13.05.2019

Goldhändler, neue Fonds und smarte Bälle: Das waren die Highlights des Pioneers 19

Das israelische Startup Smartball wurde auf dem Pioneers 19 zum Startup des Jahres gewählt, kurz davor hat Bitpanda-CEO Eric Demuth seine jüngste Pläne rund um Goldhandel verkündet. Und unter vier Augen fanden spannende Gespräche mit internationalen Experten statt.
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Pioneers Vienna
(c) Aron Suveg
kooperation

Am 9. und 10. Mai wurde Wien erneut zum Nabel der internationalen Startupwelt, als 2500 Entscheidungsträger aus Unternehmen und dem öffentlichen Sektor, internationale Investoren und handselektierte Startups das Pioneers 19 in der Wiener Hofburg besuchten.

Oliver Csendes, CEO von Pioneers, zeigt sich auch dieses Jahr wieder begeistert vom Event: „Oft sind Startup-Veranstaltungen oberflächlich und ineffizient“, sagt er: „Pioneers holt jedes Jahr über 1.100 internationale Gründer nach Wien. Nicht zufällig, sondern in einem aufwändigen Bewerbungsprozess ausgewählt.“

Pioneers 19: Das Startup des Jahres

Unter 500 zum „Pioneers-500-Programm“ eingeladenen Startups bekamen die 50 besten die Möglichkeit, vor einer internationalen Fachjury zu pitchen. Von diesen durften wiederum acht Finalisten zum Abschluss des Events ihr Startup präsentieren, als „Startup of the Year“ wurde schließlich das israelische Startup Storyball gekürt. „Das Pioneers 500-Programm gilt als Gütesiegel in der Startup-Welt“, sagt Csendes.

+++Weiterlesen: Storyball ist „Startup des Jahres“ beim Pioneers 19+++

Inhaltlich waren die Diskussionen und Talks auch dieses Jahr wieder breit gefächert – von naturwissenschaftlich geprägten Keynotes rund um die Erforschung des Weltraums bis zu Panels mit Investoren und Startups aus dem österreichischen Ökosystem.

Und auch einige spannende Ankündigungen wurden dieses Jahr gemacht: Seitens BitPanda gab man auf dem Pioneers 19 zum Beispiel bekannt, dass man ab nun auch als Goldhändler auftritt, startup300 wiederum kündigte einen neuen Fonds für Frühphasen-Investments an.

Doch Events wie das Pioneers leben nicht nur von prominenten Namen und bombastischen Visuals – sondern in erster Linie von den persönlichen Gesprächen, die sich am Rande solcher Events ergeben. Somit haben wir uns gefreut, in der Aussteller-Area mit den Tribe.Kids – also den Entrepreneuren von morgen – zu sprechen (siehe Video oben).

Außerdem haben wir Pitching-Tipps von 500startups-Partner Marvin Liao eingeholt, den CPO der Durchstarter-App PicsArt zu seiner Gründerstory befragt und mit Talent Garden CEO Davide Dattoli darüber gesprochen, wie ein vernetztes europäisches Startup-Ökosystem entstehen kann.

Und wir freuen uns auf nächstes Jahr, wenn wir erneut mit internationalen und österreichischen Experten in historischem Ambiente über die Zukunft der Welt diskutieren können.


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v. l. n. r. Stefan Kampusch (AURIMOD GmbH), Leonardo Peikoff (KPMG), Daniela Haunstein, Nikolaus Futter (beide invest.austria), Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus), Christian Tauber (NEOALP), André Felker (backbone.one), Lea Krebs (fibionic GmbH), Michael Reip (openmaind) und Benjamin Behr (KPMG) | Foto beigestellt von KPMG

Der Austrian Tech Innovator wird von KPMG veranstaltet und soll österreichischen Startups und Scaleups eine Bühne vor Publikum aus Wirtschaft und Investor:innen bieten. Heuer ging der Sieg an die Aurimod GmbH. Das Unternehmen entwickelt ein tragbares Gerät zur Vagusnerv-Stimulation am Ohr, mit dem Schmerzen ohne Medikamente behandelt werden sollen.

„Unser Ziel ist, Betroffenen eine wirksame Ergänzung zu herkömmlichen Schmerzbehandlungen anzubieten. Mittels Vagusnerv-Stimulation am Ohr können Schmerzen wie beispielsweise chronische Rückenschmerzen, Migräne oder akute postoperative Schmerzen nachhaltig behandelt werden“, erklärt Stefan Kampusch, CEO von Aurimod.

Seit Herbst letzten Jahres tritt das Unternehmen unter einer Doppelspitze auf: Manuel Leal Garcia, seit Mitte 2024 Head of Business Development, wurde zum Chief Commercial Officer und Co-Geschäftsführer neben Kampusch bestellt. Er verantwortet Vertrieb, Marketing und das internationale Geschäft, mit Fokus auf Deutschland, die Schweiz, Großbritannien sowie weitere europäische und nordamerikanische Märkte.

Ticket für den Global Tech Innovator

Mit dem Sieg hat sich Aurimod auch die Teilnahme am Global Tech Innovator gesichert. Dort tritt das Unternehmen gegen die Gewinner:innen der anderen teilnehmenden Länder an. Das internationale Finale findet zum sechsten Mal im Rahmen des Web Summit in Lissabon statt.

„Sichtbarkeit, ein starkes Netzwerk, professionelle Begleitung und ein klarer Blick auf den Markt können den entscheidenden Unterschied machen, um als Startup auch globale Reichweite zu erlangen“, sagt Benjamin Behr, Director im Bereich Advisory bei KPMG und Host des Abends.

Neoalp, fibionic und openmaind unter den Finalisten

Neben Aurimod standen vier weitere Unternehmen im Finale. Drei davon sind brutkasten-Leser:innen bereits bekannt:

Das Wiener Startup Neoalp entwickelt eine vendor-neutrale Operations-Plattform für industrielle humanoide Robotik. Anfang des Jahres berichtete brutkasten, wie das Startup Semperit bei der Einführung humanoider Roboter in der Fertigung unterstützt, gemeinsam mit Projektpartner Cancom.

Das Tiroler Startup fibionic aus Götzens setzt mit seinem patentierten Verfahren „fibionic fiber placement“ auf bionisch inspirierten Leichtbau: Fasern werden gezielt entlang realer Lastpfade ausgerichtet, das Vorbild sind Strukturen wie die Flügel einer Libelle. Im März holte sich das 2021 gegründete DeepTech-Startup drei Millionen Euro, angeführt von Redstone und Euregio+.

Das Grazer Startup openmaind arbeitet an einer KI-basierten Intelligence-Layer für industrielle Robotikprozesse. Die Software vernetzt autonome Transportroboter unterschiedlicher Hersteller in Produktionshallen und lässt sich per natürlicher Sprache steuern. Im Herbst 2025 stieg KaPa Ventures mit einem mittleren sechsstelligen Betrag ein. Die Mitgründer Michael Reip und Christoph Zehentner hatten 2021 bereits ihr Unternehmen Incubed IT an Verizon verkauft.

Vierter Finalist war die backbone.one GmbH, die eine digitale Infrastruktur für erneuerbare Energie entwickelt und das Konzept „Energy-as-a-Currency“ verfolgt.

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