23.05.2018

Pimcore: Salzburger Startup unter Gartner „Cool Vendors“ 2018

Das Salzburger Startup Pimcore bietet sein auf E-Commerce spezialisiertes Datenmanagement-Tool auf Open-Source-Basis an. Die Plattform schaffte es unter die Gartner "Cool Vendors" 2018 im Bereich "Digital Commerce".
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pimcore: Dietmar Rietsch
(c) pimcore: CEO Dietmar Rietsch

Für ein B2B-Tool ist es zumindest in Österreich ein unübliches Geschäftsmodell. Das Salzburger Startup Pimcore bietet sein Daten- und Customer-Experience-Management-Tool kostenlos an. Der Open Source-Quellcode kann heruntergeladen und modifiziert werden. Umsätze macht man über verschiedene Dienstleistungen rund um das auf E-Commerce spezialisierte Programm. Angeboten werden neben Consulting und Support auch maßgeschneiderte Implementierung und Schulungen. Nicht nur das Open-Source-Modell brachte Pimcore nun auf die Liste der „Cool Vendors“ des Beratungsunternehmens Gartner in der Kategorie „Digital Commerce“. Das gelang dieses Jahr (in einer anderen Kategorie) übrigens auch dem Wiener Startup Anyline – der Brutkasten berichtete.

+++ Wiener Anyline unter Gartner “Cool Vendors 2018” +++

Niederlassungen in den USA und Indien

„Pimcore hilft Unternehmen bei der Konsolidierung von Produkt- und digitalen Ressourcen, um bessere Nutzererfahrungen für Commerce, Website und mobile Anwendungen zu erreichen“, heißt es im Gartner-Report. Das Unternehmen bietet mit seinem Tool nach eigener Beschreibung Kundenerlebnismanagement, Digital Asset Management, Produktinformationsmanagement und Multi-Channel Publishing. 2013 gegründet hat es neben dem Headquarter in Salzburg inzwischen Niederlassungen in den USA und Indien.

Pimcore: „In der Hitze der Übernahmeschlachten voll durchstarten“

„Ein offizieller Gartner ‚Cool Vendor‘ zu sein, bestätigt unsere Strategie und macht uns mächtig stolz“, kommentiert Pimcore-CEO Dietmar Rietsch in einer Aussendung. Man glaube fest an die Flexibilität und Innovationskraft von Open-Source-Ökosystemen. Und von diesen gebe es nicht viele. Erst kürzlich sei etwa der Anbieter Magento von Adobe geschluckt worden. Man wolle nun „in der Hitze der anhaltenden Übernahmeschlachten voll durchstarten“.

Noch wenige österreichische „Cool Vendors“

Noch nicht viele österreichische Unternehmen haben es auf die Liste der Cool Vendors von Gartner geschafft. Der Beratungsmulti macht damit jährlich auf junge Technologie-Unternehmen aufmerksam, die in unterschiedlichen Kategorien innovative Produkte bieten. In den vergangenen Jahren waren aus Österreich etwa indoo.rs, VisoCon und Braintribe auf der Liste.

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Das Gründerteam von Theradocx. (v.l.) Petronel Liciu, Selin Matun, Jan Hoppel | © Theradocx

Theradocx möchte den Arbeitsalltag von Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen erleichtern. Eine eigens entwickelte KI-Anwendung erstellt Protokolle und Zusammenfassungen, indem sie Sitzungen aufnimmt und analysiert, wie brutkasten berichtete. Kürzlich erhielt Theradocx ein FFG-Förderprojekt mit einem Projektvolumen von 580.000 Euro.

Verbesserung der KI

Im Zuge dieses Projekts will das 2025 gegründete Unternehmen seine KI weiterentwickeln. Das heißt: Die Transkription soll präziser werden, unterschiedliche Sprecher besser erkannt und die Erstellung von Protokollen sowie thematischen und emotionalen Analysen verbessert werden. „Ein großer Teil der Projektmittel fließt in den Ausbau unseres Entwicklungs- und Forschungsteams und damit direkt in die technologische Weiterentwicklung von Theradocx“, erklärt Co-Founderin Selin Matun.

Zudem wird laut Matun die Plattform auch rechtlich und regulatorisch weiterentwickelt. Stichwort: Datenschutz und EU AI Act.

Kooperation mit Sigmund Freud Privatuniversität

Im Zuge des geförderten Projekts ging Theradocx eine Kooperation mit der Sigmund Freud Privatuniversität ein, durch die seine KI-Systeme validiert werden sollen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Spracherkennung. Unterschiedliche Dialekte, Sprecher:innen und akustische Bedingungen sollen getestet werden, wodurch Schwachstellen identifiziert werden können. Zudem sollen die psychotherapeutischen Dokumentationen und Analysen durch Fachpersonal der Sigmund Freud Privatuniversität verbessert werden.

„Für uns ist diese Kooperation besonders wichtig, weil wir nicht nur technisch leistungsfähige KI entwickeln möchten. Wir wollen auch wissenschaftlich überprüfen, ob die Ergebnisse psychotherapeutischen Qualitätsstandards entsprechen und in der Praxis tatsächlich einen Mehrwert schaffen“, sagt Matun und ergänzt: „Gemeinsam möchten wir einen wissenschaftlich fundierten Evaluationsprozess etablieren, durch den die Qualität unserer KI-Ergebnisse nicht nur technisch, sondern auch anhand psychotherapeutischer Kriterien beurteilt und kontinuierlich verbessert werden kann.“

Etablierung im DACH-Raum

Neben der qualitativen Verbesserung der KI möchte Theradocx in Zukunft weiter skalieren und sich noch stärker im DACH-Raum festigen. Das Ziel sei laut Matun, zu einer „zentralen digitalen Arbeitsplattform für Psychotherapeut:innen“ zu werden. Anschließend möchte das Startup weitere europäische Märkte erschließen.

Brigitte-Hamann-Preis 2026

Kürzlich wurde das Projekt mit dem  Brigitte-Hamann-Preis 2026 in der Kategorie „Startup“ ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis würdigt herausragende Leistungen von Studierenden und Absolvent:innen österreichischer Privatuniversitäten in den Bereichen Forschung, Startups und Kunst. Eine Fachjury zeichnet pro Kategorie eine Person aus.

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