30.10.2020

Ovartec: Eierstockkrebs-Früherkennungs-Startup erhält über 430.000 Euro FFG-Förderung

Das Wiener Startup Ovartec von Paul und Maximilian Speiser arbeitet mit seinem patentierten "Lavage Concept" an der Entwicklung und Förderung der Früherkennung und Prävention von Eierstockkrebs. Nun erhält das Unternehmen eine Kapitalspritze von rund 430.000 Euro.
/artikel/ovartec
Ovartec, Eierstockkrebs, Früherkennung, Archimed, Duplex Sequencing, Krebs,
(c) Ovartec/FB - Das Ovartec-Team möchte mit dem neuen Kapital eine vielversprechende Methode zur Früherkennung von Eierstockkrebs nach Österreich bringen.

Jährlich erkranken in Österreich rund 1000 Frauen an Eierstockkrebs. Die Krankheit ist die fünfthäufigste tumorbedingte Todesursache von Frauen. Beschwerden sind in diesem Fall nicht genau zu spezifizieren. Sie variieren und umfassen Symptome wie Blähung des Bauches, Zunahme des Bauchumfangs, unerklärliche Gewichtsabnahme, ständiges Völlegefühl, Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit. Eine Früherkennung ist daher sehr schwierig. Hier möchte Ovartec Abhilfe schaffen.

„Ovartec Lavage Concept“

Das Startup von Paul und Maximilian Speiser wurde 2017 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, Eierstockkrebs zu verhindern oder dauerhaft zu heilen, indem Vorerkrankungen oder frühen Krankheitsstadien erkannt werden. Dafür möchte das Unternehmen ihr „Ovartec Lavage Concept“ – Früherkennung und Vorbeugung von Eierstockkrebs mittels eines neuen Kathetertyps und einem Test auf Anomalien, die mit diesen Krebsarten verbunden sind – zu einem weltweiten Standard machen und einem Go-to-Test für Hochrisikopatientinnen etablieren. Um Eierstock- und Endometriumkrebs zu verhindern. Für diese Ziele gibt es jetzt finanzielle Unterstützung von der Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

„Wir habe die letzten eineinhalb Jahre nach einem Investor gesucht“, erklärt Co-Founder Maximilian Speiser: „Doch erst inmitten der Corona-Krise haben wir ein Investment von 500.000 Euro erhalten, Und es mit dem Covid-Startup-Fonds verdoppelt.“

Früherkennungs-Kit weiterentwickeln

Zu dem nicht genannten Investor kommt nun eine Kapitalspritze von konkret 431.000 Euro der FFG hinzu, wie Speiser erklärt. Über ein weiteres zinsloses Darlehen für das mit 950.000 Euro dotierte Projektvolumen wird aktuell noch verhandelt. Im Gespräch ist eine Geldmittelaufstockung bis auf kumulierte 800.000 Euro. Mit dem Kapital soll nun das Früherkennungs-Kit von Ovartec weiterentwickelt und auf die nächste Entwicklungsstufe gebracht werden.

Ovartec möchte „Duplex Sequencing“ nach Österreich bringen

Zudem plant Ovartec, gemeinsam mit dem Health-Unternehmen ARCHIMED Life Science „Duplex Sequencing“ nach Österreich zu holen. Dabei handelt es sich um eine Methode mit „ultrahoher Genauigkeit“, die bisherige Einschränkungen der Sequenzierung überwindet, indem sie beide Stränge einzelner DNA-Moleküle unabhängig voneinander verfolgt. Die gepaarten Sequenzen können dann verglichen werden, um Fehler, die durch die Anwendung der Methode entstehen oder, grob gesagt, Mutationen in der DNA zu erkennen und herauszurechnen.

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Die Hone-Gründer vl.: Carlo Kobe, Moritz Stephan und Oliver Brady | (c) Hone
Die Hone-Gründer vl.: Carlo Kobe, Moritz Stephan und Oliver Brady | (c) Hone

Er war gerade einmal 17 Jahre alt, als brutkasten 2017 erstmals über ihn berichtete. Damals hatte der Wiener Moritz Stephan gemeinsam mit Konstantin Klinger, mittlerweile Co-Founder und CEO des millionenfinanzierten Londoner Startups Seamflow, sein erstes Startup-Projekt gestartet. Mit dem Bücher-Lieferservice Lobu wollten die beiden Schüler der Wiener Hochbegabten-Schule Sir Karl Popper Schule damals Amazon und Co. lokal die Stirn bieten und holten sich wenig später eine kleine Investmentzusage bei 2 Minuten 2 Millionen.

