29.07.2021

Pioneers: EY-Partner Thomas Gabriel steigt bei Innovationsberatung ein

Gabriel wird Pioneers künftig mit Anton Schilling führen. Gemeinsam haben die beiden 75 Prozent am Unternehmen von der startup300 AG übernommen.
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Thomas Gabriel
Thomas Gabriel | Foto: © slkphoto.at/Sebastian Kreuzberger

Die Innovationsberatung Pioneers stellt sich an der Spitze neu auf: Der bisherige EY-Partner Thomas Gabriel wird Managing Partner – und steigt damit auch selbst ins Unternehmen ein. Er wird dieses künftig gemeinsam mit Anton Schilling führen, der schon bisher Managing Director von Pioneers war und nun ebenfalls Anteile übernimmt. Gemeinsam halten die beiden nun auch eine Mehrheit am Unternehmen: Die bisherige 100-Prozent-Eigentümerin startup300 AG hat rund 75 Prozent ihrer Anteile an Gabriel und Schilling abgetreten.

Von diesen 75 Prozent könnten – wie in der Beratungsbranche üblich – in Zukunft allerdings weitere Anteile an mögliche künftige Partner gehen, wie startup300-Cofounder Bernhard Lehner gegenüber dem brutkasten erläuterte. Die verbliebene 25-Prozent-Beteiligung an Pioneers will das Unternehmen behalten.

25 Jahre Berufserfahrung als Strategieberater

Der neue Managing Partner Gabriel hat 25 Jahre Berufserfahrung im Strategie-Consulting. Er startete seine Beraterlaufbahn bei Contrast Management-Consulting und baute das Unternehmen zu einer 120-köpfigen Firma auf, die dann an EY verkauft wurde. Die vergangenen vier Jahre war er Partner bei EY-Parthenon.

„Unternehmen geraten zunehmend unter Druck und sind auf Erfolge ihrer Innovationsaktivitäten angewiesen. Genau hier setzen wir mit unserer intensiven, praxisorientierten Begleitung von Entscheidungsträgern und Mitarbeitern an“, wird Gabriel in einer Presseaussendung zitiert. „Thomas Gabriel bereichert Pioneers mit seiner umfassenden unternehmerischen Erfahrung und seinem exzellenten Ruf als Strategieberater. Er kann sich als Gründer einbringen, versteht aber auch Corporate-Strukturen perfekt“, sagt Anton Schilling, Managing Partner von Pioneers.

die beiden Managing Partner Thomas Gabriel und Anton Schilling
die beiden Managing Partner Thomas Gabriel und Anton Schilling | Foto: © slkphoto.at/Sebastian Kreuzberger

140 Innovationsprojekte seit 2019 umgesetzt

Lange Zeit war der Name Pioneers vor allem mit dem gleichnamigen Innovationsfestival verbunden, dessen Einstellung startup300 im Herbst 2019 verkündet hatte. Mittlerweile konzentriert sich das Unternehmen jedoch auf Innovationsberatung: Pionieers unterstützt Organsation auf drei Ebenen – bei der langfristigen Innovationsstrategie, beim Aufbau erforderlicher Rahmenbedingungen sowie beim Umsetzen der Innovationsprojekte.

Das Unternehmen hat seit 2019 nach eigenen Angaben über 140 Innovationsprojekte umgesetzt – unter anderem für Airbus, Booking.com, Daimler, ÖBB, VISA, Vattenfall oder voestalpine. Außerdem ist das Unternehmen Programmpartner des Horizon-2020-Projekts „Scaleup4Europe“ sowie des Social Innovation Tournaments der Europäischen Investmentbank und begleitet Startups, die einen Schwerpunkt auf gesellschaftlichen und ökologischen Mehrwert legen.

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Hansi Hansmann auf der Main Stage des Female Future Festivals 2026. © brutkasten

Unter dem Motto „The Power of Connection“ versammelten sich am 22. Oktober rund 2.000 Teilnehmende in der Wiener Ottakringer Eventlocation. Das von den Schwestern Verena Eugster und Patricia Zupan-Eugster gegründete Female Future Festival widmete sich Themen wie Leadership, künstlicher Intelligenz und Finanzkompetenz. Neben Fachpanels zu Verhandlungsstrategien oder finanzieller Gesundheit war auch Business Angel Hansi Hansmann als Keynotespeaker auf der Bühne zu sehen.

„…, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“

Im Gespräch mit brutkasten nannte Hansmann seine Motivation für den Besuch: „Ich habe zwei kleine Töchter und ich möchte gerne, dass meine Töchter später im Leben irgendwann alles das machen können, was sie machen wollen, ohne dass ihr Geschlecht sie daran hindert.“ „Ich bin ein ganz, ganz großer Fan davon, dass es mehr Unternehmerinnen und mehr Investorinnen gibt. Überhaupt mehr Frauen an der Macht, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“, ergänzt er zu seinen Beweggründen.

Was seine Beteiligungen angeht, sieht der Investor und ehemalige Manager in Sachen Geschlechterverteilung ein klares Muster: „Ich habe in alles investiert: in rein männliche Teams natürlich viel mehr, aber auch rein weibliche und gemischte Teams. Am besten performen gemischte Teams aus meiner Erfahrung.“

Der Hebel gemischter Teams

Den Vorteil gemischter Teams sieht Hansmann im Zusammenspiel unterschiedlicher Stärken: Es gebe „unterschiedliche Eigenschaften und Skills zwischen Frauen und Männern, und die Mischung macht’s aus“.

Als Beispiel nennt er den Markteintritt: „Ein reines Männerteam geht mit dem Produkt raus, wenn es fertig ist. Nach dem Motto ’das können wir mal rausschieben in den Markt, probieren wir mal, schauen wir mal, ob es ankommt.’ Beim reinen Frauenteam, da muss das Produkt perfekt sein. Und das dauert natürlich fünf Monate länger, bis die auf den Markt gehen, und damit vergeht Zeit.“ Für ihn gilt: „Das gemischte Team, wo sozusagen alle Stimmen zu Wort kommen, ist das Ideale.“

Deutlicher Finanzierungs-Gap in H1/2026

Doch obwohl die Teamkonstellation am besten zu performen scheint, bestehen nach wie vor große Ungleichheiten in Sachen Startup-Finanzierung. Erst kürzlich zeigte der Female Start-up Funding Index H1/2026 von EY Österreich, Female Founders und Fund F das Ausmaß. Im ersten Halbjahr flossen 472 Mio. Euro Risikokapital in österreichische Startups, ein Plus von 329 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rein männliche Teams erhielten davon 94,9 Prozent, gemischte Teams 4,8 Prozent und rein weibliche Teams 0,3 Prozent. Der Frauenanteil unter den analysierten Gründer:innen lag bei rund 13 Prozent. „Frauen dürfen gründen. Finanziert werden Männer“, brachte es Lisa-Marie Fassl, Managing Partner von Fund F, in der damaligen Aussendung auf den Punkt.

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