treffen. Das System soll damit eine verbesserte Vorhersagbarkeit und Planungsfähigkeit für Batterie-Energiespeichersysteme (BESS) und andere Speicheranlagen bieten. Aktuell arbeitet FlexPowerHub an der Erweiterung des Prognoseportfolios um drei zusätzliche Märkte: Frankreich, Belgien und die Niederlande.

„Wir haben FlexPowerHub gegründet, weil wir gesehen haben, wie viel Wertschöpfung auf den DACH-Systemdienstleistungsmärkten ungenutzt blieb. Der Zusammenschluss mit Volue bedeutet, dass wir unsere Technologie und Expertise einer viel breiteren Kundengruppe zugänglich machen können – mit der Größe und Reichweite, um für Erzeuger und Händler in der gesamten Region und darüber hinaus einen echten Unterschied zu machen“, so Martin Simmerstatter, Business Leader bei FlexPowerHub.

„Die Energiewende schreibt die Regeln für das Funktionieren der Strommärkte neu“

Für das norwegische Technologieunternehmen Volue, das Energieversorger weltweit mit einer Software für genaue Marktprognosen, Anlagensteuerung und den Stromhandel ausstattet, ist die Übernahme ein strategischer Schritt. Da das europäische Stromnetz durch den Ausbau erneuerbarer Energien immer volatiler wird, soll der schnelle, automatisierte Handel mit Regelleistung zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden.

Das betont auch Volue-CEO Stephan Sieber zu dem Exit: „Die Energiewende schreibt die Regeln für das Funktionieren der Strommärkte neu, und auf den Systemdienstleistungsmärkten geschieht dies am schnellsten. Wir sind davon überzeugt, dass jene Erzeuger und Händler in dieser neuen Ära erfolgreich sein werden, die weiter in die Zukunft blicken und schneller als je zuvor agieren können – und zwar über alle Märkte hinweg, nicht nur auf einem. FlexPowerHub bietet uns heute eine bewährte Bietintelligenz für Systemdienstleistungen und einen klaren Weg, um Kunden in ganz Europa denselben marktübergreifenden Vorteil zu verschaffen.“

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