02.06.2022

Pioneers startet Innovationsberatung für Nachhaltigkeit & holt Glacier CSO

Pioneers baut seine bestehende Innovationsberatung aus und bietet mit "Pioneers.Climate" künftig Consulting rund um das Thema Nachhaltigkeit an. Zudem wurde auch Philip Reuchlin an Bord geholt, der zuvor als Chief Sustainbility Officer beim Wiener Klimaschutz-Startup Glacier tätig war.
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Philip Reuchlin
Philip Reuchlin wechselt zu Pioneers.Climate | (c) Adam Schultz / MIT Solve.

Die Innovationsberatung Pioneers zählt in der noch recht jungen österreichischen Innovationslandschaft mittlerweile zu einem Urgestein. Bereits 2009 wurden über Pioneers erste Geschäftsbeziehung zwischen Startups, Corporates und Investoren ermöglicht. Bekanntestes Produkt war lange Zeit das Pioneers Festival, das jährlich tausende Gäste und Gründer:innen in die Wiener Hofburg lockte. 2018 erfolgte schlussendlich unter großem Aufsehen der Exit an startup300.

Pioneers.Climate geht Partnerschaft mit Glacier ein

Mit „Pioneers.Climate“ soll nun ein neues Kapitel in der Geschichte von Pioneers aufgeschlagen werden. Ab sofort wird nämlich die bestehende Innovationsberatung rund um das Thema Nachhaltigkeit erweitert. Ziel ist es, ein „Katalysator für innovative Dekarbonisierung“ zu sein, der das weitere Wachstum von Unternehmen ermöglicht.

“Pioneers.Climate ist für uns ein enorm wichtiger Schritt, um die Brücke von Sustainability Herausforderungen zu innovativen Lösungen zu bauen“, so Thomas Gabriel, Managing Partner bei Pioneers.

Auch das Unternehmen “Glacier” rund um den früheren Pioneers Co-Founder Andreas Tschas ist als Partner von Pioneers.Climate mit an Bord. Im Rahmen der Partnerschaft wechselt Philip Reuchlin von Glacier zu Pioneers.Climate. Beim Wiener Klimaschutz-Startup rund um Andreas Tschas übte er zuvor die Position des Chief Sustainbility Officer aus.

Was Pioneers.Climate bietet

Die Innovationsberatung von „Pioneers.Climate“ im Bereich der Nachhaltigkeit ist vielfältig. Grundlage bildet neben einem ESG Readiness Check auch die Berechnung des Carbon Footprint. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die künftige Berichterstattung im Rahmen der CSRD und EU Taxonomie mittels Softwaretools gelegt.

Zudem werden auch Klimastrategien mit den Unternehmen erarbeitet, die eng mit den jeweiligen Innovationsstrategien abgestimmt sind. Den Kern bildet allerdings die Definition von sogenannten “Sustainable Innovation Fields of Play”, die zur Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen beitragen sollen. Weiters verfügt „Pioneers.Climate“ über eigene Clean-Tech Partner, die bei der Umsetzung unterstützen.


Videotipp aus dem Archiv: Die Hintergründe zum Millionen-Investment für Glacier

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V.l.: Philipp von Lattorff, Johanna Pirker, Georg Kopetz und Dietrich Haubenberger bilden die Arbeitsgruppe
V.l.: Philipp von Lattorff, Johanna Pirker, Georg Kopetz und Dietrich Haubenberger bilden die Arbeitsgruppe "Science to Business" von Forwit | (c) Johannes Zinner

Die Verhandlungen zur gemeinsamen europäischen Gesellschaftsform EU Inc. bewegen sich langsam auf die Zielgerade zu. Mitsprache haben dabei nicht nur die EU-Kommission, die bereits im März ihren Entwurf vorlegte, und das EU-Parlament, das letztlich über das Regelwerk abstimmen wird, sondern auch der Rat der EU, also die Regierungen der Mitgliedstaaten. In der zweiten Reihe machen zudem einige mächtige Interessensvertretungen, etwa mehrere nationalstaatliche Notariatsverbände, ihren Einfluss geltend.

Eines zeichnet sich dabei bereits klar ab: Die Verhandlungen laufen auf einen Kompromiss hinaus, wie brutkasten bereits analysierte. Bereits der Kommissionsentwurf war eine im Vergleich zu den ursprünglichen Forderungen der im Startup-Umfeld formierten Initiative „EU-INC“ abgespeckte Version. Dass es in den Verhandlungen zu Abänderungen im Sinne der Initiative kommt, ist höchst unwahrscheinlich. Vielmehr stehen Streichungen zentraler Punkte im Raum, die für die Initiative zum Kern des Vorhabens zählen.

„Once in a generation-Chance für Österreich und Europa“

Diese adressiert nun auch die Arbeitsgruppe „Science to Business“ des österreichischen Rats für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (Forwit) in einem offenen Brief an mehrere österreichische Regierungsmitglieder. Der Arbeitsgruppe gehören TTTech-Gründer Georg Kopetz, Informatik-Professorin Johanna Pirker, Neurologe Dietrich Haubenberger und Philipp von Lattorff, Aufsichtsratsvorsitzender des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna, an.

Die EU Inc. sei eine „once in a generation-Chance für Österreich und Europa“, heißt es im offenen Brief. Während die Bundesregierung mit der strategischen öffentlichen Beschaffung und der Errichtung eines Dachfonds bereits zwei „kritische Schwachstellen“ im Wissenstransfer in Österreich angehe, könne dies gemeinsam mit der EU mit der EU Inc. auch beim Thema Skalierung „schlagkräftig“ gelingen.

Regierung soll sich für zentrales Handelsregister und Mitarbeiter:innenbeteiligung einsetzen

Zwei aus Sicht von Forwit dafür maßgebliche Elemente der EU Inc., nämlich ein zentrales europäisches Handelsregister und eine standardisierte Mitarbeiter:innenbeteiligung, würden aber aktuell drohen, im Zuge der Verhandlungen gestrichen zu werden. Ersteres brauche man, damit es sich bei der EU Inc. tatsächlich um einen europäischen Standard handle, zweiteres, damit europäische Wachstumsunternehmen im Wettbewerb um Talente bestehen könnten. Zudem betont die Forwit-Arbeitsgruppe auch die Möglichkeiten, die die neue Gesellschaftsform KMU im Allgemeinen bieten könne.

Entsprechend fordert sie die Regierungsmitglieder im offenen Brief konkret dazu auf, sich in den Verhandlungen für das zentrale Handelsregister und die Mitarbeiter:innenbeteiligung einzusetzen, ebenso wie für die freie Wahl des Registrierungssitzes, den Zugang für alle Unternehmen und die Geltung des lokalen Arbeits- und Steuerrechts. Und zudem „die EU Inc. als Bestandteil der Umsetzung der Industriestrategie 2035 zu erachten und in der Folge entsprechend mitzugestalten.“ Man stehe den Adressat:innen und der gesamten Bundesregierung „für eine Vertiefung und Begleitung der österreichischen Position selbstverständlich zur Verfügung.“

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