04.10.2023

Peter Bosek wird CEO der Erste Group

Der Digitalisierungsexperte Peter Bosek war mit Ende 2020 zur Luminor Bank gewechselt. Nun kommt er zur Erste zurück - als CEO der Erste Group. Er löst im Juli 2024 Willibald Cernko ab.
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Peter Bosek
Peter Bosek | Foto: Erste Group

Er gilt als Digitaliserungsexperte in der Bankenwelt – und war als solcher auch maßgeblich an „George“, der Digital-Banking-Plattform der Erste Group beteiligt. Mit Ende 2020 hatte Peter Bosek die Bankengruppe dann aber nach 24 Jahren verlassen (brutkasten berichtete) und wechselte als CEO zur Luminor Bank mit Sitz in Estland. Im kommenden Jahr wird er nun aber in die Bankengruppe zurückkehren: Mit 1. Juli 2024 wird er CEO der Erste Group Bank AG, teilte die Bank am Mittwochabend mit. 

Der Aufsichtsrat hat Bosek in einer außerordentlichen Sitzung bestellt. Er sei aus einem mehrstufigen internationalen Auswahlprozess als der am besten qualifizierte Kandidat hervorgegangen, heißt es in der Aussendung. Bosek folgt auf Willibald Cernko, der bis zur Übergabe in seiner Postion bleiben wird.

Digitalisierungsexperte Peter Bosek kehrt in Bankengruppe zurück

Vor seinem Wechsel zur Luminor Bank hatte Bosek die Funktion des CEO der Erste Bank Österreich sowie die Position des Chief Retail Officer der Erste Group innegehabt. Neben seiner Rolle bei der Entwicklung von „George“ hat Bosek auch Fintech-Themen vorangetrieben – unter anderem mit dem Aufbau des bankinternen Erste Hub und der digitalen Werkstatt BeeOne. Bosek gilt auch als Mentor von mehreren Gründer:innen in der heimischen Startup-Szene.

„Ich bin der Erste mehr als ein halbes Leben lang eng verbunden. Umso mehr freut es mich, dass ich nach den spannenden Jahren und einem gewaltigen Perspektivenwechsel im Baltikum, als CEO zur Erste Group zurückkehre. Banking ist meine Leidenschaft und die werde ich in den nächsten Jahren mit voller Kraft für die Zukunft und Weiterentwicklung der Gruppe einsetzen“, kommentiert Peter Bosek seine Rückkehr.


Aus dem Archiv: Peter Bosek im brutkasten-Videotalk über seinen damaligen Abschied von der Erste Bank (November 2020)

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kalkül
© kalkül - Michael Leister (links) und Lukas Weilguny (rechts) von kalkül.

Entstanden ist kalkül aus einem eigenen Problem. Lukas Weilguny und Michael Leister entwickeln als Selbstständige seit 2017 Software für Unternehmen. Als ihr damals genutztes Rechnungsprogramm nach einer Übernahme spürbar schlechter wurde, sahen sie sich nach Alternativen um und testeten mehr als zehn Buchhaltungsprogramme.

„Wir haben kein einziges gefunden, das wirklich einfach und gleichzeitig auf Österreich zugeschnitten war. Buchhaltung ist der langweiligste Teil im Alltag von Selbstständigen. Niemand will stundenlang eine Software lernen, nur um die erste Rechnung zu schreiben. Genau das ändern wir“, erinnert sich Leister.

kalkül: von 1.000 auf 10.000 Nutzer:innen

Also schufen sie 2023 eine eigene Lösung: Ihre Software, die von der we-dev e.U. betrieben wird, dient der Erstellung von Angeboten und Rechnungen, führt die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mit und deckt Mahnwesen und Zahlungsabgleich ab. Laut Unternehmen ist sie auf die österreichischen Steuervorgaben abgestimmt.

Im November 2024 zählte kalkül 1.000 Nutzer:innen, im Februar 2026 waren es 5.000. Seither hat sich die Zahl innerhalb von sieben Monaten noch einmal verdoppelt. Treibende Kraft hinter dem organischen Wachstum waren den Gründern zufolge persönliche Empfehlungen und die Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Bezahlte Werbeanzeigen testen die Gründer erst seit Kurzem. Das Unternehmen ist eigenfinanziert und hat bis heute keine externe Finanzierung aufgenommen.

Allgemein wird der Markt für Rechnungssoftware im deutschsprachigen Raum von deutschen Anbietern dominiert. Österreich werde dort meist nur als kleines Nischenland mitgedacht. Besonderheiten wie Kleinunternehmerregelung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, BAO-Aufbewahrungspflichten oder Verzugszinsen nach österreichischem Recht werden oft nur oberflächlich abgedeckt, sagen die Founder. Kalkül sei hingegen exakt für diesen Markt gebaut, inklusive Rechnern für Einkommensteuer, SVS-Beiträge, Gewinnfreibetrag und Abschreibungen.

Freemium-Modell

Um Selbstständige gerade zu Beginn zu entlasten, setzt kalkül auf ein Freemium-Modell: Kernfunktionen wie Angebote, Rechnungen, Mahnwesen und die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sind ohne Limits dauerhaft kostenlos. Ein Abo indes schaltet Zusatzfunktionen wie den automatischen Bankabgleich mit über 2.600 Banken frei. Der überwiegende Teil der 10.000 Nutzer:innen verwendet die Gratisversion, wie man mitteilt.

„Als wir das Abo eingeführt haben, gab es dafür wochenlang praktisch keine exklusiven Funktionen. Trotzdem haben Leute bezahlt, einfach um die Entwicklung zu unterstützen. Das war für uns das ehrlichste Feedback, das wir bekommen konnten“, sagt Weilguny.

Integrierte Registrierkassenlösung als nächster Schritt

Als nächsten großen Schritt kündigen die Gründer eine integrierte Registrierkassenlösung an. Parallel baut kalkül die Zusammenarbeit mit Steuerberatern aus: Enger Partner ist die Linzer Kanzlei Raml & Partner, die zwölffach als „Steuerberater des Jahres“ (in der Kategorie „Allrounder Oberösterreich“) ausgezeichnet wurde. Weitere Kooperationen sind geplant. Mittelfristig soll außerdem eine KI-gestützte Belegerkennung Ausgaben automatisch auslesen und kategorisieren.

Welche Funktionen zuerst kommen, entscheidet – laut Foundern – weitgehend die Community: Je häufiger ein Feature angefragt wird, desto weiter rückt es nach vorn. „Wir wollen das einfachste Rechnungsprogramm für Selbstständige in Österreich sein“, sagt Leister. „Mit 10.000 Nutzern sind wir ein gutes Stück weiter, aber bei 376.112 Ein-Personen-Unternehmen im Land haben wir noch viel vor uns.“

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