27.04.2018

Pizza, Bier und vierzehn Testprodukte beim Usability Testessen in Wien

“If there is a problem, make it a party” ist das Motto beim Usability Testessen. Der Abend wurde ein wirkliches Fest der Nutzerfreundlichkeit.
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Usability Testessen
Das erste Usability Testessen in Wien, veranstaltet durch " der brutkasten" in Kooperation mit Empatic.
kooperation

Am vergangenen Mittwoch war der brutkasten Gastgeber beim dritten Usability Testessen von Empatic – erstmals in Wien. Das Ziel des Abends war es, Nutzer und Entwickler in lockerer Atmosphäre an einen Tisch zu bringen und zusammen Usability Tests durchzuführen. Jeder Entwickler konnte ein beliebiges Produkt mitnehmen und dann in 6 Runden mit jeweils 12 Minuten, ein sogenanntes “Speed-Testing” durchführen.

+++ Was ist eigentlich UX-Design? +++

Bis an die Grenzen testen

Der Abend war ein voller Erfolg, mit über 50 Teilnehmern und 14 Teststationen, wurden mehrere Stunden lang fleißig Produkte getestet, Fehler erkannt und insgesamt die Welt ein wenig verbessert, oder zumindest die Nutzerfreundlichkeit. Dabei waren mehrere Startups wie Getsby, Chatbird oder Digital Samba. Der brutkasten war selbst natürlich dabei und auch Entwickler für größere Unternehmen wie willhaben hatten eine Station, um ihr Produkt bis an die Grenzen zu testen. Das Feedback der Entwickler war durchweg positiv und die Teilnehmer waren überrascht, was man alles an einem Abend herausfinden kann.

Testen mit echten Nutzern unglaublich hilfreich

Viele der Teststationen haben zum ersten Mal selbst einen Usability-Test durchgeführt und einige hatten vorher Bedenken, dass sechs Testrunden nicht ausreichen würden. Alle Zweifel und Fragen zum Thema Usability-Testing und User Experience-Design konnten von den erfahrenen UX-Designern Ben, Yngve und Johannes von Empatic beantwortet werden, die den ganzen Abend organisierten und leiteten. Am Ende waren alle überzeugt, dass das Testen mit echten Nutzern unglaublich hilfreich ist – und manchmal einfacher als man denkt.

Usability Testessen: Pizza, Bier und neue Eindrücke

Auch die Testesser hatten Spaß und haben viele neue Erkenntnisse mitgenommen. Am Ende des Abends wollten sich viele gleich für das nächste Testessen anmelden, doch dafür steht leider noch kein Termin fest. Um 22 Uhr sind dann alle voll gesättigt mit Pizza, Bier und neuen Eindrücken langsam nach Hause gerollt und freuen sich dem Vernehmen nach schon auf das nächste Usability Testessen in Wien.

Wollt ihr das nächste Mal auch dabei sein? Dann meldet euch für den Empatic Newsletter an oder werdet Teil der Facebook-Gruppe. So könnt ihr sicher gehen, dass ihr das nächste Event nicht verpasst und immer up-to-date bleibt.

⇒ Zur Page von Empatic

Eindrücke vom Usability Testessen:

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Personen im Büro an Laptops
(c) Annie Spratt via Unsplash

„Wer heute in den Arbeitsmarkt einsteigt, wird von Anfang an gefordert. Das ist für junge Menschen eine große Chance, aber auch eine Herausforderung“, ordnet Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich, die Ergebnisse einer aktuellen Studie ein. Im Rahmen des globalen „AI Jobs Barometer 2026“ hat die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC weltweit mehr als eine Milliarde Stellenanzeigen aus 27 Ländern auf sechs Kontinenten analysiert. Die Untersuchung soll aufzeigen, wie Künstliche Intelligenz (KI) Berufsprofile, Gehälter, Fähigkeiten und die Arbeitsproduktivität beeinflusst.

Neue Ansprüche bei Einstiegsjobs

Besonders stark zeigt sich der Wandel am Anfang der Karriereleiter. Für Einstiegspositionen erwarten Arbeitgeber in KI-geprägten Berufen zunehmend Fähigkeiten, die traditionell eher erfahrenen Fachkräften vorbehalten waren. Zu diesen gehört die Entwicklung fortgeschrittener, spezifisch menschlicher Kompetenzen wie kritisches Denken, Kooperationsfähigkeit, Veränderungsbereitschaft und Führungskompetenz.

