15.05.2023

Payuca: Wiener Startup kooperiert mit Verbund für E-Ladestationen in Miethäusern

Das Wiener Startup Payuca und der Energiekonzern Verbund starteten eine gemeinsame Kooperation, um E-Ladestationen in Garagen von Mietwohnhäusern zu ermöglichen. Erste Projekte wurden bereits umgesetzt.
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Verbund
v.l.n.r.: Dominik Wegmayer, Co-CEO von PAYUCA, und MMag. Martin Wagner, Geschäftsführer VERBUND Energy4Business GmbH | (c) Verbund

Insbesondere für Mieter:innen ist die Anschaffung von Wallboxen noch immer mit zahlreichen bürokratischen und technischen Hürden verbunden. Abhilfe möchte das Wiener Startup Payuca mit seiner Smart-Charging-Lösung schaffen, die seit 2021 am Markt erhältlich ist. Mit dieser können dauerhaft vermietete Garagen-Stellplätze mit E-Ladestationen ausgerüstet werden, wobei in erster Linie Immobilieneigentümer und Hausverwaltungen angesprochen werden. Das Unternehmen übernimmt dabei alles von der Prüfung vor Ort über die Installation bis zu Wartung und der Abrechnung mit den Parker:innen. Für die Skalierung des Produkts konnte das Unternehmen 2023 eine Series-A-Runde abschließen.

Payuca Kooperation mit Verbund

Zusätzlichen Rückenwind für den Ausbau seines Ladeinfrastruktur-Portfolios erhält Payuca nun durch eine Kooperation mit dem heimischen Energieriesen Verbund. Unter dem Produktnamen „VERBUND-Immo-Charging Residential“ bietet der Energiekonzern gemeinsam mit Payuca künftig eine All-in-One-Ladelösungen an. Die Errichtung und Inbetriebnahme der Ladeinfrastruktur wird dabei durch Verbund abgewickelt. Zudem bietet der Energiekonzern laut eigenen Angaben auch „Unterstützung bei der Finanzierung der Infrastruktur“ an.

Das Produkt zielt laut Verbund auf Immobilien- und Wohnbaugesellschaften ab, die künftig Dauerparker:innen in Mietverhältnissen direkten Zugang zu eigener E-Ladeinfrastruktur vor Ort an ihrem angemieteten Parkplatz bieten möchten. Dazu heißt es auf der Verbund-Website, dass die „E-Ladeinfrastruktur für Dauerparker:innen im Abo-Modell mit einheitlichen Bedingungen von Payuca“ angeboten wird. Stellplatzmieter:innen schließen daher einen Abovertrag mit Payuca ab und bezahlen ein monatliches Entgelt für die Ladedienstleistung.

Erste Projekte bereits umgesetzt

Zum Auftakt der Kooperation schloss das Startup gemeinsam mit Verbund bereits erste Projekte ab. Zum Beispiel wurden in der Erdberger Lände 36-38 im dritten Wiener Gemeindebezirk 18 Stellplätze in der Tiefgarage eines klassischen Mietwohnhauses mit entsprechenden Ladestationen ausgestattet. Mieter:innen haben dort ab sofort die Möglichkeit, direkt ein Wallbox-Abo bei Payuca abzuschließen.

Auch erste größere Kunden wurden bereits gewonnen. Dazu zählt etwa Art-Invest Real Estate, Eigentümer des Wiener Millennium Tower. Zudem ist die „Ausstattung weiterer Mietwohnhäuser ist bereits in Planung“, wie es in einer gemeinsamen Aussendung von Payuca & Verbund abschließend heißt.


