07.02.2018

Paul Potato: Kärntner Startup erreicht Kickstarter-Ziel in zwei Stunden

Das Kärntner Startup Gusta Garden will über Kickstarter auf seinen "Kartoffelturm" Paul Potato aufmerksam machen. Das bescheidene Finanzierungsziel von 10.000 Euro war nach zwei Stunden erreicht.
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Paul Potato - Das Team Lukas Bürger, Armin Buttazoni, Fabian Pirker, David Dietrich
(c) Gusta Garden: Das Paul Potato-Team (vlnr.) - Lukas Bürger, Armin Buttazoni, Fabian Pirker, David Dietrich

Der „Kartoffelturm“ ist ein beliebtes Do-It-Yourself-Projekt für Hobby-Gärtner mit wenig Platz. Im Internet kursieren zahlreiche mehr oder weniger komplexe Bauanleitungen für die Hochbeet-Variante, mit der man auf sehr kleiner Fläche (etwa am Balkon) einen relativ großen Erdäpfel-Ertrag erzielen kann. Für alle Hobby-Gärtner, die nicht gleichzeitig begabte Hobby-Bastler sind, will das Kärntner Startup Gusta Garden Abhilfe schaffen. Ihr Kartoffelturm Paul Potato wird bereits fertig geliefert – allerdings ohne Erdäpfel.

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Kickstarter-Veteranen David Dietrich und Lukas Bürger als Co-Founder

Zwei Ausführungen bietet das Startup an – eine aus verzinktem Stahl und eine aus Kunststoff. Ab April soll Paul Potato im Handel erhältlich sein. Wohl eher als PR-Aktion wurde nun eine Kickstarter-Kampagne gelauncht. Und das bescheidene Finanzierungsziel von 10.000 Euro war nach nur zwei Stunden erreicht. Das verwundert wenig, sind zwei der Gründer doch richtige Kickstarter-Veteranen. Denn neben Fabian Pirker (CEO) und Armin Buttazoni sind auch die Bergaffe-Founder Lukas Bürger und David Dietrich am Unternehmen beteiligt (alle zu je gleichen Teilen). Bergaffe hat erst kürzlich eine Kampagne auf der Plattform mit mehr als 800 Prozent über dem Finanzierungsziel abgeschlossen. Dietrich war mit seinem anderen Startup – flying tent – sogar noch erfolgreicher auf Kickstarter. Dort kamen 2016 bei 20.000 Euro Finanzierungsziel fast eine halbe Million Euro herein.

Gusta Garden: So sieht Paul Potato aus
(c) Gusta Garden: So sieht Paul Potato aus

Paul Potato: Zwei Jahre Entwicklung mit BOKU

Wer glaubt, bei Paul Potato handelt es sich nur um aufeinandergestapelte dreieckige Blumentöpfe, irrt, wie die Founder betonen. „Wir hatten zwei Jahre intensive Entwicklungszeit in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur in Wien und der Firma Buttazoni aus Himmelberg in Kärnten“, erzählt CEO Pirker. Im Jänner wurde der Turm dann auf der IPM Essen, der Weltleitmesse des Gartenbaus, erstmals einem breiteren Publikum vorgestellt. Mit überwältigendem Feedback, wie Pirker sagt. Die Kickstarter-Kampagne läuft noch bis Mitte März. Das Funding-Ziel ist bereits jetzt mehr als doppelt erreicht.

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REEDuce-Gründerin Birgit van Duyvenbode (Mitte) bei der Eröffnung der neuen Schilf-Lärmschutzwand | (c) Strabag

An der A1 Westautobahn bei Völlerndorf nahe St. Pölten geht eine neue Lärmschutzanlage in Betrieb. Statt auf herkömmliche Materialien wie Beton oder Aluminium setzt diese auf Schilf, Thermoholz und Lehm. Dahinter steckt das Wiener Startup REEDuce rund um Gründerin und CEO Birgit van Duyvenbode. Gemeinsam mit der Asfinag und dem Baukonzern Strabag wurde die Technologie nun auf einem rund einen Kilometer langen Autobahnabschnitt umgesetzt.

REEDuce-Geschäftsführerin Birgit van Duyvenbode, Infrastrukturminister Peter Hanke und ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl bei der Präsentation der neuen Schilf-Lärmschutzwand an der A1.

4.000 Schilfbündel für einen Kilometer Lärmschutz

Die Anlage entstand im Zuge der Sanierung der A1 zwischen St. Pölten und Völlerndorf. Auf einer Fläche von rund 2.690 Quadratmetern wurden Lärmschutzelemente mit einem Rahmen aus thermisch behandeltem Holz, einer Lehmfüllung und beidseitiger Schilfabdeckung verbaut.

Das verwendete Schilf stammt aus dem Raum Neusiedler See. Für den rund einen Kilometer langen Abschnitt wurden insgesamt 4.000 Schilfbündel benötigt. Das entspricht etwa 1,5 Prozent der gesamten österreichischen Schilfernte. Die Nutzung des Rohstoffs soll gleichzeitig zur Pflege des Ökosystems am Neusiedler See beitragen.

Anders als konventionelle Lärmschutzwände soll die Konstruktion nach Angaben von REEDuce vollständig kreislauffähig sein. Zugleich soll sie dieselben technischen Anforderungen hinsichtlich Lärmschutz und Haltbarkeit erfüllen, wie herkömmliche Systeme.

„Mit dem ersten Autobahn-Kilometer unserer Lärmschutzwand aus Schilf, Thermoholz und Lehm erreichen wir einen wichtigen Meilenstein“, sagt Gründerin van Duyvenbode. Die Technologie zeige, dass Lärmschutz und Umweltschutz gemeinsam funktionieren können.

Von der Idee des Vaters zum Startup

Der Ursprung der Idee reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Damals entwickelte das Sägewerk von van Duyvenbodes Vater im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts eine ökologische Lärmschutzwand, die an der A22 bei Langenzersdorf errichtet wurde. Die Gründerin griff die Idee später auf und entwickelte die Technologie unter dem Namen REEDuce weiter.

Bereits Anfang 2022 berichtete brutkasten über das Startup. 2023 wurde REEDuce bei der #glaubandich Challenge zum „Startup des Jahres“ gekürt. Im selben Jahr folgte ein erstes Pilotprojekt mit der Asfinag: An der S33 bei Herzogenburg wurde eine 16 Meter lange Testwand errichtet, um die Technologie unter realen Bedingungen zu erproben.

Mit der neuen Anlage an der A1 kommt die weiterentwickelte Technologie nun in deutlich größerem Umfang zum Einsatz. Für die Asfinag ist das Projekt zugleich eine Möglichkeit, weitere Erfahrungen mit der Bauweise aus regionalen Naturmaterialien zu sammeln.

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