28.07.2020

Bei willhaben gibt es jetzt Online-Bezahlung und Sendungsverfolgung

Mit dem neuen Service PayLivery ermöglicht Österreichs größter digitaler Marktplatz willhaben Online-Payment und eine neue Premium-Versand-Option.
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Mit PayLivery startet willhaben Online-Payment und Premiumversand
Mit PayLivery startet willhaben Online-Payment und Premiumversand / Screenshot: https://www.youtube.com/watch?v=Vv5xIpNO8-o&feature=youtu.be

In einer Zeit, in der E-Commerce und Online-Payment einen derartig großen Stellenwert bekommen haben, ist es kaum zu glauben, dass gerade Österreichs größter digitaler Marktplatz willhaben bislang ohne entsprechende Services ausgekommen ist. Scheinbar sah man beim Unternehmen, das je zur Hälfte der heimischen Styria Media Group und der norwegischen Shibsted-Gruppe gehört, aber nun die Zeit gekommen. Mit „PayLivery“ bringt willhaben Online-Zahlungs- und Premiumversand-Optionen, mit denen – etwa danke Sendungsverfolgung – auch der Käuferschutz gestärkt werden soll.

Das neue Service wurde zunächst im „Silent Launch“ für einige Produktkategorie gestartet und soll nach einer Startphase sukzessive auf die restlichen ausgedehnt werden. Bei 270.000 Marktplatz-Anzeigen von 200.000 verschiedenen Verkäufern sei die neue Option bereits im Einsatz, heißt es von willhaben.

So funktioniert PayLivery

PayLivery kann von Verkäufern aktiviert werden. Bei der Übergabeoption kann nun „Versand“ ausgewählt werden, wonach Paketgröße und Versandpartner (derzeit Österreichische Post oder DPD) bestimmt werden müssen.

Die potenziellen Käufer wiederum können dann eine Kaufanfrage mit konkretem Preisangebot stellen. Im Rahmen dessen werden alle Kosten inkl. Versand transparent und übersichtlich aufgelistet. Der Verkäufer kann dieses Angebot annehmen oder ablehnen. Kommt es zu einer Einigung, kann per Kreditkarte oder Sofortüberweisung bezahlt werden.

Der Verkäufer erhält dann ein Versandetikett zum Ausdrucken und übergibt das Paket einem Versandpartner. Dieser verschickt den Artikel mittels Premiumversand und Sendungsverfolgung. Wenn das Stück beim Käufer angekommen ist, wird das Geld an den Verkäufer ausbezahlt. PayLivery kann derzeit für Anzeigen mit einem Artikelpreis von bis zu 999,99 Euro aktiviert werden.

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(c) Michael Meier - Maximilian Kindler, Gründer von incaseof.law.

Rund 600 Rauchfangkehrerbetriebe gibt es in Österreich, rund 350 davon arbeiten mit der Grazer Branchensoftware WinChim. Sie können überfällige Rechnungen nun direkt aus dem Verrechnungsmodul an das Wiener LegalTech incaseof.law übergeben. Die Plattform übernimmt den weiteren Prozess, vom außergerichtlichen Mahnverfahren bis zur gerichtlichen Durchsetzung.

Die beiden Unternehmen haben die Kooperation Anfang Oktober bekannt gegeben. Für das Startup von Gründer und CEO Maximilian Kindler ist WinChim nach eigenen Angaben die erste Branchensoftware, über die es eine ganze Branche erreicht.

Viele kleine Rechnungen, wenig Zeit

Die Leistungen der Rauchfangkehrer sind gesetzlich vorgeschrieben, die Tarife reguliert. Daraus ergibt sich ein eigenes Forderungsbild: sehr viele kleine, wiederkehrende Rechnungen an Privathaushalte und Hausverwaltungen. Die Betriebe zählen im Schnitt sechs Beschäftigte, offene Rechnungen verfolgt meist der Inhaber selbst. Eine klassische Inkassobeauftragung zahle sich bei Kleinbeträgen oft nicht aus, heißt es weiter.

„Unsere Anwender wollen kehren, messen und beraten, nicht Zahlungserinnerungen schreiben. Mit incaseof.law ist der offene Posten in unserer Buchhaltungssoftware mit einem Klick erledigt, der Rest passiert im Hintergrund“, sagt Martin Haidenthaler, Gründer von WinChim. Das Unternehmen wurde 1999 in Graz gegründet und ist nach eigenen Angaben Marktführer unter den Rauchfangkehrerbetrieben in sieben Bundesländern.