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Der European Venture Sentiment Index deutet eine positive Entwicklung für das nächste Quartal an (c) Adobe Stock
(c) Adobe Stock

„Gute Zahlen, verhaltene Stimmung“ titelte brutkasten im Juli zur letzten Ausgabe des quartalsweise erscheinenden European Venture Sentiment Index (EVSI) von Venionaire Capital. Denn obwohl das Investment-Volumen in Europa im zweiten Quartal einen Rekordwert erreichte, fiel die im Indexwert aggregierte Stimmungslage zwar besser als ein Quartal zuvor erwartet, aber doch knapp negativ aus. Der nun erschienene EVSI für das dritte Quartal zeigt das umgekehrte Bild: Zwar ging das Investmentvolumen wieder zurück, die Stimmungslage übertrifft die Erwartung aus dem Vorquartal (4,4 Punkte; 5 ist neutral) aber deutlich und liegt mit 5,4 Punkten wieder knapp im positiven Bereich.

(c) Venionaire Capital

Die Stimmungsindikatoren im Detail: Getragen wurde die Verbesserung laut Venionaire vor allem von einer deutlich höheren Investor:innenaktivität, die gegenüber dem Vorquartal um 33,9 Prozent zulegte. Auch das Fundraising-Umfeld habe sich um 27,3 Prozent verbessert, die Qualität der Dealflows um 16,7 Prozent. Gleichzeitig gingen die Startup-Bewertungen um 6,4 Prozent und der Wettbewerb um Deals um 6,2 Prozent zurück.

Die aktuelle Prognose für das kommende Quartal ist mit dem neutralen Wert 5 wieder etwas verhaltener. Bei den konkreten Indikatoren erwarten die befragten Investor:innen aber weitreichende Verbesserungen, konkret ein Plus von 34,7 Prozent bei der Investor:innenaktivität, plus 10,6 Prozent bei Startup-Bewertungen, plus 8,2 Prozent beim Fundraising-Umfeld und plus 1,7 Prozent bei der Qualität des Dealflows. Lediglich beim Wettbewerb um Deals wird ein Minus von 8,8 Prozent erwartet.

Dealvolumen gesunken, aber deutlich über Vorjahresniveau

Das tatsächliche europaweite Dealvolumen sank im dritten Quartal zwar, wie erwähnt, im Vergleich zum Vorquartal, lag aber laut begleitender EVSI-Analyse dennoch deutlich über dem Vorjahresniveau. Demnach wurden europaweit 24,7 Milliarden US-Dollar investiert – ein Rückgang von 14,9 Prozent gegenüber Q2, aber ein Plus von 64,9 Prozent gegenüber Q3 2025. Die Zahl der Transaktionen sank gegenüber dem Vorquartal um 10,5 Prozent auf 864 Deals, lag damit aber weiterhin 1,1 Prozent über dem Vorjahreswert.

(c) Venionaire Capital

13,9 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 56,2 Prozent des gesamten investierten Kapitals entfielen dabei im dritten Quartal auf Late-Stage-Finanzierungen. Seed- und Angel-Runden stellten mit 521 Deals zwar weiterhin mehr als 60 Prozent aller Transaktionen, machten mit 1,8 Milliarden US-Dollar jedoch lediglich 7,4 Prozent des investierten Kapitals aus. Und ein weiteres spannendes statistisches Detail: Sowohl Deutschland (6,1 Milliarden US-Dollar) als auch Frankreich (5 Milliarden) überholten beim Dealvolumen im dritten Quartal das Vereinigte Königreich (4,9 Milliarden). Herausstechend waren dabei die Investments für Mistral AI mit 3,5 Milliarden US-Dollar, Helsing mit 1,8 Milliarden US-Dollar und Quantum Systems mit 1,2 Milliarden US-Dollar.

Venionaire-Chef Berthold Baurek-Karlic kommentiert: „Der europäische Venture-Markt entwickelt sich zunehmend auf zwei unterschiedlichen Bahnen. An der Spitze zeigt Europa eine größere Bereitschaft, strategische Technologien in großem Maßstab zu finanzieren, insbesondere in den Bereichen KI, Verteidigung und DeepTech. Europa wird immer besser darin, seine stärksten Unternehmen in großem Maßstab zu finanzieren, während die Finanzierung in der Frühphase nach wie vor eine größere Herausforderung darstellt.“ Das vierte Quartal werde „turbulent“. „Wir erwarten, dass zum Jahresabschluss jede Investorin und jeder Investor noch versuchen wird, Deals zu finalisieren.“

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