12.04.2023

„Oscar Gute Nacht Geschichten“: Wiener AI-Story-Generator schafft Platz 1 bei Product Hunt

Die neuartige App "Oscar Gute Nacht Geschichten" hat es geschafft, bei der renommierten US-Plattform Product Hunt, am Ostersonntag zur Nummer 1 des Tages gekürt zu werden. Dieser Erfolg wurde ohne große institutionelle Investoren erreicht.
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Oscar, Oscar Gute Nacht Geschichten, Product Hunt
(c) Vlad Dobre - Die beiden Oscar-Founder Matthias Neumayer (l.) und Dima Rubanov.

„Oscar Gute Nacht Geschichten“ ist eine mobile App, die das Erzählen von Gute Nacht-Geschichten für Eltern und Kinder vereinfachen und personalisieren soll – brutkasten berichtete. Mithilfe von KI-Technologie werden hierbei auf Basis der Benutzereingaben individuelle Kindergeschichten generiert, in denen die eigenen Kinder, Freunde und Eltern zur Hauptfigur werden können. Die Idee zu Oscar entstand aus der Notwendigkeit heraus, dem Patenkind eines der Gründer jeden Abend eine neue, kreative Geschichte zu erzählen. Damit hat man es geschafft, am Ostersonntag von Product Hunt als Nummer „#1 product of the day“ gefeatured zu werden.

Oscar Gute Nacht Geschichten basiert auf OpenAI

„Mit Oscar wollen wir Eltern eine unendliche Inspirationsquelle für neue Geschichten bieten“, sagt Dima Rubanov, Softwareentwickler und Co-Founder von Oscar. Die KI-Technologie basiert auf dem Modell GPT-4 von OpenAI, welches durch eigenes Fine-Tuning und komplexes „Prompt Engineering“ optimiert wurde. Die Geschichten werden zudem durch liebevoll gestaltete Illustrationen der KI Midjourney ergänzt.

Werte und Prinzipien vermitteln

Die App wurde in Zusammenarbeit mit Eltern entwickelt und legt besonderen Wert auf pädagogischen Mehrwert. Die generierten Geschichten seien nicht nur unterhaltsam, sondern sollen auch wichtige moralische Werte und Prinzipien wie Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Mut, Einfühlungsvermögen und Verantwortung vermitteln.

„Unsere App ist darauf ausgelegt, das Erzählen von Gute Nacht-Geschichten für Kinder und Eltern gleichermaßen unterhaltsam zu machen“, sagt Matthias Neumayer, Mitbegründer von Oscar.

Bisher konnte man – auch ohne große institutionelle Investoren – über 1.500 Eltern als Kund:innen gewinnen. „Oscar Gute Nacht Geschichten“ ist im App Store und bei Google Play zum Herunterladen verfügbar.

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Er ist seit vielen Jahren einer der obersten Punkte auf der politischen Wunschliste der heimischen Startup-Szene: der Beteiligungsfreibetrag. Das Prinzip ist schnell erklärt: Man kann mit ihm Startup-Investments bis zu einem gewissen jährlichen Betrag von der Steuer absetzen. Das soll einen starken Anreiz schaffen, Risikokapital anderen Veranlagungsformen vorzuziehen und somit mehr privates Kapital für Startups mobilisieren.

Die genaue Ausgestaltung wäre bei einer möglichen Umsetzung Gegenstand politischer Verhandlungen. Die Forderungen aus dem Ökosystem gehen bis zu einem Betrag von 500.000 Euro pro Jahr, wie etwa in der „Vision 2030“ von invest.austria, AustrianStartups, Junge Wirtschaft und StartupNOW aus dem Jahr 2024. Großes internationales Vorbild ist das Vereinigte Königreich, das unter anderem dank eines solchen Modells konstant die mit Abstand höchsten Startup-Investment-Volumina Europas vorweist.

Bei der SPÖ nicht durchzubringen

Doch im Gegensatz zur anderen großen Forderung des heimischen Startup-Ökosystems, dem Dachfonds, der mittlerweile im Entstehen ist, schaffte es der Beteiligungsfreibetrag 2025 nicht ins schwarz-rot-pinke Regierungsprogramm. Hinter vorgehaltener Hand wird der Grund dafür in ÖVP-Kreisen klar benannt: Der Vorschlag sei beim Koalitionspartner SPÖ nicht durchzubringen. Im Frühling 2024, also noch in der Opposition, äußerte sich SPÖ-Chef Andreas Babler, konkret auf das Thema angesprochen, gegenüber brutkasten knapp, aber deutlich: „Steuerbegünstigungen für private Investoren, die in der Regel zu den Top 1 Prozent der Einkommens- und Vermögensverteilung zählen, sind keine Priorität der SPÖ.“

Für Zehetner „nächster logischer Schritt“

On the record ging man dem Thema in der ÖVP seit der Regierungsbildung 2025 dagegen mit Verweis auf die Koalitionsvereinbarung lieber aus dem Weg. Bis jetzt. Denn Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner forderte den Beteiligungsfreibetrag nun via LinkedIn-Posting offen ein. Nach dem Dachfonds wäre dieser, „der nächste logische Schritt“, schreibt sie und führt eine EcoAustria-Studie und internationale Vorbilder ins Treffen.

Unverhoffte Schützenhilfe in der Diskussion

Doch woher kommt der plötzliche Mut zur offenen Forderung entgegen dem koalitionären Konsens? Zehetner bekam Anfang dieser Woche eine Steilvorlage aus Deutschland, über die auch brutkasten berichtete. Dort war es nicht etwa CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, sondern mit Lars Klingbeil der amtierende SPD-Chef, Vizekanzler und Finanzminister, der Steuererleichterungen für Startup-Beteiligungen aufs Tapet brachte.

„Deutschland will mehr privates Kapital für Startups mobilisieren. Österreich sollte das auch tun“, schreibt Zehetner und verweist direkt auf die Ankündigung des SPD-Chefs. Das argumentative Kalkül dahinter liegt auf der Hand: Gegen den Vorstoß des deutschen Parteigenossen, dessen Schützenhilfe für Zehetner wohl unverhofft kam, lässt sich in der österreichischen Sozialdemokratie deutlich schwerer argumentieren, als gegen die Dauerforderung aus der liberalen Ecke. Ob dadurch tatsächlich eine offene Diskussion innerhalb der Koalition angestoßen wird, ist freilich zu bezweifeln.

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