10.01.2022

PayPal Coin: Versteckter App-Code bestätigt Gerüchte zu Stablecoin

Nachdem Beweise in der iPhone-App entdeckt wurden, bestätigte PayPal, dass es die Einführung eines eigenen Stablecoins als Teil seiner Kryptowährungsoffensive prüft.
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(c) Stock.adobe/Kal'vān - PayPal arbeitet weiter an seiner Kryptowährungs-Strategie.

Es war der Developer Steve Moser, der in der PayPal-App Beweise für die Entwicklung eines Stablecoins entdeckt und sie mit Bloomberg geteilt hatte. Dem Informationsdienstleister nach zeigen ein versteckter Code und Bilder die Arbeit an einem sogenannten „PayPal Coin“ (inklusive eigenem Logo), der durch den US-Dollar gedeckt sein würde. Eine Spokesperson bestätigte sogar, dass dieser Code während eines internen Hackathons entwickelt worden ist.

„Wir untersuchen einen Stablecoin; falls und wenn wir vorankommen wollen, werden wir natürlich eng mit den zuständigen Regulierungsbehörden zusammenarbeiten“, erklärte Jose Fernandez da Ponte, Senior Vice President für Kryptowährungen und digitale Währungen bei PayPal, in einer Erklärung gegenüber Bloomberg News.

PayPal mit nächstem Entwicklungsschritt

Ganz überraschend kam dieser Schritt hin zum Coin nicht, sieht man sich die schrittweisen Entwicklungen der letzten Jahre an, die PayPal in diesem Bereich durchlaufen hat. Seit mehr als einem Jahr fährt das Unternehmen eine Krypto-Offensive: Angefangen hatte alles im Oktober 2020, als PayPal Kryptowährungen in seine Zahlungs-App einband, damit US-User (auch Venmo-Nutzer) Krypto-Assets kaufen und halten können. Im März 2021 erweiterte das US-Unternehmen sein Service und ermöglichte die Bezahlung per Kryptowährung bei allen PayPal-Händlern (der brutkasten berichtete).

Und schließlich schrieb die Plattform „The Block“ bereits im Mai des letzten Jahres, dass PayPal an einer eigenen Kryptowährung arbeite. Damals hieß es anonymen Quellen nach, dass der Zahlungsriese im Rahmen dieses Prozesses Gespräche mit Drittanbieter-Startups im Kryptobereich führe.

Noch kein Stablecoin für Zahlungen

Da nun die Pläne an die Öffentlichkeit gelangt sind, erweist sich als spannender Leitfaden in dieser Hinsicht auch das, was da Ponte kürzlich im Unchained-Podcast (November 2021) offenbarte: „Man habe noch keinen Stablecoin gesehen, der speziell für Zahlungen entwickelt wurde“, so die Essenz des Auftritts. „Für die Nutzung durch PayPal müsste ein Stablecoin Zahlungen in großem Umfang unterstützen und Sicherheit bieten. Es müsste Klarheit über die Regulierung, den regulatorischen Rahmen und die Art der Lizenzen herrschen, die in diesem Bereich benötigt werden.“

Zum Nachhören: Unchained Podcast (Start ab Minute: 1:18)

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Der European Venture Sentiment Index deutet eine positive Entwicklung für das nächste Quartal an (c) Adobe Stock
(c) Adobe Stock

„Gute Zahlen, verhaltene Stimmung“ titelte brutkasten im Juli zur letzten Ausgabe des quartalsweise erscheinenden European Venture Sentiment Index (EVSI) von Venionaire Capital. Denn obwohl das Investment-Volumen in Europa im zweiten Quartal einen Rekordwert erreichte, fiel die im Indexwert aggregierte Stimmungslage zwar besser als ein Quartal zuvor erwartet, aber doch knapp negativ aus. Der nun erschienene EVSI für das dritte Quartal zeigt das umgekehrte Bild: Zwar ging das Investmentvolumen wieder zurück, die Stimmungslage übertrifft die Erwartung aus dem Vorquartal (4,4 Punkte; 5 ist neutral) aber deutlich und liegt mit 5,4 Punkten wieder knapp im positiven Bereich.

(c) Venionaire Capital

Die Stimmungsindikatoren im Detail: Getragen wurde die Verbesserung laut Venionaire vor allem von einer deutlich höheren Investor:innenaktivität, die gegenüber dem Vorquartal um 33,9 Prozent zulegte. Auch das Fundraising-Umfeld habe sich um 27,3 Prozent verbessert, die Qualität der Dealflows um 16,7 Prozent. Gleichzeitig gingen die Startup-Bewertungen um 6,4 Prozent und der Wettbewerb um Deals um 6,2 Prozent zurück.

Die aktuelle Prognose für das kommende Quartal ist mit dem neutralen Wert 5 wieder etwas verhaltener. Bei den konkreten Indikatoren erwarten die befragten Investor:innen aber weitreichende Verbesserungen, konkret ein Plus von 34,7 Prozent bei der Investor:innenaktivität, plus 10,6 Prozent bei Startup-Bewertungen, plus 8,2 Prozent beim Fundraising-Umfeld und plus 1,7 Prozent bei der Qualität des Dealflows. Lediglich beim Wettbewerb um Deals wird ein Minus von 8,8 Prozent erwartet.

Dealvolumen gesunken, aber deutlich über Vorjahresniveau

Das tatsächliche europaweite Dealvolumen sank im dritten Quartal zwar, wie erwähnt, im Vergleich zum Vorquartal, lag aber laut begleitender EVSI-Analyse dennoch deutlich über dem Vorjahresniveau. Demnach wurden europaweit 24,7 Milliarden US-Dollar investiert – ein Rückgang von 14,9 Prozent gegenüber Q2, aber ein Plus von 64,9 Prozent gegenüber Q3 2025. Die Zahl der Transaktionen sank gegenüber dem Vorquartal um 10,5 Prozent auf 864 Deals, lag damit aber weiterhin 1,1 Prozent über dem Vorjahreswert.

(c) Venionaire Capital

13,9 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 56,2 Prozent des gesamten investierten Kapitals entfielen dabei im dritten Quartal auf Late-Stage-Finanzierungen. Seed- und Angel-Runden stellten mit 521 Deals zwar weiterhin mehr als 60 Prozent aller Transaktionen, machten mit 1,8 Milliarden US-Dollar jedoch lediglich 7,4 Prozent des investierten Kapitals aus. Und ein weiteres spannendes statistisches Detail: Sowohl Deutschland (6,1 Milliarden US-Dollar) als auch Frankreich (5 Milliarden) überholten beim Dealvolumen im dritten Quartal das Vereinigte Königreich (4,9 Milliarden). Herausstechend waren dabei die Investments für Mistral AI mit 3,5 Milliarden US-Dollar, Helsing mit 1,8 Milliarden US-Dollar und Quantum Systems mit 1,2 Milliarden US-Dollar.

Venionaire-Chef Berthold Baurek-Karlic kommentiert: „Der europäische Venture-Markt entwickelt sich zunehmend auf zwei unterschiedlichen Bahnen. An der Spitze zeigt Europa eine größere Bereitschaft, strategische Technologien in großem Maßstab zu finanzieren, insbesondere in den Bereichen KI, Verteidigung und DeepTech. Europa wird immer besser darin, seine stärksten Unternehmen in großem Maßstab zu finanzieren, während die Finanzierung in der Frühphase nach wie vor eine größere Herausforderung darstellt.“ Das vierte Quartal werde „turbulent“. „Wir erwarten, dass zum Jahresabschluss jede Investorin und jeder Investor noch versuchen wird, Deals zu finalisieren.“

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