06.05.2025
FINANZIERUNG

OwnerChip: Wiener Startup holt sich 500.000 Euro frisches Kapital

OwnerChip chippt Luxusgüter und sammelt dafür 500.000 Euro Wachstumskapital ein. Das Startup will damit seine Blockchain‑Technologie vom Kunstmarkt auf High Fashion, Autos und Sportmemorabilia ausrollen.
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(c) OwnerChip

Das Wiener Startup OwnerChip wurde 2022 von Michael Schramm, Julian Kainz, Lukas Götz und Nikolaus Futter als Founding Angel gegründet. Die Mission des Unternehmens: im Online‑Handel mit hochpreisigen Kunst‑ und Luxusgütern denselben Vertrauensstandard zu schaffen, den man von klassischen Auktionshäusern kennt.

Herzstück ist ein eigenes Web3‑Protokoll, das einen manipulationssicheren NFC‑Chip im physischen Objekt mit einem digitalen Zwilling auf der Blockchain verknüpft. So werden Echtheitszertifikat, Eigentumsübertragung, Escrow‑Abwicklung und die Zahlung von Royalties in einer Lösung vereint .

Halbe Million Euro frisches Kapital

Jetzt erhält OwnerChip frisches Geld: Rund 500.000 Euro fließen als Convertible Loan Agreement in das Startup, das bei einer größeren Finanzierungsrunde 2026 in Eigenkapital konvertieren soll . Die Gespräche über das letzte noch offene Ticket laufen laut Gründerteam bereits „vielversprechend“.

Die Angels United: Karl Büche, Niki Futter, Markus Ertler, Hermann Futter, Alexandra Ruzsa, Michael Edtmayer (v.l.n.r.) | (c) Angels United

Angeführt wird die Runde vom Business‑Angel‑Pool Angels United, hinter dem Karl Büche, Markus Ertler, Hermann Futter, Niki Futter und Geschäftsführer Michael Edtmayer stehen. Ihr Ticket wird durch das Förderprogramm aws Start‑up‑Invest verdoppelt . Über den Zusammenschluss der namhaften Angels hat brutkasten bereits berichtet. Angels United will in den nächsten Jahren mehr als 30 Investments von jeweils bis zu 300.000 Euro tätigen . Neu an Bord von OwnerChip sind außerdem Kapa Ventures mit den Serial‑Entrepreneuren Gerhard Pail und Frank Kappe sowie der US‑Angel Ryan Quinn.

Technik sichert Rekord‑Geige

Dass die Lösung bereits funktioniert, zeigt ein prestigeträchtiger Showcase: OwnerChip rüstete die teuerste neu gebaute Geige der Welt mit seinem Fälschungsschutz aus und machte sie damit zweifelsfrei digital identifizierbar – brutkasten berichtete . Insgesamt sind schon über 1.100 Objekte im Wert von mehr als fünf Millionen US‑Dollar gechippt .

Wachstumspläne bis 2026

Mit dem frischen Kapital will das 15‑köpfige Team seine Plattform skalieren, weitere Entwickler:innen einstellen und Pilotprojekte mit europäischen Luxus‑ und Lifestyle‑Marken starten. Zielmärkte reichen von Collectibles über High Fashion bis zu Automobil‑ und Sportmemorabilia. Die Technik soll Marken erlauben, physische Produkte um digitale Erlebnisse zu erweitern und kommende Regulierungen wie den Digitalen Produktpass zu erfüllen .

2026 peilt OwnerChip eine Series‑A‑Runde an, um den internationalen Roll‑out in die USA und nach Asien zu finanzieren. Lead‑Investor Niki Futter zeigt sich überzeugt: „OwnerChip löst ein echtes Problem im hochpreisigen Onlinehandel: den fehlenden Vertrauensanker.“  Sollte der Plan aufgehen, könnte das Wiener Startup einen neuen Standard für den sicheren Handel mit physischen Premium‑Assets setzen – weit über Kunst und Luxus hinaus.


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v.l. Matthias Schabetsberger, Managing Director Polestar Österreich, mit dem stellvertretenden schwedischen Botschafter Anders Lindgren. | © René Lueger

Der Ort war kein Zufall. „Wir sind eine schwedische Marke”, sagte Schabetsberger vor den Gästen in der schwedischen Botschaft, wo Polestar in Kooperation mit der schwedischen Handelskammer seit Jahren regelmäßig zu Gast ist. Neben Design, Performance und Nachhaltigkeit zahlten die Markenwerte stark auf gesellschaftliche Werte ein, die in Skandinavien hoch gelebt würden: Inklusion, Vielfalt, Gender Equality.

Wie schwedisch das Unternehmen ist, machte er an Zahlen fest: Von den etwas mehr als 2.000 Mitarbeitern arbeiten mehr als zwei Drittel in Schweden. Entwickelt, abgestimmt und designt wird in Schweden, wo die Verbindung zur Schwestermarke Volvo nach wie vor eng ist. Entstanden ist Polestar vor rund zehn Jahren aus einem schwedischen Rennteam, mit einem klaren Bekenntnis zum reinen Elektroantrieb. “So wollen wir als kleine schwedische reine Elektroauto-Marke der Challenger sein für die große Automobilindustrie”, so Schabetsberger.

