02.06.2016

Pioneers Festival: „Ein neuer Markt ist wie eine Halfpipe“

Ein neuer Markt hat eine überraschend hohe Ähnlichkeit mit einer Halfpipe. Geschwindigkeit aufbauen, stabilisieren, nach oben hinaus alles geben. Der Brutkasten hat sich am Pioneers Festival bei Mik Stroyberg von Lemonsqueeze erkundigt wie man als Startup in einen neuen Markt eintritt.
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„Einen neuen Markt zu betreten, ist wie Radfahren neu zu lernen“, sagt Mik Stroyberg von Lemonsqueeze. Am Pioneers Festival erzählt er, was es braucht, um sich in einem neuen Markt zu etablieren und warum man vermutlich die selben Fehler macht wie in seinem „eigenen“ Markt.

Der Halfpipe-Vergleich

Mik Stroyberg von Lemonsqueeze. (c) Screenshot youtube
Mik Stroyberg von Lemonsqueeze. (c) Screenshot youtube

„Eine Halfpipe ist so konzipiert, dass es ein „In“ und ein „Out“ gibt. Die „In“-Vertikale ist dazu da um Geschwindigkeit aufzubauen. In der flachen Mitte stabilisiert man sich und in der „Out“-Vertikale holt man alles heraus was möglich ist. Nach dem selben Prinzip betritt man als Startup einen neuen Markt„, erklärt der gebürtige Däne.

„Einen neuen Markt zu betreten, ist wie Radfahren neu zu lernen.“

Unterschiedliche Halfpipes – unterschiedliche Marktzugänge

Ein Produkt ist nicht von heute auf morgen ein internationaler Verkaufsschlager. „You need to go step by step“. Auch hier findet Stroyberg Parallelen zu Halfpipes.

„You need to go step by step“.

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Baby-Pipe

Die Baby-Pipe ist der klassische Einstieg in den heimischen Markt. Es ist leicht in die Gänge zu kommen und die Hindernisse (Bürokratie, Steuern, gesetzliche Regelungen…) sind zum größten Teil bekannt. Ein „Sturz“ ist verkraftbar, da sowohl das Risiko aber auch der mögliche Erfolg begrenzt sind.

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Boss-Pipe

Die „Boss-Pipe“ ist wie eine Expansion von Österreich nach Amerika. Es tun sich Hindernisse auf, die kaum zu bewältigbar wirken. Startschwierigkeiten – wo fange ich an? Die Ausgangssituation ist eine komplett neue. Steuern, Versicherung, Kredit(würdigkeit), Kontakte etc. Das Erfolgspotential ist dafür unbegrenzt. „You can reach for the stars“.

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WTF-Pipe

„Kein Risiko, keine hohen Investitionen aber unbegrenztes Erfolgspotential“ – das ist die Idee der WTF-Pipe. Für viele ist die WTF-Pipe ein Traum, aber sie bleibt letztendlich ein Wunschtraum. Man will in einen neuen Markt, aber will es doch nicht wirklich. Diese Einstellung ist der Tod für jegliches Momentum. Entscheidungen werden viel zu spät getroffen und Stillstand schleicht sich immer wieder ein.

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But-What-If…Pipe

Die Risiken sind bekannt und Vertrauen in sich selbst und seine Fähigkeiten ist gegeben. „It’s about unlocking your potential“. Geld, Zeit, Fokus – wenn man sich über alle diese Komponenten im Klaren ist, steht dem Weg nach oben nichts im Weg. Auch schnelles Skalieren ist möglich, lediglich das Mindset muss das richtige sein.

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„All In“ in einen neuen Markt

„Einen neuen Markt zu betreten, ist eine große Herausforderung. Das kann man nicht nebenbei machen. Es braucht alle Kompetenzen und die volle Aufmerksamkeit der Unternehmer. Diese Aufgabe fordert „all in“-Maßnahmen“, sagt Stroyberg. Darüber hinaus erfordert eine Expansion viel Disziplin. Anfänglich werden keine Erfolge sichtbar sein. Es gilt jedoch seiner Linie treu zu bleiben und nicht kurzfristig vom Kurs abzuweichen. Dadurch könne man sich seine Strategie langfristig zerstören, so Stroyberg weiters.

„You need to go step by step.“

80 Prozent „Noise“ – 20 Prozent „Success“

Beim Betreten eines neuen Markts geht sehr viel Zeit für Organisatorisches und ähnliche „Notwendigkeiten“ drauf. Zumeist bleiben dann 80 Prozent „Noise“ über und nur 20 Prozent „Success„. Es sollte jedoch genau andersrum sein. „Wer sich nicht auf seine Kernkompetenzen konzentriert bleibt oftmals auf der Strecke“, meint Stroyberg. Das Bedürfnis zu expandieren ist natürlich groß, man sollte einen solchen Schritt aber keinesfalls überstürzen und genügend Zeit in die Vorbereitung stecken.

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Country-Manager einstellen

„Um aus der 80/20-Situation das Beste rauszuholen, ist es smart einen Country-Manager (CM) anszustellen“, erklärt Stroyberg. Den Kosten eines solchen Country-Managers muss man sich bewusst sein, auf lange Sicht sei es aber der einzig vernünftige Weg sich in das lokale Eco-System zu integrieren. Vorausgesetzt es gibt im Startup keine Ressourcen einen Mitarbeiter für mehrere Monate in das jeweilige Land zu schicken, um sich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen.