Ein weiteres Mal war von Stephan im Jahr 2020 als Co-Founder des 2016 gegründeten Wiener Neustädter SpaceTech-Startups Tumbleweed zu lesen, das einen windbetriebenen Marsrover bauen wollte. Noch im selben Jahr verließ er aber laut seinem LinkedIn-Profil das Startup. Kein Wunder, war er doch seit 2019 an der Elite-Uni Stanford inskribiert. Eine weitere Gründung, diesmal mit Y-Combinator-Teilnahme, und einige Jobs, unter anderem bei Sarah Buchners Trunk Tools und zuletzt beim AI-Scaleup Cognition, folgten. Im Mai dieses Jahres ging Stephan schließlich gemeinsam mit den Co-Foundern Oliver Brady und Carlo Kobe, mit dem er bereits zuvor gemeinsam gegründet hatte, mit dem KI-Startup Hone an den Start.

„AI Engines“ als nächste Ausbaustufe über KI-Agenten

Das Produktversprechen von Hone: „AI Engines“, die im Unternehmen Ownership für konkrete Resultate übernehmen. „Chatbots geben Antworten. Agenten erledigen Aufgaben. Engines liefern Ergebnisse, und wir geben ihnen die Verantwortung, echten Wert zu schaffen – gemessen in Dollar anstatt in Tokens oder Vibes“, so der Claim des Startups. „Man richtet sie auf eine Geschäftskennzahl aus, und die Engine übernimmt den Rest. Sie arbeitet sich selbst ein, baut die notwendigen Agenten, Fähigkeiten und Wissensspeicher auf, arbeitet mit den richtigen Personen zusammen und wird durch Erfahrung immer besser.“

Von den Unternehmen festgelegte Regeln, an welchen Stellen es menschliche Bestätigung braucht, etwa im Umgang mit sensiblen Daten, sollen dabei für die notwendige Sicherheit sorgen. Man schließe mit „AI Engines“ letztlich eine „große Lücke“ zwischen dem, wozu Frontier-KI fähig ist und dem, was Unternehmen tatsächlich damit herausholen, heißt es von Hone.

„Fünf weitere Moritze“

Das Konzept überzeugte nun auch eine Reihe von Investoren: Mit Benchmark und Index Ventures übernehmen zwei US-VCs den Lead in einer 60 Millionen US-Dollar schweren Finanzierungsrunde nur vier Monate nach der Gründung. Elad Gil, Hanabi, Definition, Diffusion, Lux, SV Angel, and Align komplettieren die Finanzierungsrunde.

In einem Blog-Beitrag von Index Ventures zum Investment heißt es, man habe Stephan bereits in seiner Zeit beim vorigen Arbeitgeber Cognition als Ausnahmetalent kennengelernt. „Weithin als Umsetzungsmaschine angesehen, war er ein Ein-Mann-Entwicklungsteam. Sein Name wurde im Unternehmen zum Synonym für Exzellenz und Produktivität; man sagte nur halbscherzhaft, dass Cognition ‚fünf weitere Moritze‘ bräuchte“, schreiben Shardul Shah und Mark Xu von Index unter anderem.

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Ovartec: Eierstockkrebs-Früherkennungs-Startup erhält über 430.000 Euro FFG-Förderung

  • Jährlich erkranken in Österreich rund 1000 Frauen an Eierstockkrebs.
  • Das Startup von Paul und Maximilian Speiser wurde 2017 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, Eierstockkrebs zu verhindern oder dauerhaft zu heilen, indem Vorerkrankungen oder frühen Krankheitsstadien erkannt werden.
  • Zu dem nicht genannten Investor kommt nun eine Kapitalspritze von 800.000 Euro der FFG hinzu, die beinahe das gesamte Projekt finanziert, wie Speiser erklärt.
  • Damit soll das Früherkennungs-Kit weiterentwickelt werden.

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