Verwandte kommen meist, wenn überhaupt, ein paar Stunden in der Woche. Die Freund:innen sind selbst nicht mehr mobil. Pfleger:innen kommen, machen ihre Arbeit und müssen dann sofort weiter zu anderen Klient:innen. Es ist allgemein bekannt: Ältere Personen, die alleine leben, sind oft sehr einsam. Das US-Startup Papa will hier seit 2016 Abhilfe schaffen.
„Papa Pals“ als Gesprächspartner:innen
Die „Papa Pals“ sind meist jüngere Leute. Sie werden (zu einem Teil von der Krankenkasse) dafür bezahlt, dass sie Zeit mit den Klient:innen verbringen, sind quasi „Miet-Enkel“. Sie helfen ihnen mitunter mit kleineren Tätigkeiten, doch das steht nicht im Mittelpunkt. Primär geht es um das miteinander sprechen.
„Viele unserer Paare werden echte Freunde“
Und Gründer und CEO Andrew Parker meint gegenüber der FAZ: „Es geht hier nicht nur ums Geld. Viele unserer Paare werden echte Freunde“. Auf die Idee sei er damals durch seinen eigenen Großvater gekommen. „Er hatte acht Enkel, die aber alle berufstätig waren. Ich habe lange Zeit eine Person gesucht, die mit ihm einkaufen geht, ihn zum Arzt fährt, mit ihm fernsieht oder einfach nur ein bisschen Zeit mit ihm verbringt“ so der Gründer.
Startup beschäftigt 500 Personen
Das Angebot wurde in den vergangenen Jahren gut angenommen. Rund 500.000 Besuchsstunden hätten die Papa Pals bislang insgesamt absolviert, heißt es vom Unternehmen. Das Angebot ist in 20 US-Staaten verfügbar und das Startup beschäftigt 500 Personen. Auch Investment-Gesellschaften konnte man damit überzeugen. Insgesamt flossen bislang 150 Millionen US-Dollar Risikokapital in das Unternehmen.
PrixxOne: Das, worauf man nachts barfuß drauf tritt, wird jetzt zum Möbel
Mit PrixxOne entwickelt Jürgen Sommer große Klemmbausteine aus recyceltem Kunststoff, aus denen sich Möbel flexibel zusammenbauen und jederzeit neu gestalten lassen. Anfang 2027 will das Wiener Startup in die Produktion gehen.
PrixxOne: Das, worauf man nachts barfuß drauf tritt, wird jetzt zum Möbel
Mit PrixxOne entwickelt Jürgen Sommer große Klemmbausteine aus recyceltem Kunststoff, aus denen sich Möbel flexibel zusammenbauen und jederzeit neu gestalten lassen. Anfang 2027 will das Wiener Startup in die Produktion gehen.
Im Netz kursieren seit langer Zeit witzige Memes und Aussagen solcher Art: „Ja, ein Autounfall tut weh, aber bist du schon Mal auf einen Legostein draufgestiegen?“ Eher das Gegenteil zu Pein, nämlich die Liebe zu den dänischen Bausteinen hat PrixxOne-Gründer Jürgen Sommer schon als kleines Kind entwickelt. Sein He-Man aus der „Masters of the Universe“-Reihe saß damals auf einem Lego-Thron, mit Pölstern aus Watte und Taschentüchern.
PrixxOne: Möbelsystem aus Interlocking-Blöcken
Diese Leidenschaft lebte er später auch als Vater weiter. Als seine beiden Söhne acht und vier waren, baute das Trio ein riesiges Haus aus Lego mit Möbeln darin. „Ich habe mir damals sogar gewünscht, so groß wie eine Lego-Figur zu sein“, gesteht der Founder.
Doch statt wenige Zentimeter groß zu sein, war Sommer vor seiner Unternehmer-Karriere Lehrling bei der Wiener Städtischen und 18 Jahre lang u.a. als Manager bei Uniqa tätig. Dort und auch bei Raiffeisen gestaltete er Prozesse für interne sowie Außenpartner der Versicherungsbranche und verantwortete den Bereich digitale Signaturen.
„Ich habe immer sehr viel gearbeitet, manchmal 16 Stunden am Tag“, sagt er, „also habe ich eine Auszeit genommen und bin dem Projekt nachgegangen.“
Das Projekt heißt PrixxOne und entwickelt ein Produkt, bei dem es nicht nur nicht wehtut, draufzusteigen, sondern es ist dafür gemacht, sich draufzusetzen. Sommers Startup bietet ein Möbelsystem aus Interlocking-Blöcken (oder Klemmbausteinen) im Maßstab 15:1 an. Patentrechtlich ist diese Prinzip frei nutzbar, denn der ursprüngliche Patentschutz für das Klemmsystem lief 1978 aus und der Europäische Gerichtshof hat 2010 die Form des Steins als Marke zu schützen abgelehnt. Wobei sich Lego immer wieder und auch aktuell in Rechtsstreitigkeiten befindet, zum Design oder bestimmten Bausteinen etwa, wie hier im Juni berichtet wurde.
Made in Austria
Unabhängig davon produziert das durch Investments aus dem familiären Bereich gestützte Unternehmen von Sommer diese Klemmbausteine, die nicht nur zum Möbelstück gebaut werden können, sondern auch designgeschützt sind: Jede Seite des PrixxOne-Bausteins verfügt über eine zwei Zentimeter hohe Ausnehmung, sodass man den Stein ohne jegliches Werkzeug auseinandernehmen, aufbauen, umbauen und erweitern kann – vom Hocker zum Sessel, bis hin zur Couch. Laut Gründer trage die Konstruktion das Gewicht von Erwachsenen – das sei intensiv getestet worden.
Die Bausteine werden in Wien designt und bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff. „Wir nehmen Material, das sonst auf Deponien landen würde, und verwandeln es in zirkuläres, langlebiges Design komplett ohne Verschwendung“, sagt Sommer.
So richtig durchstarten möchte er Anfang nächsten Jahres und hat für die Produktion im Sinne von „Made in Austria“ drei potentielle österreichische Partner an der Hand. „Es ist nur noch eine Skalierungsfrage“, sagt Sommer, der mit seiner Idee auch einen Nachhaltigkeitsgedanken verfolgt: „In den vergangenen 25 Jahren habe ich als Operations-Manager und COO große Unternehmensstrukturen optimiert. Mein zentraler Antrieb ist das Lean-Management: Starrheit aufbrechen und Verschwendung radikal eliminieren. Genau dieses Mindset übertrage ich nun von der Unternehmenswelt mit PrixxOne auf die Möbelbranche.“
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