10.01.2017

Palfinger sucht Startups für Digitalisierungs-Hackathon

Der österreichische Maschinenbau-Riese Palfinger veranstaltet von 4. bis 5. März 2017 in Wien den größten Hackathon Österreichs mit mehr als 100 Teilnehmern. Neben Preisen für gute Ideen werden teilnehmenden Startups auch Kooperationen in Aussicht gestellt. Die Anmeldephase läuft noch bis 12. Februar.
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(c) fotolia.com - alotofpeople

Bekannt ist Palfinger für seine Kransysteme. Mit seinen LKW-Kränen ist das Salzburger Unternehmen sogar Weltmarktführer. Auch der Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro spricht für sich. Auf dem internationalen Erfolg will sich das 1932 gegründete Unternehmen jedoch nicht ausruhen. 2015 wurde mit dem „Digitalisation Lab“ ein Corporate Startup gegründet, um im Innovationsbereich vorne mit dabei zu sein. Unterstützung holte sich das Unternehmen dabei vom Digitalisierungsspezialisten Tieto.

+++ Dossier: Corporate Innovation +++

Größter Hackathon Österreichs in Microsoft-Zentrale

Nun findet im Ramen des Programms der größte Hackathon Österreichs statt, bei dem innerhalb von 36 Stunden neue Ideen für vier Innovationsbereiche des Konzerns gefunden werden sollen. Mehr als hundert Personen sollen daran teilnehmen. Eingeladen sind neben Startup-Foundern auch alle anderen Interessierten. Als Location für das Event wurde die Microsoft-Zentrale in Wien gewählt. Das bietet Teilnehmern die Möglichkeit, einige neue Gadgets und Programme des Konzerns, wie HoloLens, XMReality, die Azure-Plattform oder die neueste VR-Brille für den Hackathon zu nutzen.


 (c) Palfinger: Promotion-Video

Kooperationen für komplett neue Geschäftsmodelle

Die besten Ideen und Konzepte, die im Rahmen des Hackathons entstehen, werden prämiert. Palfinger vergibt dafür Preise im Wert von über 6000 Euro. Noch spannender dürfte für Startups jedoch sein, dass der Konzern auch Kooperationen in Aussicht stellt, bei denen an den Ideen aus dem Hackathon weitergearbeitet wird. Dabei sollen komplett neue Geschäftsmodelle für das Unternehmen entstehen. Palfinger hat für das Event vier Innovationsbereiche definiert, bleibt aber auch für Ideen zu anderen Themen offen:

  1. Virtual Reality, Mixed Reality, Augmented Reality: Prototypen oder Anwendungsszenarien, die das Arbeitsumfeld oder das Blickfeld von Kranführern, Wartungstechnikern oder Technikern verbessern, ihnen das Leben leichter machen, die Sicherheit erhöhen und ihnen einen Mehrwert bieten.
  2. Steigerung des Automatisierungsgrads beim Be- oder Entladen von LKW: Prototypen oder Anwendungsszenarien, die LKW-Fahrern, Logistikfachkräften oder dem Kundendienst helfen, den Be- oder Entladevorgang effizienter zu gestalten, beispielsweise durch zusätzliche Sensoren. Verbesserung der Streckenplanung, Erhöhung der Sicherheit, Verminderung der Komplexität für das Bedienpersonal, das mit mehreren Geräten arbeiten muss.
  3. Digitale Assistenzsysteme: Ideen, wie sich mithilfe neuer Assistenzsysteme, veränderter Prozesse oder alternativer Methoden zur Prozesssteuerung Lasten heben oder senken lassen. Der Fokus liegt auf der Benutzerfreundlichkeit bzw. darauf, dem Bedienpersonal die Arbeit zu erleichtern.
  4. Palfinger als Dienstleister: Entwickeln von Ideen und Konzepten, wie ein Geschäftsmodell für Palfinger als Dienstleister im Zeitalter der Digitalisierung aussehen könnte.

+++ Arbeiten 4.0 – Wie Digitalisierung Berufswelt verändert +++


Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 12. Februar 2017. Das event findet von 4. bis 5. März in der Microsoft-Zentrale in Wien statt.

⇒ Hier geht es zur Event-Page und zur Anmeldung

 

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DiLT Analytics
© DiLT Analytics

DiLT Analytics hat eine siebenstellige Finanzierungsrunde abgeschlossen. Sie setzt sich aus einem Equity-Investment von Noctua Science Ventures und einer Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) im Rahmen des Programms Seedfinancing – Deep Tech zusammen. Mit dem Geld möchte das 2021 gegründete Spinoff der TU Graz sein Team ausbauen und FaciliMind, seine Software zur automatisierten Fehlerdiagnose in Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, zu weiteren Betreibern großer Gebäudeportfolios bringen

DiLT Analytics: „Substanziell wachsen“

Noctua Science Ventures ist ein Wiener Deep-Tech-Fonds und ein Joint Venture von Speedinvest und den Technischen Universitäten Österreichs. Der Fonds investiert gezielt in Ausgründungen, deren Produkt auf langjähriger Forschung beruht.

