28.06.2022

Payuca: Parkpickerl-Reform bringt 8.000 neue User

Das Wiener Proptech sieht weiterhin Potenzial, denn in Wien stehen tausende ungenutzte Garagen-Stellplätze leer.
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Dominik und Wolfgang Wegmayer von Payuca © Payuca
(c) Payuca - Dominik (l.) und Wolfgang Wegmayer von Payuca.

Seit Anfang März und der Parkpickerl-Reform sind die Zahlen der Payuca Smart Parking-App von 30.000 auf 38.000 User geklettert. Der Bedarf an smartem Parkraum in Wien ist groß, dennoch stehen tausende Stellplätze in Wiens Garagen leer, weiß Wolfgang Wegmayer, Co-CEO des Startups.

Payuca: über 70 Garagenstandorte

Zur Erklärung: Payuca hat es sich zum Ziel gemacht, das Parken und Laden abseits der Straße effizient zu gestalten. Mit ihrer Smart Parking-App deckt das Wiener Unternehmen seit 2017 über 70 Garagenstandorte ab. Und konzentriert sich dabei auf klassische Mietwohnhäuser. Per App ist es möglich, Parkplätze bis zu drei Stunden im Voraus zu reservieren.

Zudem können Immobilieneigentümer und Hausverwalter durch die Lösungen des Wiener Startups einerseits ihren Leerstand monetarisieren und digital verwalten sowie dem Dauerparker ermöglichen, sein E-Fahrzeug in der Garage direkt am Stellplatz zu laden.

Parkpickerl-Reform als Treiber

„Mit der flächendeckenden Einführung des Parkpickerls in Wien verzeichnen wir einen enormen Zuwachs an App-Neuzugängen. Das zeigt, dass User unsere sichere und günstige Alternative zum Parken auf den Straßen annehmen. Doch es gibt noch viel ungenutztes Potential, denn Schätzungen zufolge gibt es je nach Standort bis zu 40 Prozent Leerstand in den Garagen“, sagt Wegmayer und untermauert damit, wie wichtig effizientes Parkraummanagement in Städten sei.

„Smart Parking bedeutet so viel mehr, als nur das Auto abzustellen: Wir haben es uns im Sinne der Smart City zum Ziel gesetzt, parkende Autos aus dem sichtbaren Stadtbild in Garagen zu verfrachten. Damit wird wertvoller Lebensraum an die Wiener:innen zurückgegeben und mehr Platz für Menschen und Bepflanzung geschaffen“, so Wegmayer abschließend.

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Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019
Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019 (c) Daniela Matejschek

Interkontinentale Zugreisen einfach und nachhaltig zu ermöglichen, dafür wurde Traivelling vor gut fünf Jahren gegründet. Ursprünglich war das Unternehmen im B2C-Bereich tätig. Privatpersonen sollten ohne großartige Recherche weite Strecken mit dem Zug zurücklegen können. Zuletzt wollte man sich im B2B-Bereich verstärken, doch nun ist das Unternehmen insolvent. Ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien wurde eröffnet.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich“

Zuletzt arbeitete Traivelling daran, eine Softwareschnittstelle im B2B-Bereich anzubieten, über die Tickets weitervermittelt werden sollten. Das Wiener Startup hätte dafür monatliche Fees von B2B-Partnern und eine Provision von Bahnfirmen erhalten. Aus einer Aussendung des Kreditschutzverbands KSV1870 geht hervor, dass Traivelling dadurch Umsätze in einer Größenordnung generieren wollte, die für einen langfristigen Unternehmenserfolg entscheidend sein sollten. Im Endeffekt war laut KSV 1870 eben diese Softwareschnittstelle für die Nutzung durch Unternehmenskunden, also der B2B-Bereich, die Ursache für die Insolvenz.

Die Entwicklung dieser Schnittstelle konnte nämlich bis dato nicht fertiggestellt werden. Auch ein Rettungsversuch durch Verhandlungen mit Investoren scheiterte. „Es waren unüberbrückbare vertragliche Differenzen zwischen den Investoren und uns“, erklärt Geschäftsführer Elias Bohun, der die Namen der Investoren nicht nennen möchte.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich. Am Ende ist uns leider das Geld ausgegangen, obwohl wir jeden Tag Buchungen hatten. Wir hätten aber ein Vielfaches gebraucht“, sagt Bohun. Bereits gebuchte Tickets würden ihre Gültigkeit behalten. Das Unternehmen hatte zwei Mitarbeiter.

Die Verbindlichkeiten betragen laut Kreditschutzverband 435.000 Euro, rund 200 Gläubiger seien betroffen. Die Zahl der Gläubiger sei so groß, weil Traivelling sich unter anderem mittels Crowdfunding finanzierte.

Crowdfunding und FFG-Förderung

Das Startup konnte im Jahr 2025 über eine Crowdfunding-Aktion 200.000 Euro einsammeln (brutkasten berichtete). Um diese Summe zu erreichen, habe es laut Geschäftsführer Elias Bohun nur zehn Tage gebraucht. Zusätzlich erhielt das Wiener Startup eine FFG-Basisförderung. Insgesamt konnten man eine Finanzierung in Höhe von rund 600.000 Euro aufstellen.

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