PitchTok: Linzer startet Pitch-Wettbewerb im TikTok-Format
TikTok statt Elevator Pitch: Linzer schaffen mit PitchTok ein junges Format für Startups, das neben Reichweite auch eine Reise zum Bits & Bretzels bringen kann.
Die Coronakrise ist auch für Pitch-Wettbewerbe eine schwierige Zeit. Deshalb hat sich Gerold Weiß, ein Pionier der Linzer Startupszene, ein neues Format einfallen lassen. Bei PitchTok sollen sich Gründerinnen und Gründer mit Videos im TikTok-Stil in die Herzen der Community pitchen. Die Clips werden auf eine Website geladen, wo bis 30. April Fans für ihr Startup abstimmen können.
TikTok statt Elevator Pitch
Mit dem neuen Format will Weiß nicht nur Startups mehr Sichtbarkeit geben – es gibt auch eine Kooperation mit dem regionalen TV-Sender LT1, der Startup-Porträts ausstrahlt. Auch Investoren sollen auf der Plattform einen schnellen Überblick über neue Startups bekommen – sozusagen eine frische Version des Elevator Pitches, denn die Videos dürfen nicht länger als 60 Sekunden lang sein.
„Gerade jetzt und in den nächsten Jahren brauchen wir frische Ideen, neuen Mut und viel Unternehmergeist. Dies in einem etwas moderneren Elevator-Pitch im TikTok-Format zu zeigen, sowie mutigen, kreativen und innovativen Menschen eine virtuelle Bühne zu geben, das ist unsere Mission“, so Weiß über seine Initiative. Unterstützt wird das Format auch von Johannes Pracher von der Startrampe der Sparkasse Oberösterreich in der Tabakfabrik: „Mit dem Pitchtok möchten wir innovativen Unternehmen eine Bühne bieten und zeigen wie spannend die Gründerlandschaft in Oberösterreich ist“.
Reise zum Bits & Bretzels gewinnen
Bei PitchTok gibt es neben mehr Sichtbarkeit auch etwas zu gewinnen. Zehn Startups ziehen nach dem Voting ins Halbfinale, in dem eine Jury zwei Finalisten kürt. Diese zwei Startups treten schließlich in einer YouTube-Show direkt gegeneinander an. Der Sieger gewinnt eine Reise zum Bits & Bretzels Startup-Festival in München für das gesamte Founderteam inklusive Anreise, Übernachtung und Tickets. Unter allen Menschen, die im Voting eine Stimme abgegeben haben, wird außerdem ein Halbjahres-Vorrat Linzer Bier verlost.
CHAMP-ION: Österreich rückt weiter ins Zentrum europaweiter Forschung für Quantencomputer
Mit CHAMP-ION startet Europas erste Pilotinitiative zur industriellen Herstellung von Ionenfallen-Chips. Unter der Leitung von Silicon Austria Labs (SAL) geht das mit 50 Mio. Euro geförderte Projekt nun in die Umsetzungsphase. Österreich rückt damit erneut ins Zentrum der europäischen Quantenforschung.
CHAMP-ION: Österreich rückt weiter ins Zentrum europaweiter Forschung für Quantencomputer
Mit CHAMP-ION startet Europas erste Pilotinitiative zur industriellen Herstellung von Ionenfallen-Chips. Unter der Leitung von Silicon Austria Labs (SAL) geht das mit 50 Mio. Euro geförderte Projekt nun in die Umsetzungsphase. Österreich rückt damit erneut ins Zentrum der europäischen Quantenforschung.
Forschende in der SAL Reinraum Villach. (c) Sarina Dobernig
Der Quantencomputer gilt als die nächste Schlüsseltechnologie, was die Quantenforschung zu einer der gefragtesten unserer Zeit macht. Ein zentraler Punkt sind dabei die Ionenfallen-Chips, die das Funktionieren von Quantencomputern ermöglichen. Die USA und China investieren bereits Milliarden in diese Forschung, nun startet Europas erste Pilotinitiative zur industriellen Herstellung der Chips, und das in Österreich.