Der stellvertretende schwedische Botschafter Anders Lindgren nannte Polestar ein gutes Beispiel dafür, wie Innovation den Übergang zur Elektromobilität in praktische Lösungen übersetzt. Die Erfahrung Schwedens zeige, dass Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit einander verstärken.

Fünf Jahre Polestar in Österreich: Jubiläumsempfang in der schwedischen Botschaft im 9. Wiener Bezirk. | © René Lueger

“Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup”

Im Gespräch mit brutkasten zog Schabetsberger eine Parallele zur Gründerszene. Polestar sei ein junges Unternehmen: “Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup.” Diese Dynamik habe man bewusst gewählt, ebenso den Anspruch, Dinge anders zu denken als klassische Mitbewerber. Einen typischen Polestar-Fahrer gebe es nicht, die Marke sei über alle Altersklassen hinweg beliebt, mit einem relativ ausgeglichenen Anteil männlicher und weiblicher Kunden. Was sie verbinde: die Einstellung zur Elektromobilität und zu gesellschaftlichen Werten. Als skandinavische Marke sei Polestar Europas einzige rein elektrische Automarke.

Polestar ist darüber hinaus eng mit dem schwedischen Innovationsökosystem verbunden. In Göteborg ist Polestar Partner von MobilityXlab, einem Innovationshub am Lindholmen Science Park, der Tech-Startups mit Unternehmen wie Ericsson, Volvo Group und Zenseact zusammenbringt. Ursprünglich auf Mobilität und Konnektivität fokussiert, öffnet sich die Plattform seit September 2026 auch für weitere Industrien. Ausgewählte Startups arbeiten eng mit Polestar an Proofs of Concept, etwa für digitale Customer Journeys und das Erlebnis im Fahrzeug.

Quiet Luxury statt noch mehr Touchscreens

Auf die Frage nach dem Design antwortete Schabetsberger mit einem Begriff aus der Mode: Quiet Luxury. Für Polestar heiße das: “wir brauchen aus unserer Sicht nicht mehr, sondern besser”. Während viele Premiumhersteller im Innenraum mit Holz, Alu, Leder, vielen Lichtvarianten und immer mehr Bildschirmen arbeiten, gehe Polestar einen anderen Weg: klare Linien, reduziertes, funktionales Design. “Wir finden immer mehr Kunden, die in einer aufgeregten Welt mit ständig neuen Produkten und ständiger Veränderung genau dieses reduzierte Design, diesen Quiet Luxury schätzen.” Das Prinzip gelte auch für den Auftritt der Marke: “Man muss jetzt nicht unbedingt immer laut schreien, um gehört zu werden.”

Der Polestar 5 vor der schwedischen Botschaft in Wien: Der vollelektrische Grand Tourer ist das neue Flaggschiff der schwedischen Marke und leistet in der Performance-Version bis zu 650 kW. | © René Lueger

Weniger Bildschirme heißt dabei nicht weniger Technologie. Beim neuen Polestar 4 SUV zieht mit Google built-in der KI-Assistent Google Gemini ins Auto ein. Dank der engen Partnerschaft mit Google ist dieser sukzessive auch in weiteren Modellen verfügbar. Funktionen wie Vehicle-to-Load und ein Camping Mode kommen per Software-Update. Die Transparenz, die Schabetsberger betont, hat eine Zahl: Für den Polestar 4 SUV weist Polestar den CO2-Fußabdruck bis zum Werkstor aus, 20,2 Tonnen CO2-Äquivalent bei der Rear-Motor-Variante. Bis 2030 will Polestar die Treibhausgasemissionen pro verkauftem Fahrzeug halbieren, bis 2040 in der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral sein. Und Polestar Charge bündelt mehr als 1,25 Millionen Ladepunkte in Europa über ein Konto, inklusive Tesla Supercharger.

Von drei auf 13 Standorte

Gestartet ist Polestar in Österreich mit einem Direct-to-Consumer-Modell und einem Polestar Space in der Wiener Herrengasse, später kamen Graz und Linz dazu. Im Vorjahr wurde das Modell erweitert: Online bestellen geht weiterhin, zusätzlich können Kunden bei regionalen Partnern in einem Agentursystem Probe fahren, kaufen und das Fahrzeug ausgeliefert bekommen. Die Zahl der Standorte wuchs von drei auf 13, von Dornbirn bis Wien.

Dahinter steht eine Marktbeobachtung: Traditionell seien Flottenkunden die Early Adopter gewesen, in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten komme das Wachstum aber vor allem von Privatkunden und Kleinunternehmen. Um sie in Vorarlberg, Tirol oder Salzburg zu erreichen, brauche es regionale Partner. Fünf Jahre nach dem ersten Polestar Space blickt Schabetsberger nach vorne, auf “weitere Jahrzehnte in enger Kooperation”.

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