10.07.2015

Per Privatjet zum nächsten Business-Termin: Ein Wiener Startup macht es möglich

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© Charterscanner: Ein Startup aus Wien vereinfacht die Privatjet-Buchung.

Wer beruflich viel unterwegs ist, weiß ein leeres Flugzeug zu schätzen: Keine übel riechenden Nachbarn, die Füße kann man ausstrecken und lange Wartezeiten beim Ein-und Aussteigen fallen ebenfalls weg. Manch Vielflieger wünscht sich vielleicht per Privatjet zu reisen. Dass dies in manchen Fällen sogar billiger sein kann, mag komisch klingen, ist vor allem bei Firmenreisen nicht unmöglich.

Ein Startup aus Wien macht damit Geld. Wenn acht Mitarbeiter eines Unternehmens beispielsweise in eine rumänische Stadt fliegen, wo es keinen Linienflug gibt, spart der Flug per Privatjet nicht nur Zeit, sondern auch Kosten. „Charterscanner.com“ heißt das Unternehmen, das die bisherige Zwischenstufe über Vermittler bzw. Broker ausschaltet. 1500 Kunden hat das Startup laut eigenen Angaben demnach – und das ein Jahr nach dem Startschuss. Etwas mehr als ein Drittel der Kunden sind Österreicher. Von den rund 200 europäischen Operators findet man bereits rund 90 Prozent auf Charterscanner.

Das Unternehmen kann bestätigen, dass Privatjets nicht nur von Reich und Schön gern benutzt werden, sondern sogar die Hälfte der gecharterten Learjets und Cessnas für Businessreisen benutzt wird. Denn Zeit ist Geld und auf dieses schauen Firmenchefs gerne. Aber auch die reichen Russen denken ähnlich: „Je mehr man hat, umso weniger möchte man ausgeben“, meint auch Gründer und CEO Vladislav Zenov. „Ich hatte früher beruflich mit dem russischen Chartermarkt zu tun und habe die Erfahrung gemacht, dass sehr viele Charterkunden unzufrieden sind“, darum habe er Charterscanner ins Leben gerufen.

Zenov war aufgefallen, dass es in dem Business keine Transparenz gibt. Die Aufschläge der Broker seien zwischen zehn und 30 Prozent gelegen und von der Nachfrage abhängig gewesen. Eine Liste, die für eine gewählte Destination alle Angebote der europäischen Bedarfsflug-Operators aufzeigt- wie etwa bei checkfelix oder swoodoo – gab es überhaupt nicht. Diese Marktlücke füllt Charterscanner nun mit seiner neuen App. Mit den Daten werde sehr vertraulich umgegangen und das Startup will überdies mit Schnelligkeit punkten: In zehn Minuten sind 10 bis 15 Angebote da-der Kunde entscheidet, ob er das Billigste nimmt oder mehr für Zusatzangebote wie Catering zahlen will.

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Der nächste Schritt ist die Expansion in die USA, aber auch China ist ein Thema-beide Märkte mit einem lokalen Partner; auch Investoren können sich noch beteiligen. Bisher habe Charterscanner alles mit privatem Kapital aufgebaut, wie Zenov sagt.

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Quelle, Bild © Charterscanner

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(v.l.n.r.) Bernhard Tomasi (Raiffeisen Salzburg), Elias Danninger, Daniel Sigl (beide Dauntles) und Bernhard Wimmer (Raiffeisen Salzburg) | © RVS

Mit einer niedrigen sechsstelligen Eigenkapitalbeteiligung übernimmt das Raiffeisen Salzburg Startup eGen 6,67 Prozent der Dauntles GmbH, zu der die Marke optimizzer gehört. Das Flachgauer Startup unterstützt Unternehmen dabei, positive Bewertungen zu gewinnen und ihre digitale Reputation professionell zu managen. Das frische Kapital werde in die Skalierung des Geschäftsmodells sowie die Weiterentwicklung der Plattform fließen, heißt es in der Presseaussendung.

Optimizzer möchte „Software weiterentwickeln und noch mehr Unternehmen erreichen“

„Unsere Software zeigt, was Kunden schätzen, wo Potenzial liegt und wie das Unternehmen im Vergleich zu seinen Mitbewerbern dasteht. Damit stärken Unternehmen ihre Reputation und erhöhen ihre Chancen, auch von KI-Systemen empfohlen zu werden. Das Investment von Raiffeisen Salzburg ermöglicht uns, unsere Software weiterzuentwickeln und noch mehr Unternehmen zu erreichen“, sagt Elias Danninger, Geschäftsführer der Dauntles GmbH. Das Unternehmen wurde 2021 gegründet.

NFC-Bewertungstools, QR-Codes und KI

Optimizzer, vormals Shoptimizer, ermöglicht mit NFC-Bewertungstools und QR-Codes die direkte Erfassung von Kundenfeedback. Die Software analysiere die Rückmeldungen, ermögliche Standortvergleiche und unterstütze Unternehmen mit datenbasierten Handlungsempfehlungen. Künstliche Intelligenz helfe bei der Beantwortung von Google-Bewertungen. Zu den Bewertungspartnern von optimizzer zählen neben der Raiffeisenbank Salzburg unter anderem das Café Landtmann und Remax Austria.

Optimizzer gehörte zu den ersten Unternehmen, die mit der Raiffeisen-Start-Up-Initiative zusammenarbeiteten. Die Beteiligung sei nun der nächste Schritt dieser Partnerschaft. „Optimizzer verbindet ein hochrelevantes Zukunftsthema mit einem klaren Kundennutzen und einem starken Gründerteam“, heißt es von Raiffeisen.

Investitionen seit 2023

Raiffeisen Salzburg engagiert sich seit 2023 im Startup-Bereich. „Unser USP ist, dass es keine fixen Pakete oder Bankprodukte gibt. Wir setzen vielmehr auf individuelle Lösungen, je nach Bedarf und Möglichkeiten. So kooperieren wir auf unterschiedlichsten Ebenen – mal in Form von klassischer Beteiligung, mal durch Aufnahme in unser Netzwerk oder durch die Zurverfügungstellung von Infrastruktur in unseren Räumlichkeiten im Techno-Z Urstein“, sagt Andreas Derndorfer, zuständig für Startups in der Geschäftsleitung des Raiffeisenverbands Salzburg.

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