Payment-Studie: Wie das Auto künftig zum Bezahlsystem wird
Eine neue Studie der Plattform P19 untersuchte die Payment-Trends in Österreich im Bereich der Mobilität. Große Potenziale werden bei Bezahlsystemen in Fahrzeugen gesehen. Mittlerweile arbeitet auch Mastercard intensiv mit Autoherstellern zusammen, um Payment-Funktionen in Fahrzeuge zu integrieren.
(c) P19/Lieb.Ich Production | Im Bild v.l.n.r.: Martin Sprengseis (P19, bluesource), Martin Essl (Uber Austria), Birgit Kraft-Kinz (P19, KRAFTKINZ Powergroup) und Piotr Kwasniak (Mastercard Austria
Wie bezahlen wir im Bereich der Mobilität und wo gibt es künftig noch große Wachstumspotenziale? Eine Antwort auf diese Frage liefert eine neue Studie aus Österreich der Plattform P19, an der Expert:innen aus der Bankenbereich, von Serviceprovidern und Zahlungsdienstanbietern teilnahmen. Unter anderem wurden in der Studie neue Payment-Trends genauer unter die Lupe genommen – darunter auch Bezahlsysteme in Fahrzeugen.
Wie wir im Auto bezahlen
Mittlerweile stehen Applikationen wie Apple Car, Mercedes Pay, Android Car, VW Pay und andere Dienste auch in Österreich Nutzer:innen zur Verfügung. Die fortschreitende Digitalisierung hat laut P19 im Fahrzeugbereich weitreichende Auswirkungen. So ergab die Studie, dass mehr als die Hälfte der Befragten bereits Bezahlsysteme in ihren Fahrzeugen genutzt haben. Die bevorzugte Zahlungsmethode ist dabei die Debit- oder Kreditkarte (32 Prozent), gefolgt von Diensten wie Apple Pay (zwölf Prozent), PayPal (sechs Prozent) und das Bezahlen per Handyrechnung (vier Prozent).
Neue Payment Use-Cases
Im Rahmen der Präsentation der Studie, an der auch Mastercard teilnahm, erläuterte Mastercard-Österreich-Chef Piotr Kwasniak, dass der Zahlungsdienstleister bereits eng mit Autobauern zusammenarbeiten würde, um neue Use-Cases zu entwickeln. Als mögliche Beispiele nannte er unter anderem das digitale Bezahlen aus dem Auto heraus an der Zapfsäule oder Waschanlage. „Das Auto kann dabei auch selbst zum Bezahlsystem werden“, so Kwasniak.
Martin Sprengseis, Co-Founder von P19 und Gesellschafter des österreichischen App-Entwicklers bluesource, fügte anlässlich der Studienpräsentation hinzu, dass künftige Use-Cases noch viel weitreichende Anwendungsgebiete abdecken könnten. Als Beispiel nannte er auch Lösungen für Versicherungsmodelle, die je nach Fahrtstrecke individuell anpassbar sind – angefangen von der täglichen Pendelstrecke bis hin zu einer schellen Fahrt über eine deutsche Autobahn. Auch neue Modelle in Bezug auf Apps und E-Identity könnten hier künftig eine Rolle spielen und auch Chancen für die heimische Industrie bieten. „Neue App-Welten eröffnen Geschäftsmöglichkeiten und bieten enormes Potenzial für Unternehmen. Österreich mit seiner traditionellen Automotive-Zulieferungsindustrie kann damit dieses Wirtschaftssegment in der Zukunft sichern und ausbauen“, so Sprengseis abschließend.
WienIT: 500 Nutzer:innen für die konzernweite KI-Plattform
Vor eineinhalb Jahren nahm das bei der WienIT angesiedelte Competence Center KI der Wiener Stadtwerke-Gruppe seine Arbeit auf. Eine Zeit, die vor allem von Aufbauarbeit geprägt war. Im Zentrum steht heute weniger ein einzelner Vorzeige-Use-Case als eine Infrastruktur: eine zentrale KI-Plattform für den gesamten Konzern. Warum dabei bewusst auf Eigenentwicklung gesetzt wird und Startups bislang nicht unmittelbar beteiligt sind.