„Die aws-Förderung ergänzt das Investment und ist auf genau diese Phase zugeschnitten: den Schritt von einer erprobten Technologie zu einem Produkt, das sich über viele Standorte hinweg ausrollen lässt“, heißt es per Aussendung. Um im Sinne des Programms aws Seedfinancing – Deep Tech als Deep Tech zu gelten, muss das Vorhaben auf einer „anspruchsvollen technologischen und wissenschaftlichen Herausforderung“ basieren und einen klaren Technologiesprung gegenüber bestehenden Lösungen oder rein inkrementellen Weiterentwicklungen ermöglichen.

„Mit Noctua Science Ventures haben wir einen Partner gefunden, der beides kennt: die technischen Herausforderungen eines Deep-Tech-Produkts und den Weg in die Kommerzialisierung. Für ein junges Spinoff ist das der Best Case. Dass parallel auch die aws-Förderung zugesagt wurde, bestätigt uns, dass FaciliMind und unser Team auf dem richtigen Weg sind. Jetzt geht es darum, substanziell zu wachsen“, sagt Theresa Kohl, CEO von DiLT Analytics.

Philipp Stangl, Managing Director von Noctua Science Ventures, ergänzt: „Von unseren vielen Gesprächspartnern erhielten wir ein sehr einheitliches Bild zu DiLT: ein glaubwürdiger, technisch differenzierter Ansatz, umgesetzt von einem Team, mit dem Immobilienprofis gerne zusammenarbeiten. Genau diese Kombination aus Forschungsvorsprung und starker Kundenorientierung ist es, wonach wir in der Pre-Seed-Phase suchen.“

2021 gegründet

DiLT Analytics wurde Ende 2021 von Franz Wotawa und Gerald Schweiger als Spinoff des Instituts für Softwaretechnologie der TU Graz gegründet und ging aus der Forschungsgruppe „Intelligent Systems“ hervor. Erstes größeres Projekt war „Inframonitor“, eine herstellerunabhängige IoT-Datenplattform für den Campus Inffeldgasse der TU Graz.

Seither ist DiLT an mehr als 20 Forschungsprojekten mit über 15 Partnern beteiligt, einige davon FFG-gefördert und gemeinsam mit österreichischen und europäischen Universitäten. Die Ergebnisse fließen über den Forschungszweig DiLT Research direkt in die Produktentwicklung. Geführt wird das Unternehmen heute von Theresa Kohl (CEO), Christopher Gray (Business Development & Strategy), Thomas Hirsch (CTO), Reinhard Pertschy (CPO) und Thomas Schwengler (Head of Software).

Die entwickelte Software FaciliMind analysiert Betriebsdaten von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, erkennt dabei versteckte Fehler und Optimierungspotenziale und liefert Technikteams eine nach Dringlichkeit sortierte Maßnahmenliste, so der Claim. Die Software von DiLT Analytics arbeitet herstellerunabhängig und lässt sich über ein einzelnes Gerät an die bestehende Gebäudeleittechnik anbinden. Dank eines knowledgegraphbasierten Softwarestacks soll sie das digitale Abbild komplexer Anlagen weitgehend automatisiert innerhalb weniger Tage statt monatelanger Handarbeit erstellen können. Zielgruppe sind Betreiber großer Gebäudeportfolios, etwa in der öffentlichen Hand, an Flughäfen sowie in Industrie und Gesundheitswesen.

DiLT Analytics erhielt Preise

Zu den Kunden zählen u.a. die Technischen Universitäten Graz und Wien, Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), IG Immobilien Management GmbH und Industriekunden. 2025 wurde DiLT Analytics mit dem DREA Award und dem ÖGUT Umweltpreis ausgezeichnet. Und ist seit September 2026 nach ISO 27001 zertifiziert.

„Wissen über Anlagenbetrieb soll im Unternehmen bleiben“

Neben der Verstärkung des Teams und dem geplanten Rollout möchte DiLT Analytics künftig ein Übersetzungswerkzeug für den BACtwin-Standard als Open Source veröffentlichen und die Diagnose künftig auf weitere Technologien wie Wärmepumpen, Photovoltaik und Batteriespeicher ausweiten

„Ein Gebäudeportfolio überdauert seine Dienstleister und oft auch seine erfahrensten Mitarbeitenden“, sagt Kohl. „Unser Ziel ist, dass das Wissen über den Anlagenbetrieb im Unternehmen bleibt und dass Entscheidungen auf verifizierter Datengrundlage statt auf Bauchgefühl und Erinnerung beruhen.“

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