„Rauchfangkehrer sind das Paradebeispiel für eine Branche, in der Forderungsmanagement bisher schlicht nicht stattfindet, weil es sich nicht auszahlt. Über WinChim erreichen wir die Betriebe dort, wo ihre Rechnungen entstehen. Ab jetzt kommt das Geld dorthin, wo es hingehört: auf das Konto des Betriebs.“

Die Inkassokosten trägt der säumige Schuldner

Laut Aussendung zahlt die Plattform eingehende Beträge ohne Abzüge an den Betrieb aus. Woran incaseof.law dann verdient, erklärt Kindler auf brutkasten-Anfrage: „Der Rauchfangkehrer zahlt uns nichts, weder Provision noch Gebühr. Unser Umsatz kommt ausschließlich vom säumigen Schuldner, und zwar aus den Inkassokosten und den Verzugszinsen.“

Diese Kosten sind laut Kindler durch die Verordnung über die Höchstsätze der Inkassoinstituten gebührenden Vergütungen gedeckelt. Zudem müssen sie nach dem Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) in einem angemessenen Verhältnis zur Forderung stehen. Die Verordnung würde es ihm zufolge auch erlauben, dem Auftraggeber eine Gebühr zu verrechnen. Darauf verzichte man ausnahmslos.

Was das für Schuldner:innen bedeutet, zeigt ein Rechenbeispiel des Gründers. Bei einer offenen Rechnung über 80 Euro fallen mit der ersten Zahlungsaufforderung rund 25 Euro inklusive Umsatzsteuer an, dazu Verzugszinsen von wenigen Cent. Das entspricht einem Aufschlag von rund 31 Prozent. Wer nach der ersten Aufforderung zahlt, bleibt laut Kindler bei diesem Betrag. Bezahlt werden kann über ein Online-Portal, auf Wunsch in Raten über bis zu zwölf Monate. Zu den Kosten bei weiteren Mahnschritten oder im gerichtlichen Verfahren machte Kindler keine Angaben.

Noch keine Zahlen für die Branche

Zahlen für die Rauchfangkehrerbranche gibt es noch nicht, die Anbindung ist erst seit Anfang Oktober aktiv. Kindler erwartet aber eine sehr hohe Quote, weil die Leistung gesetzlich vorgeschrieben, dokumentiert und zu regulierten Tarifen verrechnet sei: „Echten Streit über die Forderung gibt es da kaum. Meistens ist die Rechnung schlicht liegen geblieben.“

Zahlt ein Schuldner trotz mehrerer Mahnschritte nicht, geht der Fall laut Kindler auf derselben Plattform ins gerichtliche Forderungsmanagement über, mit Anbindung an den Elektronischen Rechtsverkehr in Österreich und Deutschland.

Weitere Branchen im Blick

Seit Mai können Kund:innen der Finanzautomatisierungsplattform ibana das Inkasso direkt aus deren Plattform beauftragen (brutkasten berichtete).

Als weitere Branchen sieht sich das Startup laut Kindler Hausverwaltungen, das Gesundheits- und Pflegeumfeld und das Handwerk an und entwickelt dafür eigene Produktlinien. „Die Logik ist überall gleich: viele kleine Rechnungen, kleine Betriebe, kaum Zeit für das Mahnwesen“, so Kindler. Weitere Anbieter will incaseof.law nennen, sobald die Verträge stehen.

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AI Summaries

Bei willhaben gibt es jetzt Online-Bezahlung und Sendungsverfolgung

  • In einer Zeit, in der E-Commerce und Online-Payment einen derartig großen Stellenwert bekommen haben, ist es kaum zu glauben, dass gerade Österreichs größter digitaler Marktplatz willhaben bislang ohne entsprechende Services ausgekommen ist.
  • Scheinbar sah man beim Unternehmen, das je zur Hälfte der heimischen Styria Media Group und der norwegischen Shibsted-Gruppe gehört, aber nun die Zeit gekommen.
  • Mit „PayLivery“ bringt willhaben Online-Zahlungs- und Premiumversand-Optionen, mit denen – etwa danke Sendungsverfolgung – auch der Käuferschutz gestärkt werden soll.
  • Das Service kann in bestimmten Produktkategorien (sollen sukzessive mehr werden) vom Verkäufer aktiviert werden.
  • Bei 270.000 Marktplatz-Anzeigen von 200.000 verschiedenen Verkäufern sei die neue Option bereits im Einsatz, heißt es von willhaben.
  • PayLivery kann derzeit für Anzeigen mit einem Artikelpreis von bis zu 999,99 Euro aktiviert werden.

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