WienIT: 500 Nutzer:innen für die konzernweite KI-Plattform
Vor eineinhalb Jahren nahm das bei der WienIT angesiedelte Competence Center KI der Wiener Stadtwerke-Gruppe seine Arbeit auf. Eine Zeit, die vor allem von Aufbauarbeit geprägt war. Im Zentrum steht heute weniger ein einzelner Vorzeige-Use-Case als eine Infrastruktur: eine zentrale KI-Plattform für den gesamten Konzern. Warum dabei bewusst auf Eigenentwicklung gesetzt wird und Startups bislang nicht unmittelbar beteiligt sind.
Larisa Stanescu (l.) vom Competence Center KI der Wiener Stadtwerke-Gruppe und Product Owner Jonathan Mayer | (c) WienIT
Im August 2025 zog die WienIT in einem eigenen Beitrag eine erste Zwischenbilanz des Competence Center KI. Der Bogen spannte sich damals vom Wissensmanagement-Tool bis zur KI-gestützten Lösung für Förderanträge.
Ein Jahr später hat sich der Schwerpunkt verschoben. In den Vordergrund gerückt ist eine zentrale KI-Plattform, die allen Mitarbeitenden der Wiener Stadtwerke-Gruppe Zugang zu KI-Werkzeugen geben soll. Sie ist produktiv, und seit dem Rollout wurden nach Angaben des Unternehmens rund 500 Nutzer:innen gewonnen.
„Die vergangenen eineinhalb Jahre waren vor allem von Aufbauarbeit geprägt“, sagt Jonathan Mayer, Product Owner der KI-Plattform. Das größte Vorhaben sei die Entwicklung eben dieser Plattform gewesen, mit dem Ziel, einen „einfachen, sicheren und vertrauenswürdigen Zugang zu KI-Technologien“ zu ermöglichen.
Larisa Stanescu, die das Competence Center leitet, wertet die Zahl als Bestätigung: Die Entwicklung zeige, dass der Bedarf an KI-Werkzeugen im Arbeitsalltag groß sei und kontinuierlich wachse. Entscheidend sei dabei, dass die Plattform einen sicheren und unternehmenskonformen Zugang biete.
Vom Freitextfeld bis zur Bestellprognose
Inhaltlich sieht das Competence Center einen großen Bedarf im Wissensmanagement. Informationen würden immer umfangreicher und verteilter, KI könne relevantes Wissen schneller auffindbar machen.
Daneben kommt KI zur Datenanalyse zum Einsatz, etwa bei der Auswertung offener Antworten aus Mitarbeiter- und Kundenbefragungen. Freitextdaten enthielten oft wertvolle Erkenntnisse, deren manuelle Analyse aber sehr zeitaufwendig sei, so Mayer.
Stanescu betont, dass klassische Data-Science- und Machine-Learning-Ansätze darüber nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Aktuell arbeite man an mehreren Use Cases in der Logistik, bei denen historische Daten genutzt werden, um Bestellmengen und Bestellzeitpunkte präziser zu prognostizieren.
Larisa Stanescu vom Competence Center KI | (c) WienIT
Digitale Souveränität als Leitprinzip
Die Frage nach Modellen und Infrastruktur ist für das Competence Center mehr als eine technische. „Digitale Souveränität ist für uns ein strategisches Leitprinzip“, sagt Mayer. Ziel sei es, die Kontrolle über die eigenen Daten und deren Verarbeitung zu behalten und gleichzeitig die Vorteile moderner Cloud- und KI-Technologien nutzen zu können.
Der Weg dorthin wird als pragmatisch beschrieben: Abhängig von den Anforderungen eines Use Cases und der Sensibilität der Daten wird entschieden, welche Infrastruktur und welche Technologien zum Einsatz kommen.
