10.06.2015

Per Baukasten-System zur eigenen Website: 25 Millionen Euro für Jimdo

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© Jimdo: Die Gründer Matthias Henze, Fridtjof Detzner und Christian Springub

„Wer von Euch hat schon einmal Jimdo verwendet?“, fragt Matthias Henze bei der NOAH Konferenz ins Publikum. Henze ist Co-Gründer und CEO bei Jimdo, einer Plattform, auf der man per Baukastensystem Webseiten erstellen kann. Nur wenige Hände bleiben unten. Der Erfolg gibt den Junggründern recht: Über 15 Millionen Webseiten wurden weltweit bereits mit Jimdo erstellt.

Der US-Venture Capitals Spectrum investiert nun 25 Millionen Euro in Jimdo. Der Webseiten-Baukasten wurde im Februar 2007 von Matthias Henze, der das Unternehmen bei der NOAH Konferenz vorstellt, Christian Springub und Fridtjof Detzner gegründet. In wenigen Schritten und ohne Vorkenntnisse kann auf der Online Plattform jeder kostenlose Webseiten erstellen.

Gestartet hat übrigens alles auf dem elterlichen Bauernhof von Fridtjof Detzner. Heute befindet sich Büros in in Hamburg, San Francisco und Tokio. Jimdo zählt zu den Marktführern der Branche.

“Wir kennen Jimdo und das Team hinter dem Unternehmen seit mehreren Jahren und freuen uns sehr über die neue Partnerschaft. Wir bewundern, mit welchen Werten sie ihr Unternehmen aufgebaut haben”, so Ben Spero, Managing Director von Spectrum Equity. Die Junggründer haben Jimdo bis jetzt mit wenig externem Kapital aufgebaut: „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir Jimdo mit lediglich 500.000 Euro Fremdkapital so weit aufgebaut zu haben”, so Matthias Henze im Zusammenhang zur Finanzierungsrunde früher. “Jetzt war für uns der richtige Zeitpunkt, den nächsten Schritt zu gehen und noch größere Chancen für unser Produkt und den Markt zu ergreifen.“ Ausschlaggebend sei gewesen, dass der Investor die gleichen Werte und dieselbe Vision wie die Gründer mitbringe.

 

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CEO und Co-Founder Matthäus Offner | (c) Find my Werkstatt / Canva

So manche Autofahrer:innen hat wohl schon einmal der Schreck eingeholt, als die Rechnung für das letzte Service geschrieben wurde. Neben hohen Preisen ist es oft schwierig nachzuvollziehen, wie teuer die Reparatur sein darf. Das soll sich nun mit Find my Werkstatt ändern, denn das Wiener Unternehmen möchte Kosten sichtbar und transparent machen. Es stellt dafür digitale Fahrzeugberichte aus, die Autofahrer:innen zeigen, welche Arbeiten laut Wartungsplan vorgesehen sind, welche Ersatzteile benötigt werden und mit welchem Arbeitsaufwand zu rechnen ist.

„Wir machen Informationen zugänglich“

„Wer sein Auto zum Service bringt, weiß meistens nicht, was tatsächlich gemacht werden muss und wie sich die Rechnung zusammensetzt. Genau das wollen wir ändern. Wir machen Informationen zugänglich, die bisher vor allem Werkstätten zur Verfügung standen“, erklärt Matthäus Offner, Geschäftsführer von Find my Werkstatt. Ihm gehören 49 Prozent der Firma, Mehrheitseigentümer ist die pubbles FilmgesmbH.

Find my Werkstatt greift bei seinen Analysen auf technische Fahrzeugdaten, Wartungsvorgaben, Arbeitszeitwerte und aktuelle Ersatzteilpreise zurück. Laut dem Wiener Unternehmen würden die Service- und Reparaturkosten nach einem ähnlichen Prinzip berechnet werden, wie es auch in professionellen Werkstätten üblich sei. Find my Werkstatt betont aber, dass die berechneten Kosten als Orientierung dienen.

Ein Ersatzteil, zwei Preise

„Was mich immer wieder überrascht, sind die enormen Preisunterschiede bei Windschutzscheiben. Für ein und dasselbe Fahrzeug kann eine Windschutzscheibe bei einem Anbieter rund 300 Euro und bei einem anderen weit über 1.000 Euro kosten“, sagt Offner und ergänzt bezüglich der Arbeitskosten: „Der Stundensatz kann von Werkstatt zu Werkstatt um bis zum Dreifachen variieren. Viele Autofahrer wissen gar nicht, wie groß diese Unterschiede tatsächlich sein können.“ Durch Find my Werkstatt sollen Autofahrer:innen Angebote besser einschätzen können und informiertere Entscheidungen treffen.

Die Plattform würde auch beim Gebrauchtwagenkauf wichtige Informationen zur Verfügung stellen, wodurch Folgekosten besser berücksichtigt werden können. „Ein vermeintlich günstiges Auto kann schnell teuer werden, wenn kurz nach dem Kauf größere Wartungen oder Reparaturen anstehen. Wir wollen, dass man solche Kosten bereits vor dem Kauf besser einschätzen kann“, erklärt Offner.

Recherche nach der passenden Werkstatt

Grundsätzlich wurde Find my Werkstatt vor zwei Jahren gegründet, um eine passende Kfz-Werkstatt in der Nähe zu finden. Nutzer:innen können Betriebe anhand von Standort, angebotenen Leistungen und Bewertungen entdecken und direkt kontaktieren. Bisher habe die Firma 20.000 User:innen und mache laut eigenen Angaben heuer einen Umsatz von rund 100.000 Euro.

Vollständig gebootstrappt, jetzt beginnt Investorensuche

Werkstätte, die auf der Plattform aufgeführt werden möchten, zahlen eine Gebühr zwischen 109 Euro und 150 Euro. Je nach Preis ist eine einfache Listung bis hin zur Verfügungstellung einer Software, die den Prozess des Ersatzteilebesorgens vereinfacht, möglich. Aktuell seien rund 4.300 Werkstätten verzeichnet. Auf der anderen Seite bezahlen Autofahrer:innen pro Bericht zwischen 5,90 Euro und 19,90 Euro. Je nach Preis erhalten sie unterschiedlich ausführliche Informationen. Find my Werkstatt ist bisher eigenfinanziert, wobei man aktuell nach großen Investoren wie Versicherungen, Automarken etc. suche.

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