26.04.2021

Steyrer Startup own3d kauft Domain stream.tv für sechsstellige Summe

Mit stream.tv schafft sich own3d eine neue Dachmarke, die über den mittlerweile drei Produkten des Steyrer Startups stehen wird.
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own3d: Das Gründerteam Lukas Hoffmann, Thomas Rafelsberger und Andreas Hanne will mit der Domain stream.tv den Wachstumskurs weiter vorantreiben
(c) own3d: Das Gründerteam Lukas Hoffmann, Thomas Rafelsberger und Andreas Hanne will mit der Domain stream.tv den Wachstumskurs weiter vorantreiben

Die junge Geschichte des Steyrer Startups own3d begann 2018 mit dem Erwerb einer Domain: own3d.tv. Diese hatte zu dem Zeitpunkt bereits eine längere Geschichte hinter sich. Zwischenzeitlich war sie Ende der Nullerjahre sogar eine der größten Gaming-Streaming-Seiten weltweit gewesen, hatte aber nicht mit internationalen Konkurrenten wie Twitch mithalten können. Die Betreiber schlitterten in den Konkurs. Das neue Gründer-Trio, Thomas Rafelsberger, Lukas Hoffmann und Andreas Hanne, sah in der Internet-Adresse jedoch großes Potenzial und revitalisierte sie als Stream-Design-Anbieter. Nach einigen Jahren starken Wachstums soll es wieder der Erwerb einer Domain sein, die den nächsten Schritt einleitet: stream.tv.

stream.tv wird Frimenname und Dachmarke

Die klingende Adresse ließen sich die Gründer nach eigenen Angaben einiges kosten. Sie zahlten dafür einen nicht näher angegebenen sechsstelligen Betrag. Dafür soll sie sich bald im Firmennamen wiederfinden und zur Dachmarke des Unternehmens werden. Denn in den vergangenen Jahren baute das Team neben own3d.tv, mit dem man mittlerweile Stream Design-Weltmarktführer ist, noch zwei weitere Produkte auf. Mit own3d.pro werden Streaming- und Broadcasting-Tools angeboten, mit streamheroes.gg bietet man ein Loyality- und Monetarisierungs-Programm für Streamer.

Und diese Entwicklung soll sich unter der neuen Marke noch verstärken. „Wir werden in den nächsten Monaten und Jahren, dank des engen Kontakts mit unseren Userinnen und Usern, ein außergewöhnliches Portfolio anbieten, mit dem wir uns in allen Bereichen des Streamings behaupten können“, sagt CEO Rafelsberger. In der Zukunft plane man unter anderem auch eigene Hardware-Komponenten, um Streamern ein Rundum-Paket bieten zu können. „Das ist eine Stärke, die aktuell kein Mitbewerber so anbieten kann“, so der Geschäftsführer.

Bereits 30 Prozent des Umsatzes aus den USA

Vor allem im Gaming-Sektor habe man bereits mit dem derzeitigen Leistungsportfolio „die Nase weit vorne“. „So schnell wie wir wächst kaum ein anderes Unternehmen“, sagt Rafelsberger. Die Ausrichtung im weiter forcierten Wachstumskurs mit stream.tv ist klar international. Bereits jetzt erziele man etwa mehr als 30 Prozent des Umsatzes im US-amerikanischen Markt.

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Die Aitiologic-Gründer (v.l.n.r.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic

Im Oktober 2024 verließ das Wiener Startup Aitiologic den „Stealth Mode“. Damals hatte es 2,5 Millionen Euro an Investments und Förderungen eingesammelt. Jetzt folgt eine Seed-Finanzierung über 6,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab.

Angeführt wird die Runde von den Healthcare-Investoren Heal Capital und Ananda Impact Ventures. Die bisherigen Investoren Push VC und Lana Ventures sind wieder dabei. Dazu kommen laut Startup mehrere Biotech-Gründer, die bereits Börsengänge und Exits hinter sich haben.

Ein Bluttest, der zeigt, was im Gewebe passiert

Aitiologic entwickelt die Plattform „Aitios“. Sie untersucht zellfreie DNA im Blut und wertet die Daten mit KI aus. Das Ziel: Aus einer normalen Blutprobe soll sich ablesen lassen, aus welchem Gewebe die DNA stammt und was dort gerade passiert. Die Technologie geht auf Forschung von Gründer und CEO Andreas Posch bei Siemens Healthineers zurück. Aitiologic hat sie exklusiv lizenziert.

2024 sprach das Startup noch allgemein von Krebs- und Pränataldiagnostik. Nun ist die erste Anwendung klar: die Risikoabschätzung für Präeklampsie im ersten Schwangerschaftsdrittel. Die Bluthochdruck-Erkrankung betrifft laut Aussendung geschätzt drei bis acht Prozent aller Schwangerschaften. Sie ist eine der wichtigsten Ursachen für Todesfälle von Müttern und Föten weltweit. Aitiologic will dafür dieselbe Blutprobe nutzen, die ohnehin für den nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) abgenommen wird. Eine zusätzliche Blutabnahme wäre also nicht nötig.

Eine erste Studie mit Kypros Nicolaides und dem Fetal Medicine Research Institute habe gezeigt, dass sich damit das Präeklampsie-Risiko einschätzen lässt, so das Startup. Jetzt läuft eine größere Studie mit der Fetal Medicine Foundation, an der mehr als 1.000 Schwangere teilnehmen. „Wir sind von einer Technologie-Hypothese zu publizierten klinischen Daten gekommen“, sagt Posch. Das frische Kapital soll in diese Studie und in die Produktentwicklung fließen.

Oxford-Nanopore-Mitgründer im Beirat, neue Chief Medical Officer

Mit der Finanzierung holt Aitiologic zwei bekannte Namen an Bord. Gordon Sanghera hat Oxford Nanopore Technologies mitgegründet, ein britisches Unternehmen für DNA-Sequenzierung. Er führte es 21 Jahre lang als CEO, vom Spinoff der Universität Oxford bis zum Börsengang in London. In der Aussendung wird er als „Pionier der Molekulardiagnostik“ bezeichnet. Für Aitiologic ist das relevant, weil die eigene Plattform auf der Sequenzierung von DNA aus dem Blut aufbaut: Sanghera bringt also Erfahrung mit dem Aufbau, der Finanzierung und der Skalierung genau dieser Art von Technologie mit. Er investiert in die Runde und wird Mitglied des Beirats. Die ersten klinischen Daten von Aitiologic seien „sehr ermutigend“, sagt Sanghera.

Neue Chief Medical Officer ist Rebecca Ertl. Sie ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und hat ein nach eigenen Angaben führendes Zentrum für Pränataldiagnostik in Österreich gegründet. Bei Aitiologic verantwortet sie die medizinische Strategie, zunächst für das Präeklampsie-Programm. Ertl nennt bereits ein mögliches nächstes Thema: Man prüfe, ob der Bluttest auch bei Schwangerschaftsdiabetes früher Hinweise liefern könne.

Neben dem Risikokapital erhält Aitiologic Förderungen von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Wirtschaftsagentur Wien. Dazu kommt Unterstützung über den Europäischen Investitionsfonds (EIF) im Rahmen von InvestEU. Zugelassen ist die Plattform noch nicht, sie befindet sich weiterhin in der Entwicklung.

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