Konkret wird es beim nächsten Release der Plattform. Dann sollen Nutzer:innen zwischen verschiedenen Modellen selbst auswählen können, etwa europäischen Modellen oder Thinking-Modellen. Parallel dazu soll Model Routing implementiert werden, das automatisch das passende Modell für die jeweilige Fragestellung auswählt.
Warum Startups bislang nicht unmittelbar beteiligt sind
Bemerkenswert für ein Innovationsthema dieser Größenordnung: Startups sind bislang nicht unmittelbar beteiligt. „Aktuell arbeiten wir in unseren KI-Projekten nicht unmittelbar mit Startups zusammen“, sagt Stanescu. Den Wiener Stadtwerken sei der interne Knowhow-Aufbau besonders wichtig, weshalb auch im Hinblick auf digitale Souveränität stark auf Eigenentwicklungen gesetzt werde.
Eine grundsätzliche Absage ist das nicht. Entscheidend sei, ob eine Lösung konkreten Mehrwert biete und sich in die Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz und Integration einfüge. Künftige Kooperationen schließe man keineswegs aus, so Stanescu: Gerade im dynamischen KI-Markt könnten Partnerschaften mit innovativen Unternehmen eine interessante Ergänzung zu etablierten Technologieanbietern sein.
Jonathan Mayer, Product Owner der KI-Plattform von WienIT | (c) WienIT
Keine hochsensiblen Daten, On-Premises als Option
Auf technischer Ebene arbeitet das Competence Center mit klaren Datenklassifizierungen. Derzeit werden auf der Plattform keine hochsensiblen Daten verarbeitet. In Pilotprojekten wird evaluiert, wie künftig auch sensiblere Anwendungsfälle umgesetzt werden können, etwa durch On-Premises-Modelle, bei denen Daten die eigene Infrastruktur nicht verlassen.
Unabhängig von der Technologie gelte ein Grundsatz, sagt Mayer: KI unterstütze Menschen bei ihrer Arbeit, ersetze aber nicht die menschliche Verantwortung. Bei wichtigen Entscheidungen bleibe die finale Bewertung und Freigabe stets in menschlicher Hand.
Begleitet wird der Rollout von einem Change- und Enablement-Ansatz. Jede neue Nutzerin und jeder neue Nutzer der Plattform erhält ein strukturiertes Onboarding zu den Regeln im Umgang mit KI, dazu kommen Informationsveranstaltungen, Schulungen und eine Community für den Erfahrungsaustausch.
„Welches Problem lösen wir?“
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Monate formuliert Stanescu grundsätzlich: KI sei kein reines IT-Thema, technologische Exzellenz allein reiche nicht aus. Erfolgreiche Projekte entstünden dort, wo Fachbereiche, IT, Informationssicherheit, Datenschutz und Change Management früh eingebunden werden. Die Abstimmung dieser Anforderungen brauche oft mehr Zeit als die technische Umsetzung selbst.
Der Erfolg von KI-Anwendungen hänge zudem wesentlich stärker von Akzeptanz, Vertrauen und nutzbaren Anwendungsfällen ab als von der Leistungsfähigkeit einzelner Modelle. Statt „Welches Modell ist das beste?“ solle man fragen: „Welches Problem lösen wir für unsere Kolleginnen und Kollegen?“
Agentische KI und ein Hackathon
In den kommenden Monaten liegt der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der Plattform. Der Zugang zu KI soll weiter vereinfacht, zusätzliche Anwendungsfälle sollen erschlossen werden.
Parallel beschäftigt sich das Competence Center mit agentischer KI. Das Competence Center für Intelligent Process Automation pilotiert erste agentische Fähigkeiten innerhalb der Wiener Stadtwerke-Gruppe. Evaluiert wird, wie KI künftig nicht nur Informationen bereitstellen, sondern komplexere Aufgaben und Prozessschritte eigenständig unterstützen kann.
Um die Innovationskraft im Konzern zu stärken, ist außerdem ein KI-Hackathon geplant, bei dem Mitarbeitende eigene Ideen umsetzen können.
