16.04.2024
FINANZIERUNGSRUNDE

ParityQC: Investment zu wahrscheinlich neunstelliger Bewertung für Tiroler Quanten-Spin-off

Das Innsbrucker Quantencomputing-Spin-off ParityQC holt sich Kapital von B&C Innovation Investments. Zur Höhe der Bewertung gibt es recht klare Andeutungen.
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ParityQC - Nach der Unterzeichnung: v.l.n.r.: Wolfgang Lechner (Gründer/CEO ParityQC), Magdalena Hauser (Gründerin/CEO ParityQC), Julia Reilinger (Geschäftsführerin BCII), Maximilian Nutz (Geschäftsführer BCII) | B&C
Nach der Unterzeichnung: v.l.n.r.: Wolfgang Lechner (Gründer/CEO ParityQC), Magdalena Hauser (Gründerin/CEO ParityQC), Julia Reilinger (Geschäftsführerin BCII), Maximilian Nutz (Geschäftsführer BCII) | B&C

Als „das einzige Quantenarchitektur-Unternehmen der Welt“ bezeichnet sich ParityQC. Das von Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser gegründete Unternehmen entstand vor vier Jahren als Spin-off von Universität Innsbruck und Österreichischer Akademie der Wissenschaften (ÖAW), die beide Anteile halten – brutkasten berichtete mehrmals. Konkret lizensiert das Unternehmen Baupläne für Quantentechnologie gemeinsam mit dem Betriebssystem ParityOS. Dank Kunden wie NEC ist das Unternehmen nach eigenen Angaben seit 2023 profitabel – eine Seltenheit in der Quanten-Branche.

ParityQC „zieht mit seiner Bewertung mit US-börsennotierten Quantenunternehmen gleich“

Nun holte sich ParityQC ein dem Vernehmen nach größeres Investment. Dabei stieg B&C Innovation Investments (BCII) mit einem nicht genannten Betrag beim Spin-off ein. Zur Bewertung wird in einer von Uni Innsbruck und ÖAW verschickten Aussendung aber eine kryptische und dennoch gut interpretierbare Aussage gemacht: Das Unternehmen „zieht mit seiner Bewertung mit US-börsennotierten Quantenunternehmen gleich“, heißt es dort.

Diese Beschreibung trifft nur auf eine Handvoll Unternehmen zu. Das wertvollste davon, IonQ, hat aktuell eine Marktkapitalisierung von 1,67 Milliarden US-Dollar. Beim Großteil liegt diese jedoch im niedrigen neunstelligen Bereich. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Größenordnung gemeint ist. Vom Spin-off gibt es auf brutkasten-Anfrage keinen weiteren Kommentar dazu.

Tochterunternehmen in London und Hamburg

ParityQC hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen im internationalen Quantencomputing-Bereich gemacht. Das Spin-off ist in zwölf europäischen und internationalen Forschungskonsortien vertreten und gewann 2022 gemeinsam mit einem Konsortium zwei der bisher größten Aufträge im Bereich des Quantencomputing, die durch das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) vergeben wurden. Mittlerweile wurden neben dem Stammsitz in der Innsbrucker Hofburg zwei Tochterunternehmen in London und Hamburg gegründet.

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Enact, Roboter die fühlen, Roboter, Robotik
© Enact

Roboter können viel. Sie sehen fast alles, sie schweißen, heben, sortieren. Eines fehlt ihnen jedoch: Fingerspitzengefühl. Deshalb bleiben die letzten Handgriffe der Montage Handarbeit: ein Kabel, das einrasten muss, eine Dichtung, die sitzen muss, eine Schraube, die klemmt. Diesem Mangel an Feinfühligkeit stellt sich das Schweizer Startup Enact entgegen und baut Roboter, die Kraft spüren. Sie messen Druck und Widerstand über ihre eigenen Antriebe, wie der Mensch über Muskeln und Sehnen, und ein Modell lernt daraus, heißt es. Der Roboter merkt ohne Zusatzsensoren und ohne künstliche Haut, ob das Teil sitzt.

Enact von Caltech-Forscher gegründet

Dass das mehr als eine Nische ist, zeigen die Zahlen. China etwa hat 2025 354.000 Industrieroboter installiert, fast drei von fünf weltweit (IFR). Europa gewinne dagegen nicht über Masse sondern über Varianz, und genau dort rechnen sich Roboter bisher selten, weil jemand jede Aufgabe einzeln programmieren müsse. Roboter, die durch Vormachen lernen und spüren, ob ein Teil sitzt, sollen diese Einzelprogrammierung ersparen und auch kleine Serien automatisierbar machen. Genau hier setzt Enact an: bei den letzten Handgriffen der Montage.

Gegründet wurde das Zürcher Startup im März 2026 von Manuel Yves Galliker. Der Maschinenbauer der ETH Zürich war Gastforscher am Caltech, leitete bei 1X das Team, das dem Humanoiden NEO das Gehen beibrachte, und arbeitete danach bei Physical Intelligence.

Dort sah er, dass Kamera und Teleoperation für die Fabrik nicht ausreichen, und ging zurück nach Zürich. „Das Silicon Valley hat historisch betrachtet enorme Stärken in Software und KI, aber es fehlt an Spezialisten für Robotik und Hardware-Engineering“, sagt Galliker.

Investment von Mensch

Nun sammelte er mit Enact 30 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde ein, und das noch bevor es ein Produkt gibt. Das hat einen Grund, wie man in der Aussendung liest: „Das Startup baut alles selbst. Antriebe, Regelung und Modell entstehen unter einem Dach, was am Anfang mehr kostet als ein Modell auf einen fremden Arm zu setzen.“ Die ersten Antriebe laufen, der Ansatz sei laut Enact validiert.

Angeführt wird die Millionen-Runde von redalpine, Notion Capital und firstminute capital. Als Business Angels investieren Yann LeCun (von 2013 bis Ende 2025 Chief AI-Scientist bei Meta), Arthur Mensch (Co-Founder Mistral AI), Andrew Lonsberry (Path Robotics) und David Wallerstein (früher Tencent). Aktuell arbeiten zehn Personen in Zürich, bis Ende 2027 sollen es viermal so viele werden.

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