Die Vorteile eines Country-Managers:

  • CM hat Kontakte in die lokale Szene
  • CM kennt sich mit gesetzlicher und steuerlicher Situation aus
  • CM kennt die relevanten Behörden
  • CM kennt die kulturellen Gegebenheiten
  • CM übernimmt Aufgaben, die Unternehmer von ihrer eigentlichen Aufgabe ablenken

Lemonsqueeze ist eine Market-Expansion Platform, die europäischen und US-amerikanischen Startups dabei hilft neue Märkte zu betreten.


 

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Die Herausforderung ist bekannt: Corporates müssen KI-Anwendungen operativ ins Unternehmen bringen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, die Umsetzung ist aber vor allem aufgrund hoher Sicherheitsanforderungen alles andere als trivial. Nicht überall gelang bislang daher der Sprung aus der Pilotphase. Doch einige heimische Corporates stechen mit ihren erfolgreich umgesetzten KI-Projekten hervor.

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Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Corporate Innovation wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Startups und Scaleups vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.


Die „Innovator of the Year“-Kategorie Scaleups wird durch BCG unterstützt.


Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Corporate Innovation“

Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.

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Michael Waupotitsch, VP Textile Recycling | Andritz

Michael Waupotitsch | (c) Andritz

Angesichts von weltweit 92 Millionen Tonnen Textilmüll jährlich hat der Grazer Technologiekonzern Andritz eine neue KI-Lösung für die Kreislaufwirtschaft präsentiert. Mit dem System „teXscan“ soll die Bewertung von Alttextilien laut Angaben des Unternehmens künftig zerstörungsfrei automatisiert werden. In nur einer Sekunde soll das System die Textilqualität auf Stoff-, Garn- und Faserebene bewerten. Darauf basierend empfiehlt die KI den jeweils optimalen Weiterverarbeitungsweg, vom Ring-Spinnen bis zum chemischen Recycling. Laut Michael Waupotitsch, Vice President Textile Recycling bei Andritz, soll diese prädiktive Analyse-Software eine Lücke in der großindustriellen Sortierung schließen und als Hebel für eine wettbewerbsfähige textile Kreislaufwirtschaft dienen.

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Gerhard Dimmler | (c) Engel

Unter dem Projektnamen “Inject AI” bringt der oberösterreichische Spritzgussmaschinen-Weltmarktführer einen KI-Assistenten direkt in die Spritzgießproduktion seiner Kunden. Der Engel Virtual Assistant (EVA) versteht und beantwortet nicht nur Fragen in natürlicher Sprache, sondern führt nach Freigabe auch Änderungen an der Maschinensteuerung kontrolliert selbst aus. Das System ist nicht nur für Neumaschinen verfügbar, sondern kann bei bestimmten Maschinentypen auch nachgerüstet werden. “Unser Ziel ist es, Anwenderinnen und Anwendern ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sie im Produktionsalltag effizienter arbeiten können”, sagt CTO Gerhard Dimmler.

Margit Kendler, CFO Greiner Packaging | Greiner

Margit Kendler | (c) brutkasten/Dervisevic

Greiner Packaging arbeitet mit drei KI-Fokusfeldern: Kundeninteraktion, Produktion und Verwaltung. In der Produktion ist KI am Ende der Linie im Einsatz, im Verpackungsbereich und in Richtung Lager. Intern gibt es wöchentliche Online-Runden für Best-Practice-Sharing, einzelne Kolleg:innen arbeiten bereits viel mit Agenten. Kendler treibt das Thema aus der CFO-Rolle und steht für einen Industriebetrieb mit 902 Millionen Euro Umsatz und fast 4.900 Mitarbeiter:innen.

Sulejman Ganibegović, CEO Keba Digital | Keba

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Das Linzer Technologieunternehmen Keba zählt zu den globalen Spitzenreitern in mehreren Teilbereichen der Automatisierung. Seit diesem Jahr hat die Gruppe mit Keba Digital eine Software-Einheit mit KI-Fokus, die auch auf der Technologie des 2025 nach dessen Insolvenz übernommenen KI-Startups 7LYTIX aufbaut. Ziel von Keba Digital ist die Entwicklung industrietauglicher KI-Lösungen, die auch ohne Kopplung an Keba-Hardware vertrieben werden können. CEO Sulejman Ganibegović bringt Unternehmer- und Exit-Erfahrung mit und war bereits zuvor als Vice President Digital Business der Gruppe tätig.

Andreas Kranabitl, Geschäftsführer Spar ICS | Spar

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Spar zeigt, wie KI im Handel konkrete Wirkung entfaltet. Die Absatzprognose der Spar ICS erkennt Muster darin, welche Artikel an welchem Tag in welchem Markt gekauft werden, bezieht das Wetter ein und steuert auf dieser Basis die Bestellmenge pro Filiale. Damit konnte Spar den Verderb von Obst und Gemüse im Jahresvergleich um 20 Prozent reduzieren. Andreas Kranabitl führt die IT-Gesellschaft der Spar Österreich-Gruppe seit 2009 und verantwortet die technologische Basis dieser Lösung. Er macht vor, wie ein Traditionsunternehmen KI im Kerngeschäft skaliert und dabei wirtschaftliche Effizienz mit einem messbaren Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung verbindet.

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