Langfristig sieht das Competence Center seine Rolle nicht darin, einzelne Lösungen bereitzustellen, sondern nachhaltige KI-Kompetenz im gesamten Konzern aufzubauen. Der größte Hebel liege nicht in einzelnen Tools, sondern in den Menschen, die diese Technologien sinnvoll einsetzen.
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Payment-Studie: Wie das Auto künftig zum Bezahlsystem wird
AI Kontextualisierung
Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Als Sprachmodell habe ich keine Fähigkeit zur Bewertung von gesellschaftspolitischen Auswirkungen. In dem Artikel werden jedoch neue Bezahlsysteme und Nutzungsmöglichkeiten im Automobilsektor vorgestellt, die in Zukunft Gewinne und Wachstumspotenziale für Unternehmen und die Automobilindustrie bringen könnten.
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Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Die Ergebnisse der Payment-Studie von P19 zeigen, dass Bezahlsysteme im Fahrzeugbereich bereits weit verbreitet sind und ein großes Wachstumspotenzial bieten, insbesondere durch neue Use-Cases, die es ermöglichen, aus dem Fahrzeug heraus zu bezahlen. Mastercard arbeitet bereits mit Automobilherstellern zusammen, um solche Use-Cases zu entwickeln. Diese Entwicklungen bieten Chancen für Unternehmen, die sich in diesem Bereich engagieren wollen, insbesondere in der traditionellen Automotive-Zulieferungsindustrie, die in Österreich stark vertreten ist.
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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?
Als Innovationsmanager:in solltest du diesen Artikel aufmerksam lesen, da er Einblicke in neue Zahlungstrends und mögliche Anwendungsfälle im Fahrzeugbereich bietet. Insbesondere wird auf die Möglichkeit eingegangen, dass das Auto selbst ein Bezahlsystem werden kann. Diese Entwicklungen können für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Apps sowie für die Zusammenarbeit mit Unternehmen im Automotive-Zuliefererbereich relevant sein.
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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?
Die Studie zu Payment-Trends im Fahrzeugbereich zeigt, dass es hier noch große Wachstumspotenziale gibt und dass Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind oder zukünftig aktiv werden, gute Chancen haben, von der fortschreitenden Digitalisierung im Mobilitätssegment zu profitieren. Insbesondere die Entwicklung neuer Use-Cases in Zusammenarbeit mit Payment-Dienstleistern wie Mastercard könnte sich als lukrativ erweisen. Als Investor:in könnte es somit sinnvoll sein, den Markt im Auge zu behalten und sich gegebenenfalls in Unternehmen zu engagieren, die innovative Zahlungs- und Mobilitätslösungen anbieten.
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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?
Als Politiker:in ist es wichtig, über neue Entwicklungen und Trends in verschiedenen Branchen informiert zu sein, um Einfluss auf gesetzliche Rahmenbedingungen und politische Entscheidungen nehmen zu können. Im Bereich der Mobilität und des Bezahlwesens beginnen sich neue Möglichkeiten und Geschäftsmodelle zu entwickeln, die auch Auswirkungen auf die Wirtschaft haben können. Es gilt, diese Entwicklungen im Auge zu behalten und gegebenenfalls gesetzliche Regelungen anzupassen, um Innovation und Wachstum zu fördern und zugleich Verbraucher:innen und Unternehmen zu schützen.
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Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?
Die fortschreitende Digitalisierung im Bereich der Mobilität hat auch Auswirkungen auf Bezahlsysteme im Auto. Eine neue Studie hat gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Befragten bereits solche Bezahlsysteme genutzt haben, wobei die bevorzugte Methode die Debit- oder Kreditkarte ist. Experten sehen jedoch in der Zukunft noch viel weitreichendere Anwendungsgebiete für diese Technologie, wie etwa digitales Bezahlen aus dem Auto an der Zapfsäule oder neuen Versicherungsmodellen, die je nach Fahrtstrecke individuell angepasst werden können. Diese Entwicklung eröffnet auch Geschäftsmöglichkeiten und bietet enormes Potenzial für Unternehmen und die heimische Industrie.