Laut Studie machen solche traditionell seniorigen Fähigkeiten wie motivierende Führung, strategische Entscheidungsfindung oder Teambildung bereits 52 Prozent der neu geforderten Skills in KI-exponierten Einstiegsberufen aus. Bei Berufen mit geringem KI-Kontakt liegt dieser Anteil bei lediglich sieben Prozent. Die Studienautor:innen schreiben in diesem Zusammenhang von einer „Seniorisierung“ von Junior-Rollen. Während klassische Einstiegsjobs in stark betroffenen Branchen insgesamt stagnieren, verzeichnen solche „seniorisierten“ Einstiegspositionen, die mindestens zehn dieser neuen fortgeschrittenen Fähigkeiten verlangen, ein deutliches Wachstum von 35 Prozent. Dies zwingt Unternehmen und das Bildungssystem dazu, Berufseinsteiger:innen künftig anders zu fördern und zu begleiten.

Produktivität treibt Beschäftigungswachstum

Entgegen bekannter Befürchtungen, dass Künstliche Intelligenz in großem Stil Arbeitsplätze ersetzen wird, zeichnet der Bericht ein anderes Bild. Unternehmen mit hoher KI-Intensität verzeichnen nicht nur stärkere Produktivitätszuwächse, sondern bauen auch ihre Belegschaften schneller aus. Zwischen 2018 und 2025 stieg die Produktivität von Firmen mit starkem KI-Einsatz um 34 Prozent (im Vergleich zu 24 Prozent bei geringem Einsatz). Parallel dazu wuchs deren Beschäftigung um 52 Prozent, während Unternehmen mit geringer KI-Nutzung ihre Belegschaft nur um 36 Prozent vergrößerten.

PwC-Österreich-Chef Krickl zieht dazu eine historische Parallele: „Wir beobachten hier ein klassisches Muster der Wirtschaftsgeschichte. Auch die Industrialisierung hat kurzfristig Jobs verdrängt, langfristig aber deutlich mehr neue geschaffen, weil Produktivitätsgewinne Wachstum ermöglichen. Dieses Wachstum schafft wiederum neue Aufgaben und erhöht den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften“.

Zweigeteilter Arbeitsmarkt: „Professionalised“ vs. „Democratised“

Die Analysen deuten darauf hin, dass sich ein zunehmend zweigeteilter Arbeitsmarkt entwickelt. Auf der einen Seite stehen sogenannte „Professionalised Roles“ (professionalisierte Berufe), in denen KI Routineaufgaben übernimmt, wodurch menschliches Urteilsvermögen, Fachwissen und strategische Entscheidungen an Bedeutung gewinnen. Diese Berufsgruppen, zu denen etwa Personalvermittler:innen oder Jurist:innen gehören, wachsen weltweit mehr als doppelt so schnell wie „Democratised Roles“ (demokratisierte Berufe). In Letzteren standardisiert die Technologie Aufgaben so stark, dass sie auch für Nicht-Fachkräfte leichter zugänglich werden, was jedoch das Lohnwachstum dämpfen kann. Seit 2021 verzeichnen die professionalisierten Berufe eine um 42 Prozent raschere Gehaltsentwicklung als demokratisierte Positionen.

KI-Kompetenzen als Gehalts- und Einstellungsfaktor

Gleichzeitig erweisen sich spezifische KI-Kenntnisse als massiver Gehaltsfaktor. Stellen, die entsprechendes Fachwissen – wie Machine Learning oder Prompt Engineering – explizit verlangen, bieten weltweit einen durchschnittlichen Gehaltsaufschlag von 62 Prozent (nach 57 Prozent im Vorjahr). Zudem wächst die Nachfrage schnell: Binnen eines Jahres stieg die Anzahl der Stellenausschreibungen, die KI-Kompetenzen fordern, um 69 Prozent. Die Einstellung von KI-Spezialist:innen wuchs im Jahr 2025 weltweit achtmal schneller als der gesamte Arbeitsmarkt. Spitzenreiter ist die Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche, in der 11,4 Prozent aller Stellenausschreibungen auf KI-Spezialist:innen abzielen.

Für Unternehmen bedeutet diese Entwicklung, dass sie sich vermehrt auf die menschlichen Erfolgsfaktoren konzentrieren müssen. Krickl betont in diesem Zusammenhang: „KI-Kompetenzen sind gefragter denn je, Menschen, die sie souverän einsetzen können, bleiben jedoch rar. Nicht die Technologie allein macht Unternehmen erfolgreicher, sondern die Menschen, die sie sinnvoll einsetzen. KI-Tools kann heute jedes Unternehmen kaufen – kritisches Denken, Urteilsvermögen und Teamfähigkeit nicht. Wer jetzt in diese Fähigkeiten investiert, verschafft sich einen Vorsprung, der in den kommenden Jahren weiter an Wert gewinnen wird“.

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