10.09.2025
QUANTENCOMPUTER

planqc: Startup mit Tiroler Co-Founder gewinnt Deutschen Gründerpreis

Der Münchner Quantencomputing-Hersteller planqc rund um den Tiroler Co-Founder und CEO Alexander Glätzle gewinnt den Deutschen Gründerpreis 2025 in der Kategorie Startup.
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planqc
© planqc/Dirk Bruniecki - (v.l.) Alexander Glätzle (planqc Co-founder & CEO), Johannes Zeiher (planqc Co-founder, Principal Scientist) und Sebastian Blatt (planqc Co-founder & CTO).

Seit seiner Gründung im April 2022 hat das Unternehmen bereits zahlreiche Erfolge vorzuweisen: Kooperationen mit Airbus, der ESA oder Fraunhofer, den ersten Großauftrag vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie eine Serie-A-Finanzierungsrunde, bei der planqc im vergangenen Jahr 50 Millionen Euro einsammeln konnte.

Allzu überraschend kommt es also nicht, dass das Münchner Startup nun den diesjährigen Deutschen Gründerpreis mit nach Hause nimmt. Die Auszeichnung wurde heuer zum 23. Mal vergeben und zählt zu den renommiertesten Preisen für unternehmerische Leistungen in Deutschland.

Kooperation mit Wissenschaft und Industrie

In ihrer Begründung hob die Jury „die klare Skalierbarkeit mit den drei Standbeinen Hardware-Verkauf, Cloud-basiertes Quantumcomputing as a Service und Software-Entwicklung“ hervor. Zudem würdigte man „die starke Kooperation mit Wissenschaft und Industrie, das skalierbare Geschäftsmodell sowie das Zukunftspotenzial von ‘Quantencomputing made in Germany’“.

Planqc ist das erste Spin-off des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik im Rahmen der Munich Quantum Valley-Initiative und baut damit auf jahrzehntelanger Spitzenforschung in der Neutral-Atom-Quantentechnologie auf.

Skalierbare Quantenprozessoren

„Diese Auszeichnung ist für uns eine enorme Bestätigung. Sie zeigt, dass wir mit unserer Technologie nicht nur wissenschaftlich, sondern auch unternehmerisch überzeugen können“, sagt Glätzle, Tiroler Co-Founder und CEO von planqc. „Wir wollen Quantencomputing mit starken Partnern aus Industrie und Wissenschaft in die Anwendung bringen und Deutschland und Europa zu einem Spitzenplatz in dieser Zukunftsindustrie verhelfen.“

Auch CTO und Co-Founder Sebastian Blatt hebt die Bedeutung des Preises hervor: Er gebe dem Startup „Rückenwind“, um die Technologie international auszurollen und damit „völlig neue Möglichkeiten für Industrie und Gesellschaft zu eröffnen“.

Das Startup fokussiert seine Forschung auf universales, digitales Quantencomputing. Dabei bauen sie Quantencomputer, die Quanteninformation in einzelnen Atomen speichern und anschließend verarbeiten. Planqc entwickelt Quantencomputer auf Basis neutraler Atome, die als der schnellste Weg zu skalierbaren Quantenprozessoren für industrielle Anwendungen gelten.

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Die Entrahmungsanlage und Michael Altrichter | (c) 2nd Cycle

Anfang 2024 ist 2nd Cycle mit dem Ziel gestartet, gebrauchte Photovoltaikmodule automatisiert zu prüfen und wiederzuverwerten. Nun meldet das Amstettner Startup den ersten Verkauf einer Anlage: Die DAKA Entsorgungsunternehmen GmbH & Co. KG hat als erster Kunde eine vollautomatische Entrahmungsanlage für PV-Module erworben. Die Anlage ist laut Aussendung bereits in Betrieb.

Die Anlage erkennt unterschiedliche Modulformate und entfernt die Aluminiumrahmen automatisch. Sowohl intakte als auch bereits gebrochene, gerahmte Module können ohne mechanische Umrüstung verarbeitet werden. Das Unternehmen betont, dass die Anlage besonders materialschonend arbeite. Das soll zu einer hohen Reinheit der verwertbaren Rohstoffe Glas und Aluminium führen und damit den Wert der recycelten Materialien steigern. Nach eigenen Angaben handelt es sich um die erste vollautomatische Entrahmungsanlage für PV-Module am Markt.

Baustein einer vollautomatischen Recyclingstraße

Die Entrahmungsanlage ist eine zentrale Komponente einer von 2nd Cycle entwickelten vollautomatischen Recyclingstraße für gebrauchte PV-Module. Die Prozesskette ist auf Zero-Touch-Betrieb, hochreine Wertstofffraktionen und einen Durchsatz von bis zu 90 Modulen pro Stunde ausgelegt. Weitere Module für Reinigung, Entfernung der Anschlussdose und Delamination seien teilweise bereits entwickelt oder stünden kurz vor dem Abschluss, heißt es in der Aussendung. DAKA kann die Entrahmungsanlage eigenständig betreiben und später um weitere Komponenten ergänzen.

(c) 2nd Cycle

„Mit der ersten Kundenanlage zeigen wir, dass sich die automatisierte Aufbereitung von PV-Modulen in den industriellen Betrieb eines Entsorgungsunternehmens integrieren lässt. Entscheidend sind ein stabiler Prozess, definierte Fraktionen und ein planbarer Durchsatz“, sagt Simon Prüller, CEO und Co-Founder von 2nd Cycle.

Als Argument für den Bedarf verweist das Startup auf Zahlen des Joint Research Centre der Europäischen Kommission. Dieses erwartet für die EU-27 ein kumuliertes Aufkommen von sechs bis 13 Millionen Tonnen PV-Abfall bis 2040 und 21 bis 35 Millionen Tonnen bis 2050.

Altrichter: „Dieser Stein ist ein massives Gebirge“

2nd Cycle wurde im Jänner 2024 von einem fünfköpfigen Team um Simon Prüller als FlexCo gegründet. Bereits bei der Gründung sollen Business Angel Michael Altrichter und die Amstettner Müller Gutenbrunn Group mit jeweils sechsstelligen Beträgen eingestiegen sein. Im Oktober 2025 folgte eine Finanzierungsrunde über rund eine Million Euro, unter anderem mit eQventure, Angels United und Buzzard Energy. Damals erwirtschaftete das Startup bereits erste Umsätze mit der automatisierten Prüfung von PV-Modulen, etwa mit einem Auftrag der EVN zum Test des beim Hochwasser 2024 überfluteten Photovoltaik-Kraftwerks Dürnrohr.

Altrichter ordnet den ersten Verkauf entsprechend ein: „Das erste verkaufte Produkt ist für jedes Startup ein Meilenstein. Im Falle von 2nd Cycle ist dieser Stein ein massives Gebirge: Das Produkt ist riesig, der Sales-Prozess komplex, der Markt entwickelt sich dynamisch. Umso beeindruckender ist dieser Erfolg!“

Zuletzt wurde 2nd Cycle auch mehrfach ausgezeichnet. Im September gewann das Startup beim Generali SME EnterPRIZE 2026 die Startup-Kategorie, die mit 10.000 Euro dotiert ist. Beim Riz up Genius Ideen- und Gründerpreis hatte das Projekt schon vor der Gründung den zweiten Platz in der Kategorie ökologisch genial belegt, bei der heurigen Jubiläumsverleihung war 2nd Cycle als Alumni vertreten.

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