Vom raumfüllenden Labor zum winzigen Chip
Sogenannte Ionenfallen gelten als einer der vielversprechendsten Ansätze für zukünftige Quantencomputer. Das Prinzip dahinter: Einzelne geladene Atome werden mithilfe elektromagnetischer Felder „eingesperrt“ und dann durch Laserstrahlen gesteuert.
Aktuell füllt diese komplexe Technik im Labor noch einen kompletten Raum. Für eine praktische Nutzung muss der gesamte Aufbau auf einen winzigen Chip schrumpfen – und zwar so, dass er zuverlässig, reproduzierbar und in großen Stückzahlen industriell gefertigt werden kann. Hier setzt die Pilotinitiative von Silicon Austria Labs an, denn sie hat das Ziel, eine industrielle Herstellung von Ionenfallen-Chips in Österreich zu etablieren.
„Unsere Industriestrategie 2035 hat einen klaren Anspruch. Wir wollen Schlüsseltechnologien nicht anderswo entstehen sehen, sondern hier in Österreich mitgestalten. Dass Silicon Austria Labs bei Europas erster Fertigung von Ionenfallen-Chips die Führung übernimmt, zeigt, dass dieser Kurs greift. So wird aus Spitzenforschung industrielle Wertschöpfung im eigenen Land“, kommentiert Innovationsminister Peter Hanke das Projekt.
Innovationsminister Peter Hanke bei einem Besuch in den Silicon Labs Austria. (c) Tobias Holzer
30 Mio. Euro für Österreich
Insgesamt stehen für das Projekt 50 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Fördermittel kommen vom „Chips Joint Undertaking“ der Europäischen Union, das die Entwicklung und Einführung von nanoelektronischen Chip-Technologien vorantreibt, sowie den teilnehmenden Mitgliedstaaten. Der größte Teil von diesem Geld – über 30 Millionen Euro – fließt direkt an die österreichischen Partner.
Das Geld wird laut SAL in erster Linie für den Ausbau der Produktionsanlagen, die Ausbildung neuer Fachkräfte und in offene Servicestrukturen investiert.
Gebündelte österreichische Expertise
An dem Großprojekt sind 21 Organisationen aus sechs verschiedenen Ländern beteiligt. Das Netzwerk besteht aus Forschungseinrichtungen, Universitäten, Startups, KMU und Industrieunternehmen.
Neben Silicon Austria Labs als Projektkoordinator sind weitere heimische Akteure dabei. ParityQC, das mit dem Bau eines Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium erst für Schlagzeilen sorgte, liefert die Quantensoftware-Architektur. Infineon Technologies Austria bringt als industrieller Kernpartner das Wissen zur Fertigung der Chips ein. Alpine Quantum Technologies steuert die Systemperspektive bei, und die Universität Innsbruck fungiert als europäisches Ideenlabor für Ionenfallen.
Europas Quanten-Vorreiter
Die Silicon Austria Labs GmbH (SAL) ist ein 2018 gegründetes, österreichweites Forschungszentrum für elektronik- und softwarebasierte Systeme. An den Standorten Graz, Villach und Linz vernetzt SAL Wissenschaft und Industrie, um innovative Ideen in wirtschaftlich nutzbare Technologien zu verwandeln. Der Forschungsfokus liegt auf Mikrosystemen, Sensorik, Leistungselektronik, intelligenten drahtlosen Systemen und Embedded Systems. Neben CHAMP-ION ist SAL an drei weiteren europäischen Quanten-Pilotlinien beteiligt. Diese Breite habe in Europa kaum ein anderes Forschungszentrum, heißt es in einer Aussendung.
„Wir sind stolz darauf, CHAMP-ION als wahrhaft europäische Initiative zu koordinieren, die führende Expertise aus dem gesamten Kontinent zusammenbringt, um Europas technologische Souveränität im Bereich der Quantentechnologien zu stärken. Durch den Aufbau eines offenen und skalierbaren Ionenfallen-Ökosystems schaffen wir das Fundament für Quantenexzellenz auf Weltklasseniveau, made in Europe“, sagt Christina Hirschl, CEO von Silicon Austria Labs.
Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.